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VINQO Rechtsanwälte

Vertrag & Unternehmen

Wie setze ich Forderungen gegen Kunden durch?

Mahnung, Mahnverfahren oder Klage — die Wahl entscheidet über Kosten, Tempo und Erfolgsaussicht.

Kurz gesagt

Bei unstrittigen Forderungen ist das gerichtliche Mahnverfahren der schnellste und günstigste Weg zu einem Vollstreckungstitel; bei absehbarem Widerspruch führt die Klage direkter zum Ziel. Vorher lohnt eine Bonitätsprüfung: Ein Titel gegen einen zahlungsunfähigen Schuldner kostet Geld, ohne etwas einzubringen.

Stand
Verantwortlich
Jan SchlingmannRechtsanwalt & Geschäftsführer
Fachlich zuständig
Gökalp ArtasRechtsanwalt

Forderungsmanagement ist eine Kosten-Nutzen-Entscheidung, keine Prinzipienfrage. Vier Stufen, in dieser Reihenfolge.

1. Verzug herstellen

Eine Mahnung nach Fälligkeit setzt Verzug (§ 286 BGB) — und damit:

  • Verzugszinsen: im Geschäftsverkehr neun Prozentpunkte über Basiszins, gegenüber Verbrauchern fünf
  • Verzugspauschale von 40 € gegenüber Unternehmen (§ 288 Abs. 5 BGB)
  • Erstattungsfähigkeit Ihrer Anwaltskosten

Der letzte Punkt ist der wichtigste: Wer ohne eigene Mahnung sofort einen Anwalt einschaltet, verliert bei reinen Zahlungsforderungen häufig den Erstattungsanspruch.

2. Bonität prüfen

Bevor Gerichtskosten fließen. Ein Titel gegen einen insolventen Schuldner kostet Gebühren und bringt nichts ein — außer der Möglichkeit, in dreißig Jahren noch zu vollstrecken. Prüfen Sie Handelsregister, Insolvenzbekanntmachungen und Auskünfte.

3. Titel schaffen

Weg Kosten Gericht Dauer Geeignet wenn
Mahnverfahren 0,5 Gebühr 4 – 8 Wochen bis Vollstreckungsbescheid Forderung unstrittig
Klage 3,0 Gebühren 6 – 18 Monate Widerspruch absehbar, Sachverhalt streitig
Urkundenprozess 3,0 Gebühren schneller als Klage Forderung urkundlich belegt

Legt der Schuldner im Mahnverfahren Widerspruch ein, geht die Sache ins normale Streitverfahren über — dann hat das Mahnverfahren immerhin die Verjährung gehemmt.

4. Vollstrecken

Kontopfändung, Lohnpfändung, Gerichtsvollzieher, Vermögensauskunft. Details unter Zwangsvollstreckung.

Für Unternehmen mit laufendem Aufkommen

Bei regelmäßigen Ausfällen ist der Einzelfall der falsche Zuschnitt. Sinnvoll ist ein wiederkehrender Prozess mit klaren Stufen und Fristen — als Teil der externen Rechtsabteilung oder als eigener Forderungslauf. Beides ist planbar kalkulierbar und wirkt vor allem deshalb, weil es ohne Ausnahme durchläuft.

Kurz beantwortet

Sie setzt Verzug und damit Zinsen und Kostenerstattung in Gang — und sie ist Voraussetzung dafür, dass Ihre Anwaltskosten erstattungsfähig sind. Eine Mahnung vor der Anwaltsbeauftragung ist deshalb wirtschaftlich sinnvoll, nicht bloß höflich.

Mahnverfahren bei unstrittigen Forderungen — eine halbe Gerichtsgebühr, wenige Wochen bis zum Vollstreckungsbescheid. Bei absehbarem Widerspruch spart die direkte Klage Zeit, weil das Mahnverfahren dann ohnehin ins Streitverfahren übergeht.

Im Geschäftsverkehr neun Prozentpunkte über Basiszins plus eine Pauschale von 40 Euro (§ 288 Abs. 5 BGB), gegenüber Verbrauchern fünf Prozentpunkte ohne Pauschale. Beides gehört in jede Mahnung.

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Wenn es bei Ihnen anders liegt

Nicht jeder Fall trägt, und nicht für jeden Weg braucht es eine Kanzlei. Was dann hilft:

Beim Schuldner ist nichts zu holen
Ein Titel gegen einen zahlungsunfähigen Schuldner kostet Geld und bringt nichts. Vor der Klage lohnt eine Bonitätsauskunft — und wenn sie negativ ausfällt, ist der Titel dennoch 30 Jahre vollstreckbar, aber das Verfahren sollte dann bewusst als Investition in die Zukunft geführt werden.
Die Forderung ist unbestritten und es geht nur um Zahlungsunwillen
Dann ist das gerichtliche Mahnverfahren der schnellste und günstigste Weg. Sie können es selbst online einleiten; die Gebühr beträgt die Hälfte einer Klagegebühr, mindestens 38 Euro. Mahnverfahren des Bundes und der Länder

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Schlagworte

  • Forderungen
  • Mahnverfahren
  • Inkasso

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