Kosten & Vergütung
Gibt es bei VINQO ein Erfolgshonorar?
In den gesetzlich zulässigen Grenzen ja — Erfolgshonorare sind seit 2021 erweitert erlaubt, aber nur in bestimmten Konstellationen.
Kurz gesagt
Ein Erfolgshonorar ist nur in den engen Grenzen des § 4a RVG zulässig: bei Forderungen bis 2.000 Euro, in der Inkassotätigkeit sowie dann, wenn Sie ohne diese Vereinbarung von der Rechtsverfolgung absehen würden. Wo es zulässig und sinnvoll ist, vereinbaren wir es; ein generelles „Erfolg oder kostenlos" gibt es nicht.
- Stand
- Verantwortlich
Tim PlatnerJurist & Chief Operating Officer (COO), Geschäftsführer Legal Data Technology GmbH- Fachlich zuständig
Jan SchlingmannRechtsanwalt & Geschäftsführer
Rechtsgrundlagen
Gesetzliche Gebühren oder Erfolgshonorar
Gebühren nach RVG
der gesetzliche Regelfall
- Höhe steht vorab fest und richtet sich nach dem Streitwert
- Bei Obsiegen erstattet die Gegenseite sie
- Rechtsschutzversicherung übernimmt sie
- Fallen auch an, wenn nichts durchgesetzt wird
Erfolgshonorar
nur in engen Grenzen zulässig (§ 4a RVG)
- Kein Honorar ohne Erfolg
- Im Erfolgsfall höher als die gesetzlichen Gebühren
- Zulässig unter 2.000 Euro oder wenn Sie sonst nicht klagen würden
- Die Gegenseite erstattet nur die gesetzlichen Gebühren
„Nur bei Erfolg zahlen“ klingt attraktiv und ist in Deutschland stark reguliert. Der Grund ist nicht Standesdünkel, sondern ein Interessenkonflikt.
Was zulässig ist
Nach § 4a RVG darf ein Erfolgshonorar vereinbart werden
- bei Geldforderungen bis 2.000 €,
- in der Inkassotätigkeit außergerichtlich sowie im Mahnverfahren,
- wenn Sie ohne die Vereinbarung von der Rechtsverfolgung absehen würden — bei objektiver Betrachtung Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse.
Die dritte Variante ist die praktisch wichtigste und zugleich die, die konkret begründet werden muss.
Was in die Vereinbarung gehört
Die voraussichtlichen gesetzlichen Gebühren, der Erfolgsfall in klarer Definition, der Zuschlag im Erfolgsfall — und ein Hinweis darauf, dass Gerichtskosten und die Kosten der Gegenseite von der Vereinbarung nicht erfasst sind. Das ist der Punkt, der bei Werbeversprechen regelmäßig fehlt: Ein Erfolgshonorar nimmt Ihnen nicht das Risiko, im Unterliegensfall die Gegenseite zu bezahlen.
Warum ein Interessenkonflikt entstehen kann
Wer prozentual am Ergebnis beteiligt ist, hat ein eigenes Interesse daran, wie ein Vergleich ausfällt — und möglicherweise daran, schnell abzuschließen. Genau bei der Vergleichsberatung brauchen Sie aber eine Einschätzung ohne Eigeninteresse; siehe Vergleich.
Was wir stattdessen anbieten
Kostenfreie Prüfung vorab, feste Preise vor der Beauftragung und dort, wo der Streitwert nicht passt, eine Pauschale. Das ist weniger werbewirksam und für die meisten Mandate ehrlicher.
Was die gesetzlichen Gebühren für Ihren Streitwert betragen — die Vergleichsgröße für jedes Erfolgshonorar —, zeigt der RVG-Rechner.
Das Muster einer Vergütungsvereinbarung finden Sie unter Formulare.
Kurz beantwortet
Weil ein Anwalt, der am Erfolg beteiligt ist, ein wirtschaftliches Eigeninteresse am Verfahrensausgang bekommt — das kann mit der Pflicht zur unabhängigen Beratung kollidieren, etwa bei der Bewertung eines Vergleichsangebots.
Ein Prozessfinanzierer trägt das Kostenrisiko gegen eine Erfolgsbeteiligung. Das ist kein Anwaltshonorar und deshalb nicht nach § 4a RVG beschränkt. Bei größeren Forderungen kann das eine Option sein.
Dann sind Prozesskostenhilfe, ein Rechtsschutzversicherer oder eine Ratenzahlung die realistischeren Wege — dazu gibt es jeweils eine eigene Antwort.
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- Was ist das RVG?
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