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	<title>VINQO Rechtsanwälte</title>
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	<description>Die neue Generation der Rechtsberatung</description>
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		<title>Risikofreie Klage gegen die 1N Telecom GmbH: VINQO geht gegen Forderungen vor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2025 09:55:28 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Düsseldorfer Telekommunikationsunternehmen des Gründers und Geschäftsführers Philipp Hoffmann ist medial vor allem für eins bekannt: dubiose Forderungsschreiben für vermeintlich abgeschlossene Verträge. Die Verbraucherzentrale meldete rund 11.000 Beschwerden gegen die 1N Telecom. Wir haben bereits in 2024 zu den Vorwürfen recherchiert und ein umfangreiches Recherchevideo veröffentlicht &#8211; Hausbesuch inklusive. Es folgte eine Abmahnung für unser...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/risikofreie-klage-gegen-die-1n-telecom-gmbh-vinqo-geht-gegen-forderungen-vor/">Risikofreie Klage gegen die 1N Telecom GmbH: VINQO geht gegen Forderungen vor</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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<p>Das Düsseldorfer Telekommunikationsunternehmen des Gründers und Geschäftsführers Philipp Hoffmann ist medial vor allem für eins bekannt: dubiose Forderungsschreiben für vermeintlich abgeschlossene Verträge.</p>

<p>Die Verbraucherzentrale meldete rund<strong> <a href="https://www.heise.de/news/Verbraucherschuetzer-Mehr-als-11-000-Beschwerden-ueber-1N-Telecom-9957155.html">11.000 Beschwerden gegen die 1N Telecom</a></strong>.</p>

<p>Wir haben bereits in 2024 zu den Vorwürfen recherchiert und ein umfangreiches <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Zjra_cyTJDs">Recherchevideo veröffentlicht</a> &#8211; Hausbesuch inklusive. Es folgte eine Abmahnung für unser Video und der erfolglose Versuch einer einstweiligen Verfügung gegen das Video. Die Folge: die 1N Telecom musste uns rund 4.400,00 EUR Prozesskosten erstatten. Ein teures wie erfolgloses &#8222;Vergnügen&#8220;.</p>
<h2>Mahnschreiben der 1N Telecom</h2>
<p>Das Grundprinzip des Vorgehens der 1N Telecom in den problematischen Fällen ist nahezu identisch und lässt sich in eine der folgenden Kategorien unterteilen: </p>
<ol>
<li>Betroffene schlossen tatsächlich einen Vertrag ab und wollten diesen widerrufen. Der Widerruf wurde jedoch ignoriert und es wurden Forderungen geltend gemacht. </li>
<li>Betroffene erhielten ohne Vertrag einen &#8222;<a href="https://vinqo.de/1n-telecom-gmbh-masche-anbieterwechselauftrag-ohne-auftrag/">Anbieterwechselauftrag</a>&#8220; aus dem nichts und anschließend Forderungen für diesen nie abgeschlossenen Vertrag. </li>
<li>Betroffene sollen über ein Gewinnspiel einen Vertrag mit der 1N Telecom abgeschlossen haben, den sie nicht abschließen wollten.</li>
<li>Betroffene bekommen ohne jeden Rechtsgrund ein Forderungsschreiben zugesandt. </li>
</ol>
<p>Seit Mitte / Ende 2024 beobachten wir verstärkt in unseren Mandaten die letzte Variante. Ohne jede bekannte Vorkorrespondenz werden Forderungen geltend gemacht und angemahnt, um den Druck auf die Nichtschuldner zu erhöhen:</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-991454 size-full" src="https://vinqo.de/wp-content/uploads/1NMahnungScreenshot-2025-01-21-102903.jpg" alt="1N Telecom Mahnung" width="1185" height="485" srcset="https://vinqo.de/wp-content/uploads/1NMahnungScreenshot-2025-01-21-102903.jpg 1185w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/1NMahnungScreenshot-2025-01-21-102903-300x123.jpg 300w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/1NMahnungScreenshot-2025-01-21-102903-1024x419.jpg 1024w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/1NMahnungScreenshot-2025-01-21-102903-768x314.jpg 768w" sizes="(max-width: 1185px) 100vw, 1185px" /></p>
<p>Philipp Hoffmanns 1N Telecom belässt es jedoch nicht bei den eigenen Bemühungen, Zahlungen mit Mahnungen durchzusetzen, sondern zieht inzwischen auch Inkassounternehmen hinzu.</p>
<h2>Inkassoschreiben der 1N Telecom</h2>
<p>Um auf die &#8222;Nichtschuldner&#8220; den Druck zur Zahlung zu erhöhen, schaltet die 1N Telecom Inkassounternehmen ein. </p>
<p>Anfänglich wurde hierzu das Inkassounternehmen &#8222;Riverty&#8220; eingeschaltet, das die Forderungen &#8211; wie in dem Schreiben beispielhaft zu sehen &#8211; geltend machte:</p>

<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-991452 size-full" src="https://vinqo.de/wp-content/uploads/1NTelecomINkassoScreenshot-2025-01-21-101534.jpg" alt="1N Inkasso Riverty " width="900" height="929" srcset="https://vinqo.de/wp-content/uploads/1NTelecomINkassoScreenshot-2025-01-21-101534.jpg 900w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/1NTelecomINkassoScreenshot-2025-01-21-101534-291x300.jpg 291w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/1NTelecomINkassoScreenshot-2025-01-21-101534-768x793.jpg 768w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></p>

<p>Riverty stellte dann die Inkassoverfahren im November 2024 umfangreich ein. Die 1N Telecom GmbH beauftragte dann das Inkassounternehmen &#8222;BID Bayerischer Inkasso Dienst GmbH&#8220; mit der Geltendmachung der Forderungen, beispielhaft zu sehen an diesem Schreiben:</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-991453 size-full" src="https://vinqo.de/wp-content/uploads/BIDInkassoScreenshot-2025-01-21-102048.jpg" alt="BID Inkasso 1N " width="1081" height="951" srcset="https://vinqo.de/wp-content/uploads/BIDInkassoScreenshot-2025-01-21-102048.jpg 1081w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/BIDInkassoScreenshot-2025-01-21-102048-300x264.jpg 300w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/BIDInkassoScreenshot-2025-01-21-102048-1024x901.jpg 1024w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/BIDInkassoScreenshot-2025-01-21-102048-768x676.jpg 768w" sizes="(max-width: 1081px) 100vw, 1081px" /></p>
<p> </p>
<h2>Forderung der 1N Telecom abwehren</h2>
<p>Unser Mandanten berichten uns regelmäßig davon, wie sehr sie sich von den unberechtigten Forderungsschreiben eingeschüchtert fühlen und welche Belastung die wiederholenden Mahnschreiben auslösen. </p>
<p>Deshalb wenden sich Betroffene nicht nur an die Verbraucherzentrale, sondern auch an Rechtsanwaltskanzleien. Auch wir haben rund 200 Mandate bisher gegen die 1N Telecom geführt. </p>
<p>Das Problem bisher: </p>
<p>Entweder sind die Kosten für die außergerichtliche Abwehr (90,96 EUR gem. RVG) für Betroffene zu hoch oder die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten der Abwehr, nicht aber die Kosten der Klage gegen die 1N Telecom GmbH zur Abwehr dieser Forderungen. </p>
<p>Auch die Verbraucherzentrale prüft seit geraumer Zeit eine Art <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/verfahren/1n-telecom">Sammelklage</a> zur Abwehr der Forderungen. Dies ist ein sinnvolles Vorgehen, allerdings wissen wir, dass sich Mandanten häufig schnelle Lösungen wünschen, um endlich mit dem Thema der unberechtigten Forderungen abschließen zu können. </p>
<h2>Wir verklagen die 1N Telecom</h2>
<p>Aus unserer Sicht ist es deshalb dringend erforderlich, dem Geschäftsgebaren der 1N Telecom GmbH systematisch Einhalt zu gebieten und die Lücke &#8211; die gerichtliche und finale Abwehr der Forderungen &#8211; zu schließen. </p>
<p>Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, die gerichtliche Feststellung der unberechtigten Forderungen im Rahmen einer Prozessfinanzierung zu finanzieren. </p>
<p>Für Betroffene, die keinen Vertrag mit der 1N Telecom GmbH abgeschlossen haben und dennoch derartige Forderungsschreiben bekommen, ist damit das <strong>Klageverfahren</strong> über VINQO <a href="https://vinqo.de/1n-telecom-urteil-erhalten-jetzt-kostenfrei-gegen-forderung-vorgehen/"><strong>ohne Kostenrisiko</strong></a> verbunden. Auch eine Rechtsschutzversicherung ist nicht notwendig. </p>
								</div>
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									<p>&#8222;<em>Wir sind absolut davon überzeugt, dass in vielen Fällen die Forderungen der 1N Telecom GmbH unberechtigt sind. Und weil wir davon so überzeugt sind, werden wir die Verfahrenskosten für Betroffene übernehmen, damit Gerichte dem Geschäftsgebaren ein Ende setzen</em>&#8222;, so Platner. </p>
<p>Der Clou dabei: die 1N Telecom GmbH musste VINQO in der Vergangenheit bereits über 4.300,00 EUR an Verfahrenskosten erstatten. </p>
<p>Mit dieser Zahlung werden wir die ersten ca. 100 Verfahren anteilig mitfinanzieren. So verklagen wir die 1N Telecom GmbH praktisch mit ihrem eigenen Geld und können Betroffenen die risikofrei Klageerhebung ermöglichen.</p>
<p>Betroffene können sich ab sofort unter folgendem Link risikofrei anmelden:</p>
<p> </p>								</div>
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									<span class="elementor-button-text">Jetzt gegen die 1N Telecom vorgehen</span>
					</span>
					</a>
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									<p>Das Angebot zur Anmeldung ist aktuell begrenzt, da wir die Verfahrenskosten selbst vorfinanzieren. Bitte beachten Sie deshalb, dass der Link ggfs. für Neuanmeldungen deaktiviert werden kann. Wir sind jedoch bemüht, umfangreiche Kapazitäten bereitzustellen, um möglichst vielen Betroffenen helfen zu können. </p>								</div>
				</div>
					</div>
				</div>
				</div>
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			</item>
		<item>
		<title>VW-Datenskandal: Betroffene schließen sich für mögliche Sammelklage zusammen</title>
		<link>https://vinqo.de/vw-datenskandal-betroffene-schliessen-sich-fur-mogliche-sammelklage-zusammen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jan 2025 17:39:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nach den Enthüllungen des Chaos Computer Club (CCC) hat die Volkswagen-Tochter CARIAD scheinbar nicht nur umfangreiche Analysedaten von rund 800.000 Fahrzeugen unzureichend geschützt, sondern auch GPS-Daten bei Elektrofahrzeugen mit einer bis zu 10cm-genauen Auflösung gespeichert. Hierdurch kann CARIAD umfangreiche Bewegungsprofile über Autofahrer erstellen und ableiten. Welche Fahrzeuge sind betroffen? Von den ausgewerteten Daten sind laut...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/vw-datenskandal-betroffene-schliessen-sich-fur-mogliche-sammelklage-zusammen/">VW-Datenskandal: Betroffene schließen sich für mögliche Sammelklage zusammen</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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									<p>Nach den <a href="https://media.ccc.de/v/38c3-wir-wissen-wo-dein-auto-steht-volksdaten-von-volkswagen">Enthüllungen des Chaos Computer Club</a> (CCC) hat die Volkswagen-Tochter <a href="https://cariad.technology/">CARIAD</a> scheinbar nicht nur umfangreiche Analysedaten von rund 800.000 Fahrzeugen unzureichend geschützt, sondern auch GPS-Daten bei Elektrofahrzeugen mit einer bis zu 10cm-genauen Auflösung gespeichert. Hierdurch kann CARIAD umfangreiche Bewegungsprofile über Autofahrer erstellen und ableiten.</p>								</div>
				</div>
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									<h2>Welche Fahrzeuge sind betroffen?</h2><p>Von den ausgewerteten Daten sind laut CCC bisher folgende Modelle betroffen:</p><ul><li>Audi Q4</li><li>Audi Q6</li><li>Skoda Elroq</li><li>Skoda Enyaq</li><li>Seat Born</li><li>Seat Tavascan</li><li>VW ID.3</li><li>VW ID.4</li><li>VW ID.5</li><li>VW ID.7</li></ul><p>Allerdings sind die Daten der Marken Audi und Skoda in den Standortdaten um eine Positionsstelle gekürzt worden, sodass der Standort nur grob aufgelöst werden kann.</p><p>Bei VW und Seat seien die Bewegungsdaten vollständig gespeichert worden.</p><h2>Welcher Zeitraum wurde ausgewertet?</h2><p>Der CCC konnte über 893 Mio. Geokoordinaten aus dem zugespielten Datensatz auswerten, die sich zeitlich wie folgt verteilen:</p><ul><li>Seat: Dezember 2023 bis September 2024</li><li>VW: September 2023 bis September 2024</li><li>Audi: Februar 2024 bis September 2024</li><li>Skoda: Juli 2024 bis September</li></ul><p>Ob darüber hinausgehende Datensätze existieren, ist aktuell nicht bekannt. CARIAD hat auf den Hinweis des CCC hin die Sicherheitslücke zügig geschlossen. <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/web/volkswagen-konzern-datenleck-wir-wissen-wo-dein-auto-steht-a-e12d33d0-97bc-493c-96d1-aa5892861027">Der CCC lobte die schnelle Reaktion.</a></p><h2>Welche Datenschutzverstöße liegen vor?</h2><p>Das Datenleck sei auch dem Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen gemeldet worden. Aufgrund der detaillierten Veröffentlichung des CCC scheinen insbesondere folgende Punkte rechtlich relevant zu werden:</p><ol><li>Unzureichende technisch-organisatorische Maßnahmen (TOM) zum Schutz der personenbezogenen Daten gem. <a href="https://dsgvo-gesetz.de/art-32-dsgvo/">Art. 32 DSGVO</a></li><li>Unzulässige Speicherung ungekürzter Bewegungsdaten ohne Einwilligung oder Erforderlichkeit gem. <a href="https://dsgvo-gesetz.de/art-6-dsgvo/">Art. 6 Abs. 1 lit. a) bzw. f) DSGVO</a></li></ol><p>Wie diese erhobenen Daten durch VW bzw. CARIAD genutzt worden sind, wird im Rahmen von Auskunftsersuchen aufzuklären sein.</p><p>Rechtlich interessant wird dabei auch die Frage sein, ob durch die Geodaten und die Möglichkeit der Ableitung von Aufenthalten in Kirchen, Krankenhäusern uvm. auch die besonders geschützten “besonderen Kategorien personenbezogener Daten” gem. <a href="https://dsgvo-gesetz.de/art-9-dsgvo/">Art. 9 DSGVO</a> angenommen werden können, bei denen ein grundsätzliches Verarbeitungsverbot besteht. Dies würde eine mögliche Entschädigung erhöhen können.</p><h2>Welche Ansprüche haben Betroffene des VW-Datenskandals?</h2><p>Zu den möglichen Ansprüchen gegen VW bzw. CARIAD zählen:</p><ul><li>Entschädigungsansprüche für die aus unserer Sicht unzulässige Datenerhebung exakter Standortdaten,</li><li>Entschädigungsansprüche für die aus unserer Sicht unzureichende IT-Sicherheit,</li><li>Unterlassungsansprüche</li><li>Löschungs- und Auskunftsansprüche</li></ul><p>Die Höhe der Entschädigung wird für Betroffene dabei ein wichtiges Kriterium sein:</p><blockquote><p><i>“Wir werden uns nicht an dem Überbietungs-Wettbewerb beteiligen, mit dem vermeintliche Höchstentschädigungen versprochen werden. Die Höhe der Entschädigung wird ein Gericht festlegen. Wichtig ist deshalb ein realistisches Erwartungsmanagement und eine transparente Aufklärung im Vorfeld”, </i></p></blockquote><p>so <a href="https://vinqo.de/ueber-uns/tim-platner/">Tim Platner</a>, Geschäftsführer von VINQO und COO der VINQO Rechtsanwälte.</p><h2>Betroffene schließen sich zusammen</h2><p>Betroffene, die gegen VW bzw. CARIAD vorgehen möchten, können ihr Interesse <strong>unverbindlich und kostenfrei</strong> an einer möglichen “Sammelklage” anmelden. Ziel ist es, bei genügend Anmeldungen eine Bündelung zu erzielen.</p><blockquote><p>“<i>Wir haben nach nicht einmal 1,5 Tagen zahlreiche Anmeldungen verzeichnet und prüfen, welches Vorgehen auch mit Verbraucherverbänden hier angeboten werden kann. Die Abstimmungen laufen dazu aktuell auf Hochtouren. Je mehr Betroffene sich unverbindlich anmelden, desto eher lassen sich Ansprüche bündeln und Prozesskosten reduzieren</i>”,</p></blockquote><p>so Platner weiter.</p>								</div>
				</div>
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									<div class="elementor-button-wrapper">
					<a class="elementor-button elementor-button-link elementor-size-sm" href="https://vinqo.de/vw-datenleck-jetzt-als-vw-betroffener-unverbindlich-anmelden/">
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									<span class="elementor-button-text">Interesse an Sammelklage unverbindlich anmelden</span>
					</span>
					</a>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<h2>Sind weitere Hersteller betroffen? </h2><p>In den Kommentarspalten zum VW-Datenskandal wird gelegentlich angeführt, dass alle Hersteller derartige Daten erfassen und speichern.</p><p>Dies ist rechtlich jedoch nur partiell richtig. </p><p>Zutreffend bieten viele Autohersteller Funktionen an, mit denen der Standort des Fahrzeugs überwacht werden kann, z.B. </p><ul><li>Mercedes: <a href="https://assets.oneweb.mercedes-benz.com/plugin/toud/DE/DE/Mmc_PrivacyNotice.pdf">me Adapter Dienste / Meine Fahrten </a></li><li>BWM <a href="https://customer.bmwgroup.com/pm2/pm-document-service/api/v1link/documents/policyName/BMW_CONNECTED_DRIVE_TAC/DE/PDF?language=de&amp;KeyId=f195e93a-6bbd-46f3-b762-6cf0bea480b0">ConnectedDrive</a></li></ul><p>Daneben bieten auch die vom VW-Datenskandal betroffenen Marken (Audi, VW, Skoda und Seat) Endanwender-Apps an, mit denen der Standort angefragt und angezeigt werden kann. </p><h3>Beispiel BMW </h3><p>In den 78-seitigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen zum ConnectedDrive (<a href="https://customer.bmwgroup.com/pm2/pm-document-service/api/v1link/documents/policyName/BMW_CONNECTED_DRIVE_TAC/DE/PDF?language=de&amp;KeyId=f195e93a-6bbd-46f3-b762-6cf0bea480b0">BMW ConnectedDrive, Revisionsdatum: 13. Juni 2024; Version: Release 11/24</a>) gibt BMW an mehreren Stellen an, GPS-Daten entweder in &#8222;BMW-IT-Systemen&#8220; zu speichern oder zu verarbeiten oder an Dritte weiterzugeben: </p><ul><li><strong>Concierge Services</strong>: Position</li><li><strong>Connected E-Mobility</strong>: ungefähre Position des Fahrzeugs (keine genaue Position)</li><li><strong>Connected Parking &amp; Refueling</strong>: Positions- und Bewegungsdaten</li><li><strong>Emergency Call Service</strong>: genauer Standort </li><li><strong>Remote Control</strong> (Fernsteuerung): Abhängig von der &#8222;Auslöseart&#8220; auch der genaue Standort</li><li><strong>Remote Software Upgrade</strong>: Sprachlich unklar wird von &#8222;Fahrzeugdaten&#8220; gesprochen; Im Falle eines abgebrochenen Remote Software Upgrades, bei dem ein Roadside Assitance (sic!) Call eingeleitet wird, werden Fahrzeug-, Standort- und Bewegungsdaten mit dem Assistenzservice eines Drittanbieters geteilt</li><li><strong>Repair &amp; Maintenance</strong>: Standortdaten beim Unfallhilferuf </li><li><strong>Technical Basis</strong>: <br />&#8211; Bei Diebstahlbenachrichtigung: Geoposition zum Zeitpunkt des Alarms <br />&#8211; Für Future Mobility Solutions werden Fahrzeug-und Bewegungsdaten gespeichert, wie z. B. GPS-Koordinaten, Sitzbelegung, Art der Route, Geschwindigkeit, Laufleistung oder der Anteil des elektrischen Fahrens bei Plug-in-Hybrid- oder Elektrofahrzeugen</li><li><strong>Traffic Camera Information</strong>: ungefähre Position des Fahrzeugs (nicht die exakte Position) erfasst.</li><li><strong>Vehicle Apps</strong>: z.B. zur Verarbeitung von Positionsangaben für die Wetter-App, verarbeitet und gespeichert</li></ul><p>Die Standortdaten werden also</p><ul><li>bei Servicediensten anlassabhängig erfasst, </li><li>nur mit dem ungefähren Standort erfasst oder </li><li>bei standortbezogenen Services verarbeitet.</li></ul><p>Die Ausnahme stellt dabei der Abschnitt &#8222;Technical Basis&#8220; dar, der für &#8222;Future Mobility Solutions&#8220; Standortdaten darüber hinaus erfasst. Allerdings gibt BMW hier an:</p><p style="padding-left: 40px;">&#8222;<em>Future Mobility Solutions und Verbesserung der Produktqualität sind standardmäßig deaktiviert und </em><em>können über das Datenschutzmenü im Fahrzeug aktiviert werden&#8220;</em></p><p>BMW teilt also mit, dass bei einer </p><ul><li>aktiv vorliegenden Einwilligung (die Wirksamkeit einmal ausgeklammert) auch</li><li>(wohl ungekürzte) Standortdaten </li></ul><p>für Analysedienste genutzt werden. </p><h3>Unterschied zum VW-Datenleck </h3><p>Die dem CCC zugespielten Datensätze scheinen &#8211; Stand jetzt &#8211; etwas anders gelagert zu sein. </p><p>Denn beispielhaft in der &#8222;<a href="https://consent.vwgroup.io/consent/v1/texts/weconnect/de/de/dataprivacy/latest/pdf">Datenschutzerklärung für die Nutzung der mobilen Online-Dienste der Volkswagen AG „We Connect, VW Connect“ in Fahrzeugen der „ID.</a><br /><a href="https://consent.vwgroup.io/consent/v1/texts/weconnect/de/de/dataprivacy/latest/pdf">Familie</a>“&#8220; aus November 2024 heißt es an mehreren Stellen der Datenschutzerklärung, man verwende insoweit die <strong>gekürzten</strong> GPS-Daten: </p><p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-991398 size-full" src="https://vinqo.de/wp-content/uploads/Screenshot-2025-01-01-182656.jpg" alt="vw ungekürzte GPS Daten" width="1165" height="821" srcset="https://vinqo.de/wp-content/uploads/Screenshot-2025-01-01-182656.jpg 1165w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/Screenshot-2025-01-01-182656-300x211.jpg 300w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/Screenshot-2025-01-01-182656-1024x722.jpg 1024w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/Screenshot-2025-01-01-182656-768x541.jpg 768w" sizes="(max-width: 1165px) 100vw, 1165px" /></p><p>Es verstößt dann jedoch gegen den Grundsatz der Datensparsamkeit, dennoch bei Fahrzeugen der Marken VW und Seat die vollständigen Standortdaten zu erfassen. </p><p>Bei den Marken VW und Seat konnte anhand des Datenlecks also voraussichtlich dargelegt werden, dass die Daten nicht gemäß der eigenen Datenschutzhinweise erfasst oder gespeichert worden sind. </p><h3>Aktuelles Fazit</h3><p>Aktuell lässt sich durch die Veröffentlichungen des CCC bisher nur festhalten, dass die GPS-Daten bei <strong>Volkswagen</strong> und <strong>Seat</strong> umfangreich erfasst worden sind. </p><p>Die Fahrzeughersteller geben in ihren Datenschutzhinweisen erwartungsgemäß einen datenschutzkonformen Umgang mit Standortdaten an &#8211; so auch Volkswagen. </p><p><strong>Aktuell</strong> lässt sich nur bei VW ein aus unserer Sicht datenschutzwidriges Speichern der GPS-Daten durch die zugespielten Daten an den CCC darlegen. Ob auch andere Hersteller in Wahrheit GPS-Daten <strong>exzessiver</strong> speichern und verarbeiten, als es in den Datenschutzhinweisen dargestellt wird, muss weiter aufgeklärt werden. </p>								</div>
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		<title>[EIGEN]: Verleumdungsbeschwerden gegen Bewertungen gezielt von Dritten eingereicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Nov 2024 11:51:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Einstweilige Verfügung]]></category>
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		<category><![CDATA[Verleumdung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die nachdrückliche Vertretung von Mandanten bedeutet auch: Außerrechtliche Angriffe von erfolglosen Gegnern. Unbekannte Dritte versuchen seit einigen Tagen, ca. 50 % der positiven Google Rezensionen der VINQO Rechtsanwälte löschen zu lassen. Der Grund laut unserer Mandanten &#8222;Verleumdung&#8220;. Google hat den Zugriff aktuell auf diese eingeschränkt. &#8222;Wir haben mit Bekanntwerden einen Antrag auf einstweilige Verfügung vor...</p>
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									<p></p>
<p>Die nachdrückliche Vertretung von Mandanten bedeutet auch: Außerrechtliche Angriffe von erfolglosen <strong>Gegnern</strong>.</p>
<p></p>
<p>Unbekannte Dritte versuchen seit einigen Tagen, ca. 50 % der positiven Google Rezensionen der VINQO Rechtsanwälte löschen zu lassen. Der Grund laut unserer Mandanten &#8222;Verleumdung&#8220;. Google hat den Zugriff aktuell auf diese eingeschränkt.</p>
<p></p>
<p>&#8222;<em>Wir haben mit Bekanntwerden einen Antrag auf einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Wuppertal gestellt</em>&#8222;, so Platner, Chief Operating Officer bei VINQO Rechtsanwälte. Die vielen, wertschätzenden Rezensionen werden durch Google wiederherzustellen sein.</p>
<p></p>
<p>Unbekannte Dritte versuchen seit einigen Tagen, ca. 50 % der positiven Google Rezensionen der VINQO Rechtsanwälte löschen zu lassen. Der Grund laut unserer Mandanten &#8222;Verleumdung&#8220;. Google hat den Zugriff aktuell auf diese eingeschränkt.</p>
<p></p>
<p>&#8222;<em>Wir prüfen aktuell auch strafrechtliche Schritte, weil mit unwahren Löschungsanträgen hier offensichtlich wirtschaftliche Schäden hervorgerufen werden sollen</em>&#8222;, so Platner weiter. Parallel wurden Auskunftsanträge gegen die Google Ireland Ltd. gestellt.</p>
<p></p>
<p><strong>Sie haben auch eine vermeintliche Verleumdungsbeschwerde erhalten? </strong></p>
<p></p>
<p>Bitte schreiben Sie Google schnellstmöglich, dass die Beschwerde <strong>unwahr </strong>ist und <strong>nicht von uns</strong> eingereicht worden ist.</p>
<p></p>
<p>Verweisen Sie gerne auch auf diesen Artikel sowie das Verfahren vor dem Landgericht Wuppertal.</p>
<p></p>
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		<title>BGH: Entschädigung nach Datenpanne bei Facebook/Meta [mit VIDEO]</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2024 20:15:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[15 U 67/23]]></category>
		<category><![CDATA[4 U 1969/23]]></category>
		<category><![CDATA[Art. 82 DSGVO]]></category>
		<category><![CDATA[BGH]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesgerichtshof]]></category>
		<category><![CDATA[Datenleck]]></category>
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		<category><![CDATA[Leitsatz]]></category>
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		<category><![CDATA[Schmerzensgeld]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bundesgerichtshof hat in der mündlichen Verhandlung vom 11.11.2024 die Rechte von Betroffenen einer Datenpanne konkretisiert. Damit haben Betroffene von Datenlecks zukünftig mehr Rechtsklarheit, wann sie Anspruch auf eine Entschädigung haben &#8211; und wann nicht.  Was bisher geschah: Der Facebook Scraping Vorfall vor dem BGH  Die Datenpanne  Ausgangsfall war ein s.g. Scraping-Vorfall im Jahr 2018/2019,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/bgh-entschaedigung-nach-datenpanne-bei-facebook-meta-mit-video/">BGH: Entschädigung nach Datenpanne bei Facebook/Meta [mit VIDEO]</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="991235" class="elementor elementor-991235" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Der Bundesgerichtshof hat in der mündlichen Verhandlung vom 11.11.2024 die Rechte von Betroffenen einer Datenpanne konkretisiert. Damit haben Betroffene von <strong>Datenlecks</strong> zukünftig mehr <strong>Rechtsklarheit</strong>, wann sie Anspruch auf eine Entschädigung haben &#8211; und wann nicht. </p><h2>Was bisher geschah: Der Facebook Scraping Vorfall vor dem BGH </h2><h3>Die Datenpanne </h3><p>Ausgangsfall war ein s.g. Scraping-Vorfall im Jahr 2018/2019, bei dem über 500 Millionen Datensätze von Facebook-Nutzern heruntergeladen werden konnten. </p><p>Bis April 2018 erfolgten diese Attacken über die Suchfunktion, bei der über Anfragen fiktiver Nutzer und Telefonnummern öffentlich zugängliche Nutzerinformationen gescraped wurden, sobald eine Telefonnummer einem Nutzer zugeordnet werden konnte.</p><p>Nach Deaktivierung dieser Suchmöglichkeit erfolgte das Scraping über das sog. Contact-import-Tool (im folgenden CIT), das sich sowohl auf der Plattform direkt als auch auf dem an diese angebundenen Messenger befand. Dabei wurden künstlich generierte Telefonnummern als vermeintliche Kontakte fiktiver Nutzer hochgeladen, wodurch es in vielen Fällen gelang, die zu diesen Telefonnummern passenden konkret-individuell angezeigten Nutzer zu identifizieren („one-to-one“) und ihnen ihre öffentlichen Nutzerinformationen zuzuordnen.</p><p>Möglich war dies aufgrund mangelhafter, technischer Sicherheitsmaßnahmen seitens Facebook sowie datenschutzunfreundlicher Standard-Voreinstellungen. So war die hinterlegte Telefonnummer von Facebook-Nutzern mit einem </p><p>In Deutschland sollen rund 6 Millionen Facebook-Nutzer von dem Scraping-Vorfall betroffen sein. </p><h3>Die Klagewelle</h3><p>In der Folge sind zehntausende Verbraucher durch Onlinekanzleien mit Versprechungen von 1.000,00 € oder sogar 5.000,00 € Entschädigung angeworben worden. </p><p>Denn in Art. 82 DSGVO ist geregelt: </p><p style="text-align: left; padding-left: 40px;">&#8222;Jede Person, der wegen eines Verstoßes gegen diese Verordnung ein materieller oder immaterieller Schaden entstanden ist, hat Anspruch auf Schadenersatz gegen den Verantwortlichen oder gegen den Auftragsverarbeiter.&#8220;</p><p>Doch die Klagen waren &#8211; bisher &#8211; keinesfalls sonderlich erfolgreich. Einen Überblick zu der Lage bis zur BGH-Verhandlung vom 11.11.2024 finden Sie in diesem Video: </p>								</div>
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									<p>Laut BGH Beschluss vom 31.10.2024 seien &#8211; auch unter Verweis auf OLG-Entscheidungen &#8211;</p><ul><li>Beim Senat des BGH bisher 25 Revisionen anhängig und </li><li>mehr als <strong>6.000 laufende Klageverfahren</strong> in den Vorinstanzen </li></ul><p>Hieraus ergaben sich folgende Probleme:</p><ul><li>die Klagen wurden neben der eigentlichen Entschädigung mit Unterlassungs-, Feststellungs- und Auskunftsanträgen &#8222;<strong>aufgepumpt</strong>&#8222;. Hierdurch konnten höheren <strong>Rechtsanwaltskosten</strong> abgerechnet werden. Die Anträge waren jedoch ganz überwiegend unzulässig oder unbegründet. Hierdurch blieben Kläger, selbst wenn ein gewisses Schmerzensgeld zuerkannt worden ist, auf den überwiegenden Prozesskosten sitzen. </li><li>Bei der Entschädigung bleibt bis zuletzt streitig, wann ein &#8222;Schaden&#8220; vorlag. Denn der eigentliche Datenschutzverstoß führt nicht automatisch zu einem Schadenersatz. Für einen Ersatz braucht es einen <strong>Schaden</strong>. Die Massenverfahren wurden jedoch meist nur textbausteinartig und damit nicht ausreichend begründet. </li><li>Die Rechtsprechung ist bisher uneinheitlich. Der Bundesgerichtshof entscheidet am 11.11.2024 <strong>erstmals</strong> in einem <strong>Leitentscheidungsverfahren</strong> umfassend hinsichtlich derartiger Entschädigungsansprüche </li></ul><p>Hierdurch sind die bisherigen Facebook-Scraping-Verfahren für Kläger in wirtschaftlicher Hinsicht häufig wenig erfolgreich gewesen. </p><p>Aufgrund der vielen, ungeklärten Rechtsfragen sind diese Klageverfahren deshalb vor dem Bundesgerichtshof als Revisionsinstanz gelandet. </p><h3>Zurückgezogene BGH-Revisionen </h3><p>Der BGH hätte bereits über einen Monat früher, nämlich am 08.10.2024 (Verfahren VI ZR 7/24 und VI ZR 22/24) über diese Scraping-Verfahren verhandeln wollen. </p><p>Diese Revisionen sind jedoch <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/2024190.html">vorzeitig zurückgenommen</a> worden, sodass der BGH sich hierzu nicht mehr äußern konnte. Ob hier Facebook bzw. Meta den Klägern diese Verfahren vorzeitig &#8222;abgekauft&#8220; hat, damit der BGH hierüber nicht mehr entscheiden konnte, ist nicht sicher bekannt. </p><p>Doch der BGH reagierte hierauf &#8211; höchst vorsorglich -mit einem Leitentscheidungsverfahren:</p><h2>Was der BGH entschieden hat</h2><p>Der BGH die Verfahren für den 11.11.2024 als <a href="https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;Datum=2024&amp;nr=139478&amp;linked=bes&amp;Blank=1&amp;file=dokument.pdf">erste Leitentscheidungsverfahren</a> bestimmt. Hierdurch kann der BGH sich auch noch dann zu den Rechtsfragen äußern, wenn die Kläger die Revision doch noch vorzeitig zurücknehmen sollten. </p><p>Die Verfahren sind in der ersten und zweiten Instanz durch die Kanzlei &#8222;WBS LEGAL&#8220; betrieben worden. Vor dem BGH kann die Kanzlei jedoch nicht auftreten, da in Zivilverfahren vor dem BGH <a href="https://dejure.org/gesetze/ZPO/78.html">nur besonders zugelassene BGH-Anwälte</a> auftreten dürfen. </p><h3>Über welche Fragen hat der BGH verhandelt?</h3><p>Der BGH hat im Scraping-Komplex folgende Rechtsfragen für besonders relevant erachtet: </p><p style="padding-left: 40px;">a) Liegt in der Implementierung der sog. Kontakt-Import-Funktion in Verbindung mit der Standardvoreinstellung &#8222;alle&#8220; ein Verstoß der Beklagten gegen die Datenschutz-Grundverordnung im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO?</p><p style="padding-left: 40px;">b) Ist der bloße Verlust der Kontrolle über die gescrapten und nunmehr mit der Mobiltelefonnummer des Betroffenen verknüpften Daten geeignet, einen immateriellen Schaden im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO zu begründen? Falls ja, wie wäre der Ersatz für einen solchen Schaden zu bemessen?</p><p style="padding-left: 40px;">c) Welche Anforderungen sind an die Substantiierung einer Schadensersatzklage nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO zu stellen?</p><p style="padding-left: 40px;">d) Reicht die bloße Möglichkeit des Eintritts künftiger Schäden in einem<br />Fall wie dem vorliegenden aus, um ein Feststellungsinteresse im Sinne des § 256 Abs. 1 ZPO zu begründen?</p><p style="padding-left: 40px;">e) Genügen die vom Kläger gestellten Anträge, dass die Beklagte es unterlasse,<br />&#8211; personenbezogene Daten der Klägerseite unbefugten Dritten über eine<br />Software zum Importieren von Kontakten zugänglich zu machen, ohne die nach<br />dem Stand der Technik möglichen Sicherheitsmaßnahmen vorzusehen, um die<br />Ausnutzung des Systems für andere Zwecke als der Kontaktaufnahme zu verhindern, und<br />&#8211; die Telefonnummer des Klägers auf Grundlage einer Einwilligung zu verarbeiten, die wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen<br />durch die Beklagte erlangt wurde, namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf &#8218;privat&#8216; noch durch Verwendung des Kontaktimporttools verwendet werden kann, wenn nicht explizit<br />hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der FacebookMessenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird,</p><p style="padding-left: 40px;">dem Bestimmtheitsgebot des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO?</p><h3>Was hat der BGH in der mündlichen Verhandlung entschieden?</h3><div>Eine Einordnung zum BGH-Scraping-Verfahren finden Sie in unserem Video unter folgendem Link:</div>								</div>
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									<p>Die mündliche Verhandlung vom <strong>11.11.2024</strong> hat zwar noch keine unmittelbare Entscheidung im Sinne eines Urteils zur Folge. Dennoch hat das Gericht hier bereits <strong>wichtige Leitplanken</strong> gesetzt:</p><ul><li>Ausreichend als Schaden kann der Kontrollverlust über die eigenen Daten sein. </li><li>Weitere Schäden (z.B. Spam-Anrufe etc.) erhöhen die Entschädigung, sind aber nicht mehr erforderlich, um diese erst zu begründen. </li><li>Facebook haftet voraussichtlich auch für zukünftige Ansprüche aus dem Datenleck. Auch Unterlassungsansprüche seien partiell möglich.</li></ul><h3>Verjährung bei Facebook droht </h3><p>Die Ansprüche gegen Meta / Facebook verjähren aller Voraussicht nach mit Ende des Jahres 2024. Betroffene müssen bis dahin entweder Klage erheben oder den Anspruch verkaufen. </p><p>Die Verjährung droht aber erst einmal nur für die seit 2020 bekannt gewordenen Scraping-Verfahren. Andere Datenlecks nach 2020 verjähren noch nicht. </p><h2>Kann ich auch eine Entschädigung von Facebook erhalten?</h2><p>Facebook-Nutzer, die nach der BGH-Verhandlung gegen den Mutterkonzern von Facebook, Meta, ebenfalls eine Entschädigung durchsetzen wollen, müssen von dem Scraping-Datenleck betroffen sein. Andernfalls scheidet ein Anspruch von Beginn aus. </p><p>Ob die eigenen Daten vom Facebook-Datenleck betroffen sind, kann bequem mit einem Sofort-Ergebnis über s.g. Datenleck-Checker überprüft werden.</p><p>Eine kostenfreie Möglichkeit zur Prüfung bietet beispielsweise die in Düsseldorf ansässige Jusperta GmbH (Ext. Link / Werbung):</p>								</div>
				</div>
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					<a class="elementor-button elementor-button-link elementor-size-sm" href="https://app.miamono.de/form/form/DATENSCHUTZVERSTOSS ">
						<span class="elementor-button-content-wrapper">
									<span class="elementor-button-text">Zum kostenfreien Datenleck-Checker</span>
					</span>
					</a>
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								</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Dabei können Betroffene eine Entschädigung auch ohne Rechtsschutzversicherung erhalten, indem sie die Ansprüche gegen Facebook abtreten und <strong>verkaufen</strong>. Über den Link zum Datenleck-Checker finden Sie hierzu weitere Details. </p><p> </p>								</div>
				</div>
					</div>
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		<title>Mieterhöhung durch Modernisierungsmaßnahmen: Was Vermieter und Mieter beachten müssen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Henning Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 17:07:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mieterhöhung]]></category>
		<category><![CDATA[Mietrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Härteeinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Mietvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Modernisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Modernisierung einer Wohnung Modernisierungsmaßnahmen haben das Ziel, den Zustand einer Wohnung zu verbessern und für mehr Wohnkomfort zu sorgen. Doch nicht jeder Mieter sieht darin einen eigenen Vorteil. Meist folgt auf eine Modernisierung eine Mieterhöhung. Welche Chancen Sie als Mieter haben, um gegen eine Modernisierung und damit verbundene Mieterhöhungen vorzugehen, wird in diesem Fachbeitrag aufgezeigt....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="991212" class="elementor elementor-991212" data-elementor-post-type="post">
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Modernisierung einer Wohnung</h1>				</div>
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									<p>Modernisierungsmaßnahmen haben das Ziel, den Zustand <span data-thread-id="35112" data-thread-resolved-at="Fri, 18 Oct 2024 12:53:55 GMT">einer Wohnung zu verbessern und für mehr Wohnkomfort zu sorgen. Doch nicht jeder Mieter sieht darin einen eigenen Vorteil. </span>Meist folgt auf eine Modernisierung eine Mieterhöhung.</p>								</div>
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									<p>W<span data-thread-id="35112" data-thread-resolved-at="Fri, 18 Oct 2024 12:53:55 GMT">elche Chancen Sie als Mieter haben, um gegen eine Modernisierung und damit verbundene Mieterhöhungen vorzugehen, wird in diesem Fach</span>beitrag aufgezeigt. Gleichzeitig erfolgt eine Aufstellung typischer Modernisierungsmaßnehmen sowie eine Abgrenzung zu anderen Maßnahmen. Zudem werden hier auch Ausnahmen aufgeführt und erklärt, weshalb die Miete nach einer Modernisierung nicht in die Höhe schießen kann. </p>								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Modernisierungen im Mietrecht</h2>				</div>
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									<p>Als Mieter sollten Sie sich zunächst darüber im Klaren sein, <strong>ob</strong> der Vermieter eine<strong> Modernisierung </strong>vorsieht<strong> oder </strong>es sich schlichtweg um eine <strong><span data-thread-id="35113" data-thread-resolved-at="Fri, 18 Oct 2024 12:54:51 GMT">Reparatur</span> oder Instandhaltung </strong>handelt. Diesbezüglich gibt es einen Unterschied im Mietrecht, der im folgenden näher erläutert wird.</p>								</div>
				</div>
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									<p><strong>Eine Reparatur wird so definiert, dass sie lediglich den Zustand der Wohnung erhält</strong>, wohingegen <strong>Modernisierungen für eine Verbesserung der Wohnung </strong>sorgen. Ersteres muss vom Vermieter übernommen werden, während<strong> Modernisierungen durchaus auf den Mieter bzw. auf die Miete umgelegt</strong> <strong>werden</strong> können. Bei gewissen Reparaturen ist die Abgrenzung jedoch leider nicht ganz so trennscharf.  Soll beispielsweise eine neue Heizungsanlage eingebaut werden, um bei Kosten für Energie einzusparen, ist diese Form der Neuerung sowohl eine Instandhaltung als auch eine energetische Modernisierung. </p>								</div>
				</div>
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					<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Zu den typischen  Modernisierungsmaßnahmen (§555b im BGB)</strong> zählen:</h3>				</div>
				</div>
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									<ul><li><p style="text-align: justify">Die Wärmedämmung der Mauern und des Dachs, wozu auch der Einbau von wärmegedämmten Fenstern zählt</p></li><li><p style="text-align: justify">Der Einbau einer Heizungsanlage entsprechend des Gebäudeenergiegesetzes</p></li><li><p style="text-align: justify">Die Umstellung der Heizungsanlage von einem fossilen auf einen erneuerbaren Energieträger, zum Beispiel von Öl auf Holzpellets, um langfristig Energie einzusparen</p></li><li><p style="text-align: justify">Die Installation einer Solaranlage </p></li><li><p style="text-align: justify">Der Einbau von Wasserzählern oder einer Anlage zur Regenwassernutzung </p></li><li><p style="text-align: justify">Der Einbau eines Aufzugs, einer Fußbodenheizung oder der Umbau von Toilette und Bad </p></li><li><p style="text-align: justify">Der Anschluss an ein Glasfasernetz </p></li></p>								</div>
				</div>
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					<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Typische Erhaltungsmaßnahmen</strong> sind (§555a BGB):</h3>				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<ul><li><p style="text-align: justify">Die Reparatur der Heizung oder auch der Heizungstausch nach Havarie</p></li><li><p style="text-align: justify">Der Austausch von defekten Rohren, eines abgenutzten Teppichs, von alten Fenstern oder einer alten Badewanne</p></li></p>								</div>
				</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Vermieter plant eine Modernisierung der Wohnung</strong></h2>				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Unabhängig davon, welche Modernisierungsmaßnahme der Vermieter an der Mietsache plant, ist er <strong>dazu verpflichtet, diese drei Monate im Voraus schriftlich beim Mieter anzukündigen</strong>. Sollte dies nicht geschehen und der Mieter eiskalt überrascht werden, kann <span data-thread-id="35115" data-thread-resolved-at="Fri, 18 Oct 2024 12:56:43 GMT">dieser der Maßnahme widersprechen</span>, beziehungsweise muss er diese nicht dulden, da eine Duldungspflicht im Falle einer zu späten oder versäumten Ankündigung nicht besteht. In der Folge muss der Vermieter dem Mieter eine erneute Ankündigung zukommen lassen, die, diesmal rechtzeitig, die beabsichtigte Modernisierungsmaßnahme ankündigt.</p>								</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Als Vermieter sollten Sie <strong>in Ihrer Ankündigung</strong> zu einer Modernisierungsmaßnahme mitteilen,<strong> in welchem Umfang</strong> diese stattfinden soll sowie die <strong>Art </strong>der Modernisierung angeben. Gleichzeitig ist es essenziell, dem Mieter einen Zeitraum zu nennen: <strong>Wann </strong>soll mit der Modernisierung an der Mietsache begonnen werden und<strong> wie lange</strong> soll diese andauern? Sie als Vermieter haben das Recht, die Miete nach einer Modernisierung zu erhöhen. Dies sollten Sie ebenfalls dem Mieter mitteilen und auch angeben, <strong>um wie viel die Miete sowie die Betriebskosten zukünftig erhöht werden.</strong></p>								</div>
				</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Muss der Mieter eine Modernisierung dulden?</strong></h2>				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Auch wenn Sie als Mieter der Ansicht sind, dass es jener vom Vermieter geplanten Modernisierung nicht bedarf, <strong>so müssen Sie diese trotzdem dulden</strong> (sofern eine rechtzeitige Ankündigung seitens des Vermieters erfolgt ist). </p>								</div>
				</div>
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					<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Härteeinwand</h3>				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Vermieter müssen laut Bürgerlichem Gesetzbuch über die Möglichkeit eines Härteeinwands und die dazugehörige Frist informieren. Einen <strong>Härteeinwand</strong> muss der Mieter wiederum spätestens bis zum Ende des Monats einlegen, der auf die Modernisierungsankündigung folgt. In der Regel folgt nach der Modernisierung eine Aufwertung der Mietsache, wodurch Sie als Mieter ebenso profitieren können. </p>								</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p><strong>Sie können sich als Mieter nur gegen eine Modernisierung wehren, wenn diese für Sie oder Ihre Familie eine besondere Härte bedeuten würde.</strong> Eine besondere Härte liegt dann vor, wenn der Vermieter beispielsweise eine Modernisierung ankündigt, die kurz vor Ihrem Umzug liegt oder wenn der <strong>Schmutz oder Lärm im Zuge der Modernisierung Sie stark beeinträchtigen würden.</strong> Eine solche Beeinträchtigung liegt dann vor, wenn Sie als Mieter mit einer<strong> Krankheit</strong> zu kämpfen haben,<strong> höheren Alters oder schwanger </strong>sind. In solchen Fällen sollten Sie den Vermieter unverzüglich bzw. vor Beginn der geplanten <span data-thread-id="35119" data-thread-resolved-at="Mon, 21 Oct 2024 08:41:11 GMT">Modernisierung über diese Umstände informieren, sodass dieser jene Maßnahme rechtzeitig abwenden kann. </span></p>								</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
					<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><span>Sonderkündigungsrecht</span></h3>				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p><span data-thread-id="35119" data-thread-resolved-at="Mon, 21 Oct 2024 08:41:11 GMT">Eine weitere Möglichkeit für Sie </span>als Mieter wäre es, die Wohnung zu kündigen. Dabei würden Sie von Ihrem <strong>Sonderkündigungsrecht nach §555e im BGB</strong> Gebrauch machen. Diese Klausel sieht in Absatz 1 vor, dass Sie als Mieter nach Ankündigung einer Modernisierung das Mietverhältnis außerordentlich zum Ablauf des übernächsten Monats kündigen können.  </p>								</div>
				</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Mieterhöhung nach Modernisierung: Was ist zu beachten?</strong></h2>				</div>
				</div>
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								</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Wie bereits erwähnt, berechtigt eine Modernisierung, da sie den Zustand der Wohnung verbessert, den Vermieter dazu, die Miete entsprechend anzuheben. Dabei darf der Vermieter die angefallenen Modernisierungskosten auf die Kaltmiete umlegen. Einige Aspekte müssen allerdings auch hier vom Vermieter beachtet werden:</p>								</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
					<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Umlage der Modernisierungskosten</strong></h3>				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Es <strong>dürfen lediglich 8% der Modernisierungskosten anteilig auf die Jahresmiete umgelegt werden.</strong> Zu solchen umlagefähigen Kosten zählen der Lohn für die Handwerker, die Baunebenkosten sowie Architekten- und Ingenieurhonorare. Entsprechend sollten Sie als Vermieter alle tatsächlichen Kosten festhalten sowie Belege für jegliche Kosten im Rahmen der Modernisierung aufbewahren, um die Mieterhöhung vor dem Mieter innerhalb einer Erhöhungserklärung  rechtfertigen zu können.</p>								</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
					<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Staatliche Förderungen</strong></h3>				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Sollte der Vermieter <strong>bei seinen Modernisierungsmaßnahmen auf Drittmittel zurückgegriffen</strong> haben, hat er dies <strong>dem Mieter mitzuteilen</strong>. Entsprechend muss die Mieterhöhung angeglichen werden. In diesem Fall zählen zu den Drittmitteln <strong>zinsverbilligte oder sogar zinslose Darlehen</strong> aus öffentlichen Haushalten, <strong>Darlehen aus Mietvorauszahlungen des Mieters </strong>oder auch <strong>Leistungen eines Dritten</strong> für den Mieter. </p>								</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
					<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Kappungsgrenzen</strong></h3>				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Seit dem 01. Januar 2019 traten sogenannte Kappungsgrenzen innerhalb des Mietrechts in Kraft- diese sehen vor, dass <strong>selbst nach sehr kostspieligen Modernisierungen die Miete nicht unbegrenzt erhöht werden darf.</strong> Innerhalb der nächsten sechs Jahre (nach Vollendung der Modernisierungsmaßnahmen) <strong>darf der Quadratmeterpreis nicht um mehr als drei Euro pro Quadratmeter erhöht werden</strong>, sofern die ursprüngliche Miete nicht mehr als sieben Euro pro Quadratmeter betrug. Andernfalls wären maximal zwei Euro pro Quadratmeter als Erhöhungsbetrag zulässig. <strong>Ausnahmen bildet eine Modernisierungsmaßnahme, die den Vermieter gesetzlich dazu verpflichtet hat. </strong></p>								</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
					<h3 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Ortsübliche Vergleichsmiete und Mietpreisbremse</strong></h3>				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p><strong>Mieterhöhungen</strong>, die aufgrund einer Renovierung an der Mietsache erfolgt sind, <strong>sind unabhängig von </strong>Mieterhöhungen im Zusammenhang mit <strong>der ortsüblichen Vergleichsmiete</strong> zu betrachten. <strong>Auch die Mietpreisbremse muss differenziert davon begutachtet werden. </strong>Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Vermieter die Miete auf das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete anheben und danach <strong>eine zweite Mieterhöhung aufgrund von Modernisierungen durchsetzen</strong> darf. <strong>Dabei darf die zweite Erhöhung die Vergleichsmiete übersteigen. </strong>Sollte die Reihenfolge jedoch vertauscht sein, sodass die Miete zunächst aufgrund einer Renovierung auf die ortsübliche Vergleichsmiete gestiegen ist, darf keine weitere Erhöhung erfolgen. </p>								</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Ausnahmen</strong></h2>				</div>
				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p>Von einer <strong>Modernisierungsmieterhöhung ausgeschlossen sind Wohnungen, die mit einem Indexmietvertrag oder einem Staffelmietvertrag </strong>vermietet wurden. In diesen beiden Fällen wird die Miete sowieso in regelmäßigen Abständen erhöht. </p>								</div>
				</div>
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																					<img loading="lazy" width="1024" height="670" src="https://vinqo.de/wp-content/uploads/woman-relaxing-in-armchair-in-modern-apartment-2023-11-27-05-21-47-utc-min-1024x670.jpg" class="attachment-large size-large wp-image-991219" alt="" decoding="async" srcset="https://vinqo.de/wp-content/uploads/woman-relaxing-in-armchair-in-modern-apartment-2023-11-27-05-21-47-utc-min-1024x670.jpg 1024w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/woman-relaxing-in-armchair-in-modern-apartment-2023-11-27-05-21-47-utc-min-300x196.jpg 300w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/woman-relaxing-in-armchair-in-modern-apartment-2023-11-27-05-21-47-utc-min-768x503.jpg 768w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/woman-relaxing-in-armchair-in-modern-apartment-2023-11-27-05-21-47-utc-min-1536x1006.jpg 1536w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/woman-relaxing-in-armchair-in-modern-apartment-2023-11-27-05-21-47-utc-min-1320x864.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />																								</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default"><strong>Fazit</strong></h2>				</div>
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									<p>Modernisierungsmaßnahmen an Mietwohnungen können einerseits zu einer Verbesserung des Wohnkomforts sowie zur Einsparung von Energie und den damit verbundenen Kosten führen.  Andererseits stellen sie für viele Mieter eine Belastung dar, da in der Regel eine Mieterhöhung folgt. Mieter müssen Modernisierungen in den meisten Fällen dulden, haben jedoch gewisse Rechte, wie das Einlegen eines Härteeinwands oder die Nutzung des Sonderkündigungsrechts. Gleichzeitig sind Vermieter dazu verpflichtet, Modernisierungsmaßnahmen rechtzeitig anzukündigen und dürfen die Miete nur unter bestimmten Bedingungen und in begrenztem Umfang erhöhen. Mieter sollten ihre Rechte kennen, um gegebenenfalls angemessen auf geplante Maßnahmen reagieren zu können.</p>								</div>
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									<p>Wir von VINQO führen rund<strong> 1.000 Mietrechtsfälle pro Jahr</strong>. Wir <strong>vertreten Mieter und Vermieter</strong> zu gleichen Teilen und wissen damit aus beiden Perspektiven, wie Ihr Mietrechtsproblem schnell und effizient gelöst werden kann. Dabei legen wir Wert auf schnelle und pragmatische Lösungen, um Ihre Interessen optimal durchsetzen zu können. </p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/mieterhohung-durch-modernisierungsmassnahmen-was-vermieter-und-mieter-beachten-mussen/">Mieterhöhung durch Modernisierungsmaßnahmen: Was Vermieter und Mieter beachten müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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		<title>[VIDEO] Kündigung wegen Eigenbedarf erhalten: So wehren sich Mieter</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Oct 2024 08:45:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eigenbedarf im Mietrecht Das Thema Eigenbedarf spielt im deutschen Mietrecht eine zentrale Rolle und ist mit der häufigste Grund für Mietkündigungen seitens des Vermieters. Es ist ein sensibles und emotional aufgeladenes Thema, das oft zu Missverständnissen und Konflikten zwischen Mieter und Vermieter führt. Wann darf der Vermieter eine Kündigung wegen Eigenbedarfs aussprechen? Wann ist dieser...</p>
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									<h2 data-pm-slice="1 1 []">Eigenbedarf im Mietrecht</h2><p>Das Thema Eigenbedarf spielt im deutschen Mietrecht eine zentrale Rolle und ist mit der <strong>häufigste Grund</strong> für Mietkündigungen seitens des Vermieters. Es ist ein sensibles und emotional aufgeladenes Thema, das oft zu Missverständnissen und Konflikten zwischen Mieter und Vermieter führt.</p><p><strong>Wann darf der Vermieter eine Kündigung wegen Eigenbedarfs aussprechen? Wann ist dieser Kündigungsgrund berechtigt und wann nicht? Und gibt es Möglichkeiten sich gegen Missbrauch zu schützen?</strong></p><p>In diesem Beitrag geben wir Ihnen einen umfassenden Überblick über die rechtlichen Rechte sowie Pflichten beider Parteien, wenn Eigenbedarf geltend gemacht wird.</p>								</div>
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									<h2 data-pm-slice="1 1 []">Was bedeutet Eigenbedarf im Mietrecht?</h2><p>Eigenbedarf ist einer der wenigen rechtlich zulässigen Gründe, die es einem Vermieter ermöglichen, das Mietverhältnis zu kündigen.</p><p>Grundsätzlich gilt in Deutschland ein sehr starker Mieterschutz: Mieter können nicht ohne Weiteres gekündigt werden. Allerdings erlaubt das Gesetz dem Vermieter, eine Wohnung zu kündigen, wenn er oder nahe Angehörige die Wohnung für sich <strong>selbst benötigen</strong>.</p><p>§ 573 BGB regelt dies folgendermaßen:</p><blockquote><p style="padding-left: 40px;">„Der Vermieter kann nur kündigen, wenn er ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses hat. Ein berechtigtes Interesse des Vermieters liegt insbesondere vor, wenn der Vermieter die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt.“</p></blockquote><p>Das bedeutet, dass Eigenbedarf vorliegen kann, wenn der Vermieter die Wohnung <strong>entweder selbst nutzen will</strong> oder sie für bestimmte Personen aus seinem näheren Umfeld benötigt. Zu diesen Angehörigen zählen zum Beispiel:</p><ul><li><p>Kinder</p></li><li><p>Eltern</p></li><li><p>Enkelkinder</p></li><li><p>Geschwister</p></li><li><p>Lebenspartner</p></li><li><p>Pflegekräfte oder Haushaltsangehörige</p></li></ul><h2>Voraussetzungen für die Eigenbedarfskündigung</h2><h3>Konkreter Nutzungswunsch</h3><p>Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Wirksamkeit einer Eigenbedarfskündigung ist der <strong>konkrete Nutzungswunsch</strong> des Vermieters.</p><p>Dies bedeutet, dass der Vermieter klar und nachvollziehbar darlegen muss, warum er oder eine ihm nahestehende Person die Wohnung benötigt. Allgemeine Aussagen wie „Ich brauche die Wohnung für Familienangehörige“ sind nicht ausreichend. Der Vermieter muss detailliert erklären:</p><p><strong>&#8211; Für wen der Eigenbedarf geltend gemacht wird</strong>: Hier muss der Vermieter angeben, ob er selbst, ein Familienmitglied oder eine haushaltsnahe Person das Mietobjekt beziehen soll. Gängige Beispiele sind Kinder, Eltern oder Lebenspartner des Vermieters. Es reicht aber nicht, nur die Person zu benennen, also voller Name zur Überprüfung durch den Mieter, sondern es muss auch die Beziehung und Nähe zum Vermieter dargelegt werden.</p><p><strong>&#8211; Warum die Wohnung benötigt wird</strong>: Der Vermieter muss den Grund für den Eigenbedarf erläutern. Dieser muss plausibel und nachvollziehbar sein. Beispiele:</p><ul><li><p>Ein Familienmitglied zieht wegen eines neuen Jobs oder Studiums in die Stadt.</p></li><li><p>Ältere Familienmitglieder ziehen in die Nähe des Vermieters, um Pflege oder Unterstützung zu erhalten.</p></li><li><p>Der Vermieter möchte selbst in die Wohnung ziehen, weil seine aktuelle Wohnung zu klein oder zu weit vom Arbeitsplatz entfernt ist.</p></li></ul><p><strong>&#8211; Zeitpunkt des Einzugs</strong>: Der Vermieter muss auch darlegen, dass der Bedarf konkret und aktuell ist, also dass die Wohnung in naher Zukunft benötigt wird. Ein nur vager Wunsch („vielleicht in einigen Jahren“) reicht nicht aus. Der BGH hat entschieden, dass diese Kündigungen &#8222;auf Vorrat&#8220; nicht zulässig sind.</p><p><strong>Beispiel</strong>: Ein Vermieter kündigt einer Familie und erklärt, dass seine Tochter, die bisher in einer anderen Stadt studiert hat, einen Job in der Nähe angenommen hat und jetzt in die Wohnung ziehen will. Der Vermieter sollte detailliert angeben, warum seine Tochter die Wohnung genau jetzt braucht (z.B., weil sie bald umziehen wird und ihre jetzige Wohnung kündigt) und warum keine andere Wohnung zur Verfügung steht, die geeignet wäre.</p><h3>Einhaltung der Kündigungsfristen</h3><p>Eine Eigenbedarfskündigung ist nur wirksam, wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsfristen eingehalten werden. Diese richten sich nach der Dauer des Mietverhältnisses (§ 573c BGB):</p><ul><li><p><strong>Mietdauer bis zu 5 Jahren</strong>: Die Kündigungsfrist beträgt <strong>3 Monate</strong>.</p></li><li><p><strong>Mietdauer zwischen 5 und 8 Jahren</strong>: Die Kündigungsfrist beträgt <strong>6 Monate</strong>.</p></li><li><p><strong>Mietdauer länger als 8 Jahre</strong>: Die Kündigungsfrist beträgt <strong>9 Monate</strong>.</p></li></ul><p>Die Kündigungsfrist beginnt, sobald der Mieter das Kündigungsschreiben erhalten hat. </p><h3>Kein Missbrauch des Eigenbedarfs</h3><p>Eine Kündigung wegen Eigenbedarfs darf nicht missbraucht werden, um den Mieter aus unrechtmäßigen oder wirtschaftlichen Motiven zu verdrängen. <strong>Missbrauch</strong> liegt vor, wenn der Eigenbedarf nur vorgetäuscht oder als Vorwand genutzt wird, um beispielsweise:</p><ul><li><p>Die Wohnung zu modernisieren und teurer weiterzuvermieten.</p></li><li><p>Den Mieter loszuwerden, weil er als unliebsam empfunden wird.</p></li><li><p>Eine kurzfristige oder spekulative Umnutzung der Wohnung (z.B. für den Verkauf oder die Umwandlung in eine Ferienwohnung) zu ermöglichen.</p></li></ul><p>Das Gesetz schützt den Mieter vor <strong>vorgetäuschtem Eigenbedarf</strong>. Sollte der Mieter später erfahren, dass die Wohnung nicht wie angekündigt genutzt wird, kann er den Vermieter auf <strong>Schadensersatz</strong> verklagen oder darauf bestehen, in die alte Wohnung zurückzukehren. Dies umfasst in der Regel:</p><ul><li><p>Umzugskosten,</p></li><li><p>die Differenz zur Miete der neuen Wohnung,</p></li><li><p>eventuell sogar Rückkehr in die alte Wohnung.</p></li></ul><p><strong>Beispiel</strong>: Ein Vermieter kündigt einen Mieter wegen Eigenbedarfs für seinen Sohn, der angeblich in die Wohnung einziehen soll. Einige Monate nach der Kündigung stellt sich heraus, dass der Sohn nicht eingezogen ist und die Wohnung stattdessen leer steht. In diesem Fall hat der Mieter einen Anspruch auf Schadensersatz, da der Eigenbedarf nur vorgeschoben war.</p><h2 data-pm-slice="1 1 []"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-991206 size-large" src="https://vinqo.de/wp-content/uploads/senior-woman-writing-a-letter-2023-11-27-05-20-19-utc-min-1024x683.jpg" alt="Widerspruch Härtefall" width="1024" height="683" srcset="https://vinqo.de/wp-content/uploads/senior-woman-writing-a-letter-2023-11-27-05-20-19-utc-min-1024x683.jpg 1024w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/senior-woman-writing-a-letter-2023-11-27-05-20-19-utc-min-300x200.jpg 300w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/senior-woman-writing-a-letter-2023-11-27-05-20-19-utc-min-768x513.jpg 768w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/senior-woman-writing-a-letter-2023-11-27-05-20-19-utc-min-1536x1025.jpg 1536w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/senior-woman-writing-a-letter-2023-11-27-05-20-19-utc-min-2048x1367.jpg 2048w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/senior-woman-writing-a-letter-2023-11-27-05-20-19-utc-min-1320x881.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></h2><h3>Härtefallregelungen</h3><p>Auch wenn alle Voraussetzungen für eine Eigenbedarfskündigung erfüllt sind, hat der Mieter das Recht, sich auf einen Härtefall zu berufen (§ 574 BGB). Ein Härtefall liegt vor, wenn der Auszug für den Mieter eine unzumutbare Härte darstellen würde, die schwerer wiegt als das Interesse des Vermieters an der Wohnung. Mögliche Härtefälle sind:</p><ul><li><strong>Hohes Alter</strong>: Ein Mieter, der schon sehr alt ist und seit vielen Jahren in der Wohnung lebt, könnte argumentieren, dass ein Umzug seine Gesundheit oder sein Wohlbefinden ernsthaft gefährden würde.</li><li><strong style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">Schwere Krankheit</strong><span style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">: Ein kranker Mieter könnte sich auf die Härtefallregelung berufen, wenn der Umzug zu einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands führen würde.</span></li><li><strong style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">Schwangerschaft oder Kinder</strong><span style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">: Auch besondere familiäre Umstände wie eine Schwangerschaft oder schulpflichtige Kinder können als Härtefall geltend gemacht werden.</span></li><li><strong style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">Lange Wohnzeit:</strong><span style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);"> Mieter, die seit vielen Jahren in der Wohnung leben, haben oft eine tiefere Bindung zu ihrem Wohnort. Ein Umzug könnte mit erheblichen emotionalen und sozialen Belastungen verbunden sein.</span></li><li><strong style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">Keine angemessene Ersatzwohnung</strong><span style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">: Wenn der Mieter keine zumutbare Ersatzwohnung findet, könnte dies ebenfalls einen Härtefall darstellen. Dieser Fall ist nochmal explizit in § 574 BGB (2) erwähnt.</span></li></ul><p>Wenn der Mieter erfolgreich einen Härtefall geltend macht, kann das Gericht entscheiden, dass das Mietverhältnis trotz des Eigenbedarfs weiter bestehen bleibt oder dass die Kündigung zu einem späteren Zeitpunkt wirksam wird.</p><h3>Alternativangebot</h3><p>Sollte der Vermieter eine andere, gleichwertige Wohnung zur Verfügung haben, ist er verpflichtet, dem Mieter diese als Alternative anzubieten, <strong>bevor</strong> er eine Eigenbedarfskündigung ausspricht. Das Gericht sieht dies als „milderes Mittel“ an, um dem Mieter den Auszug zu erleichtern. Allerdings muss die Ersatzwohnung ähnlich groß und in vergleichbarem Zustand sein.</p><p><strong>Beispiel</strong>: Ein Vermieter besitzt zwei Wohnungen in demselben Gebäude. Er meldet Eigenbedarf für die Wohnung des Mieters an, obwohl die zweite Wohnung leer steht und vergleichbar ist. In diesem Fall könnte der Vermieter verpflichtet sein, dem Mieter die leerstehende Wohnung anzubieten, bevor er den Eigenbedarf geltend macht.</p><h2 data-pm-slice="1 1 []">Rechte und Pflichten des Mieters bei Eigenbedarf</h2><p>Mieter sind in Deutschland gut geschützt und können nicht ohne Weiteres vor die Tür gesetzt werden. Selbst bei einer berechtigten Eigenbedarfskündigung haben sie einige Möglichkeiten, um ihre Rechte wahrzunehmen:</p><h3>Widerspruchsrecht</h3><p>Das Widerspruchsrecht ist eines der zentralen Instrumente, das Mietern in Deutschland zur Verfügung steht, um sich gegen eine Eigenbedarfskündigung zur Wehr zu setzen. Es ist in § 574 BGB verankert und ermöglicht es Mietern, der Kündigung zu widersprechen, wenn sie eine besondere Härte darstellen würde.</p><h4>Prozess des Widerspruchs</h4><p>Der Mieter muss seinen Widerspruch schriftlich und innerhalb der Frist von <strong>zwei Monaten</strong> nach Erhalt der Kündigung erheben. Es empfiehlt sich, den Widerspruch per <strong>Einschreiben</strong> zu senden, um einen Nachweis über den Versand und den Erhalt zu haben.</p><p>Wenn der Vermieter auf den Widerspruch nicht eingeht oder die Kündigung dennoch durchsetzen möchte, kann der Mieter Klage beim zuständigen Gericht einreichen, um die Unwirkamkeit der Kündigung überprüfen zu lassen.</p><h4>Wichtige Fristen für den Widerspruch</h4><p>Der Widerspruch gegen eine Eigenbedarfskündigung muss innerhalb von <strong>zwei Monaten</strong> nach Erhalt der Kündigung erfolgen. Der Vermieter ist verpflichtet, den Mieter in der Kündigung über diese Widerspruchsfrist zu belehren. Fehlt diese Belehrung oder ist sie unzureichend, kann sich die Frist für den Mieter verlängern.</p><p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-991207 size-large" src="https://vinqo.de/wp-content/uploads/lady-justice-or-justitia-statue-on-table-landlor-2023-11-27-05-36-24-utc-min-1024x683.jpg" alt="Abwehr Eigenbedarf " width="1024" height="683" srcset="https://vinqo.de/wp-content/uploads/lady-justice-or-justitia-statue-on-table-landlor-2023-11-27-05-36-24-utc-min-1024x683.jpg 1024w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/lady-justice-or-justitia-statue-on-table-landlor-2023-11-27-05-36-24-utc-min-300x200.jpg 300w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/lady-justice-or-justitia-statue-on-table-landlor-2023-11-27-05-36-24-utc-min-768x512.jpg 768w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/lady-justice-or-justitia-statue-on-table-landlor-2023-11-27-05-36-24-utc-min-1536x1024.jpg 1536w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/lady-justice-or-justitia-statue-on-table-landlor-2023-11-27-05-36-24-utc-min-2048x1365.jpg 2048w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/lady-justice-or-justitia-statue-on-table-landlor-2023-11-27-05-36-24-utc-min-1320x880.jpg 1320w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p><h2>Abwehr vorgetäuschten Eigenbedarfs</h2><p>Wenn sich herausstellt, dass der Vermieter den Eigenbedarf nur vorgetäuscht hat, stehen dem Mieter verschiedene rechtliche Mittel zur Verfügung.</p><p>Ein vorgetäuschter Eigenbedarf liegt vor, wenn der Vermieter keinen echten Bedarf hat, sondern die Kündigung aus anderen Gründen aussprechen wollte (z.B. um die Miete zu erhöhen oder um unliebsame Mieter loszuwerden).</p><h3>Rechtliche Schritte bei vorgetäuschtem Eigenbedarf:</h3><ul><li><p><strong>Schadensersatzansprüche:</strong> Der Mieter kann Schadensersatz für Umzugskosten, zusätzliche Mietkosten für eine neue Wohnung und andere damit verbundene finanzielle Belastungen geltend machen. Dies umfasst:</p><ul><li><p><strong>Umzugskosten:</strong> Kosten, die durch den Umzug entstehen, wie Transport, Möbelpacker oder neue Möbel.</p></li><li><p><strong>Differenz der Mietpreise:</strong> Wenn die neue Wohnung teurer ist als die alte, kann der Mieter die Differenz für die Dauer des Mietverhältnisses oder bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einklagen.</p></li></ul></li><li><p><strong>Rückkehr in die alte Wohnung:</strong> In bestimmten Fällen kann der Mieter auch Anspruch auf Rückkehr in die alte Wohnung geltend machen, insbesondere wenn nachgewiesen wird, dass der Vermieter den Eigenbedarf nur vorgetäuscht hat. Dies kann insbesondere dann durchsetzbar sein, wenn der Mieter nachweisen kann, dass der Eigenbedarf nicht realisiert wurde (z.B. die Wohnung steht leer oder wurde nicht bezogen).</p></li></ul><h3>Beweislast:</h3><p>Der Mieter trägt die Beweislast, um nachzuweisen, dass der Eigenbedarf nur vorgetäuscht wurde. Dies kann durch verschiedene Beweismittel geschehen, wie Zeugenaussagen, Schriftverkehr mit dem Vermieter oder andere Dokumente, die die wahren Absichten des Vermieters belegen.</p><h2 data-pm-slice="1 1 []">Gerechtfertigter Eigenbedarf:</h2><p><strong>Ein Vermieter kündigt, um die Wohnung seiner Tochter zur Verfügung zu stellen, die aus einer anderen Stadt in die Nähe ihres Arbeitsplatzes ziehen muss.</strong></p><p>In diesem Fall liegt ein klassischer Fall von gerechtfertigtem Eigenbedarf vor. Der Vermieter kann nachvollziehbar erklären, warum seine Tochter die Wohnung benötigt: Sie zieht in die Stadt, um näher an ihrem Arbeitsplatz zu sein. Dieser Grund erfüllt die Anforderungen an einen berechtigten Eigenbedarf, da es sich um ein enges Familienmitglied handelt (Tochter) und der Bedarf konkret und plausibel ist.</p><p>Der Vermieter muss außerdem nachweisen, dass die Tochter tatsächlich beabsichtigt, in die Wohnung einzuziehen. Hierbei muss auch erklärt werden, warum gerade diese Wohnung geeignet ist, zum Beispiel, weil sie sich in der Nähe des Arbeitsplatzes befindet oder aus anderen praktischen Gründen besser geeignet ist.</p><p><strong>Die Eltern des Vermieters wollen sich altersbedingt verkleinern und benötigen daher die vermietete Wohnung, um in die Nähe des Vermieters zu ziehen.</strong></p><p>Auch dies ist ein legitimer Eigenbedarfsgrund. Die Eltern des Vermieters möchten aufgrund ihres Alters in eine kleinere Wohnung ziehen, die für ihre Bedürfnisse besser geeignet ist. Oft geht es in solchen Fällen auch darum, dass ältere Familienangehörige näher bei ihren Kindern wohnen möchten, um Unterstützung im Alltag zu bekommen. Der Vermieter kann so den nachvollziehbaren Wunsch seiner Eltern erfüllen, sich altersgerecht zu verkleinern und näher bei ihm zu sein, um sie besser versorgen zu können. Dieser Grund ist im Sinne des Gesetzes legitim, weil er die familiären Beziehungen betrifft und die gesundheitliche oder altersbedingte Notwendigkeit klar begründet ist.</p><p><strong>Ein Vermieter möchte selbst in die Wohnung einziehen, da seine aktuelle Wohnsituation aus beruflichen oder familiären Gründen nicht mehr passt.</strong></p><p>Angenommen, der Vermieter wohnt derzeit in einer kleineren Wohnung oder einem Haus, das aufgrund von Familienzuwachs (z.B. durch die Geburt eines Kindes) zu klein geworden ist. Der Umzug in die vermietete Wohnung würde eine wesentliche Verbesserung der Lebensumstände darstellen. Auch wenn der Vermieter aus beruflichen Gründen in die vermietete Wohnung ziehen will, etwa weil sie näher am Arbeitsplatz liegt, ist dies ein legitimer Grund für Eigenbedarf. Wichtig ist, dass der Bedarf konkret und nachvollziehbar ist und nicht nur vorgeschoben wird.</p><h2>Ungerechtfertigter Eigenbedarf</h2><p><strong>Der Vermieter kündigt, um die Wohnung zu modernisieren und dann teurer weiterzuvermieten.</strong></p><p>In diesem Fall liegt kein echter Eigenbedarf vor, da die Kündigung nicht zum Zwecke der Eigennutzung durch den Vermieter oder seine Familienangehörigen erfolgt. Vielmehr ist hier das Ziel, durch Modernisierungen die Miete nach der Neuvermietung zu erhöhen. Dieser wirtschaftliche Vorteil rechtfertigt jedoch keinen Eigenbedarf. Eine solche Kündigung ist unrechtmäßig, da das Gesetz nur dann Eigenbedarf anerkennt, wenn der Vermieter oder eine ihm nahestehende Person die Wohnung tatsächlich selbst bewohnen will. Modernisierungsarbeiten oder andere Pläne zur Erzielung von Gewinnsteigerungen können keine Grundlage für eine Kündigung aus Eigenbedarf darstellen.</p><p><strong>Der Vermieter gibt an, dass sein Neffe die Wohnung beziehen möchte, doch dieser hat keine wirkliche Absicht, einzuziehen.</strong></p><p>Wenn der Vermieter Eigenbedarf für eine Person geltend macht, die nachweislich keine ernsthafte Absicht hat, die Wohnung zu beziehen, handelt es sich um einen „vorgeschobenen Eigenbedarf“. In diesem Fall wird die Kündigung nur als Vorwand genutzt, um den Mieter aus der Wohnung zu entfernen, möglicherweise um die Wohnung anschließend gewinnbringend zu verkaufen oder teurer zu vermieten. In solchen Fällen kann der Mieter rechtlich dagegen vorgehen und Schadensersatz fordern, wenn der Schwindel nachgewiesen wird. Typischerweise kommt es dann zu rechtlichen Auseinandersetzungen, bei denen die Absichten des Vermieters genau untersucht werden.</p><p><strong>Der Vermieter kündigt, um die Wohnung vorübergehend leer stehen zu lassen, weil er sie vielleicht irgendwann selbst nutzen möchte.</strong></p><p>Hier handelt es sich ebenfalls um unrechtmäßigen Eigenbedarf. Eine Kündigung ist nur dann gerechtfertigt, wenn der Vermieter oder ein Familienmitglied die Wohnung tatsächlich zu einem bestimmten Zeitpunkt selbst bewohnen will. Eine unsichere oder spekulative Absicht („Ich könnte irgendwann die Wohnung nutzen wollen“) reicht nicht aus. Eigenbedarf muss konkret, gegenwärtig und in naher Zukunft bestehen. Ein bloßes „Vorratshalten“ der Wohnung, um sich Optionen offen zu halten, ist gesetzlich nicht zulässig.</p><p>Diese Beispiele verdeutlichen, wie streng die rechtlichen Anforderungen an den Eigenbedarf sind. Ein Vermieter muss den Eigenbedarf glaubhaft und nachvollziehbar darlegen, damit die Kündigung wirksam ist. Mieter sollten in jedem Fall prüfen, ob der Eigenbedarf tatsächlich berechtigt ist, und haben die Möglichkeit, gegen unrechtmäßige Kündigungen vorzugehen.</p><h2>Eigenbedarf bei befristeten Mietverträgen</h2><p>Auch bei befristeten Mietverträgen kann Eigenbedarf geltend gemacht werden, jedoch nur dann, wenn der Eigenbedarf bereits bei Vertragsabschluss bekannt war und dies auch im Mietvertrag festgehalten wurde. Wird der Eigenbedarf erst nachträglich erkannt, kann er nicht als Kündigungsgrund verwendet werden.</p><h2>Sonderfälle und Ausschluss des Eigenbedarfs</h2><p>Es gibt einige Sonderfälle, in denen eine Eigenbedarfskündigung ausgeschlossen oder erschwert ist:</p><ul><li><strong>Mietvertrag mit Kündigungsausschluss</strong>: Es kann vertraglich vereinbart werden, dass für einen bestimmten Zeitraum eine Eigenbedarfskündigung ausgeschlossen ist. Solche Vereinbarungen sind insbesondere bei Neubauwohnungen oder nach Modernisierungen üblich.</li><li><strong>Sozialwohnungen</strong>: In bestimmten sozialen Wohnungsbauten oder Wohnungen von öffentlichen Trägern kann Eigenbedarf grundsätzlich nicht geltend gemacht werden.</li><li><strong>Eigenbedarf in Eigentumswohnungen</strong>: Wenn der Vermieter eine Wohnung im Rahmen einer Umwandlung in Eigentumswohnungen verkauft hat, darf der neue Eigentümer erst nach drei Jahren Eigenbedarf anmelden. In einigen Städten oder bei speziellen Förderungen kann diese Frist sogar auf bis zu zehn Jahre verlängert werden.</li></ul><h2>Fazit</h2><p>Eigenbedarf ist ein legitimer Kündigungsgrund im Mietrecht, birgt jedoch viele Fallstricke für beide Parteien. Vermieter sollten sicherstellen, dass sie den Eigenbedarf glaubhaft und konkret nachweisen können, um rechtlichen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. Mieter hingegen haben die Möglichkeit, gegen eine unberechtigte Kündigung vorzugehen oder zumindest Härtefallregelungen geltend zu machen. Eigenbedarfskündigungen sind oft der letzte Ausweg, wenn der Vermieter eine Wohnung benötigt. Dennoch sollten beide Seiten respektvoll und mit gegenseitigem Verständnis vorgehen, um unnötige Konflikte zu vermeiden.</p><p>In jedem Fall ist es ratsam, bei Konflikten frühzeitig juristische Beratung in Anspruch zu nehmen, um die bestmögliche Lösung zu finden.</p><p>Wir von VINQO führen rund 1.000 Mietrechtsfälle pro Jahr. Wir <strong>vertreten Mieter und Vermieter</strong> zu gleichen Teilen und wissen damit aus beiden Perspektiven, wie Ihr Mietrechtsproblem schnell und effizient gelöst werden kann. Dabei legen wir Wert auf schnelle und pragmatische Lösungen, um Ihre Interessen optimal durchsetzen zu können. </p>								</div>
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		<title>Mietrückstände: Was Vermieter und Mieter wissen müssen</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Oct 2024 22:13:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mietrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mietrückstand]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mietrückstände sind ein sensibles und oft konfliktreiches Thema im Mietrecht, das sowohl Vermieter als auch Mieter vor große Herausforderungen stellen kann. Für Vermieter bedeuten ausbleibende Mietzahlungen häufig nicht nur finanzielle Einbußen, sondern auch Unsicherheiten in Bezug auf ihre laufenden Verpflichtungen, wie z. B. Hypothekenzahlungen oder die Instandhaltung der Immobilie. Auf der anderen Seite geraten Mieter,...</p>
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<p>Mietrückstände sind ein sensibles und oft konfliktreiches Thema im <a href="https://vinqo.de/rechtsgebiete/mietrecht/" rel="noopener noreferrer">Mietrecht</a>, das sowohl Vermieter als auch Mieter vor große Herausforderungen stellen kann. Für Vermieter bedeuten ausbleibende Mietzahlungen häufig nicht nur <strong>finanzielle Einbußen</strong>, sondern auch Unsicherheiten in Bezug auf ihre laufenden Verpflichtungen, wie z. B. Hypothekenzahlungen oder die Instandhaltung der Immobilie. </p>



<p>Auf der anderen Seite geraten Mieter, die ihre Miete nicht fristgerecht zahlen können, oft in eine schwierige Lage und fühlen sich von der finanziellen Last erdrückt. Es ist daher für beide Seiten von großer Bedeutung, die rechtlichen Aspekte und möglichen Lösungswege bei Mietrückständen zu kennen.</p>



<p>Ein Mietvertrag ist in diesem Zusammenhang von zentraler Bedeutung, da er die Verpflichtungen beider Parteien, einschließlich der fristgerechten Mietzahlung, festlegt.</p>



<p>In diesem Beitrag beleuchten wir die häufigsten Ursachen für Mietrückstände, die rechtlichen Maßnahmen, die Vermieter ergreifen können, sowie die Optionen, die Mietern zur Verfügung stehen, um diese Situation zu bewältigen. Ziel ist es, beiden Parteien praxisnahe Tipps zu geben, wie sie mit dieser schwierigen Situation umgehen können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sind Mietrückstände?</h2>



<p>Ein Mietrückstand entsteht, wenn ein Mieter seine Miete <strong>nicht fristgerecht</strong> oder <strong>gar nicht leistet</strong>. Dies kann aus verschiedenen Gründen geschehen, wie z.B. finanzielle Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit oder anderen persönlichen Umstände. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ursachen für Mietrückstände</h2>



<p>Die Gründe für Mietrückstände sind vielseitig und reichen von kurzfristigen bis hin zu dauerhaften finanziellen Problemen. Die häufigsten Ursachen sind:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><p><strong>Vorübergehende finanzielle Engpässe</strong>: Oftmals führen kurzfristige finanzielle Probleme wie der Verlust des Arbeitsplatzes, unerwartete Ausgaben oder gesundheitliche Probleme dazu, dass Mieter ihre Miete nicht rechtzeitig zahlen können. Diese Situationen sind meist temporär, jedoch können sie schnell zu ernsthaften Zahlungsschwierigkeiten führen, wenn keine Lösung gefunden wird.</p></li>



<li><p><strong>Organisatorische Versäumnisse</strong>: In einigen Fällen vergessen Mieter schlichtweg, die Miete zu überweisen, sei es aufgrund von Unachtsamkeit oder organisatorischen Fehlern. Auch technische Probleme wie falsch eingerichtete Daueraufträge können zu Mietrückständen führen.</p></li>



<li><p><strong>Dauerhafte Zahlungsunfähigkeit</strong>: Langfristige finanzielle Schwierigkeiten, wie eine Überschuldung oder ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen Einkommen und Ausgaben, führen in manchen Fällen dazu, dass Mieter nicht mehr in der Lage sind, ihre Miete vollständig zu bezahlen. Diese Situationen sind besonders problematisch, da sie ohne externe Unterstützung schwer zu bewältigen sind.</p></li>



<li><p><strong>Probleme mit Untermietern</strong>: Schwierigkeiten mit Untermietern, wie unerlaubte <a href="https://vinqo.de/bgh-untervermietung-auch-bei-abwesenheit-des-hauptmieters-moglich/" rel="noopener noreferrer">Untervermietung</a> oder Zahlungsverzug durch den Untermieter, können ebenfalls zu Mietrückständen führen. Es ist wichtig, dass Mieter die Erlaubnis des Vermieters einholen und einen Untermietvertrag erstellen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.</p></li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading">Prävention von Mietrückständen</h2>



<p>Um Mietrückstände von vornherein zu vermeiden, ist es wichtig, klare Absprachen mit dem Mieter zu treffen und zur Minimierung von Ausfallrisiken eine Bonitätsprüfung durchzuführen. </p>



<p>Eine Bonitätsprüfung gibt Aufschluss über die finanzielle Situation des Mieters und hilft Vermietern, potenzielle Mieter mit einem höheren Risiko von Mietausfällen zu identifizieren. Darüber hinaus kann eine klare Kommunikation zwischen Vermieter und Mieter sicherstellen, dass die Miete pünktlich bezahlt wird und eventuelle Probleme frühzeitig erkannt werden. Durch diese präventiven Maßnahmen können Vermieter das Risiko von Mietrückständen erheblich reduzieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Abmahnungen bei Mietrückständen: Der richtige Umgang mit ausbleibenden Zahlungen</h2>



<p>Für Vermieter ist es entscheidend, bei ausbleibenden Mietzahlungen schnell und angemessen zu handeln, um den Mietrückständen entgegenzuwirken. </p>



<p>Eine <strong>Mahnung</strong>, also eine formale Erinnerung, wird an den Mieter versandt, um den Mieter zur Zahlung der aktuellen, ausstehenden Miete aufzufordern. </p>



<p>Eine <strong>Abmahnung</strong> ist ein wichtiges rechtliches Instrument, um den Mieter &#8222;anzuzählen&#8220;, seinen Zahlungspflichten zukünftig pflichtgemäß nachzukommen. Zudem gibt es dem Vermieter bei Wiederholung Möglichkeit ordentliche aber auch außerordentliche fristlose Kündigungen auszusprechen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die erste Abmahnung: Freundliche Erinnerung</h3>



<p>Zu Beginn sollten Vermieter eine freundliche Zahlungserinnerung versenden, sobald die Mietzahlung ausbleibt. In vielen Fällen handelt es sich um ein Versehen oder einen kurzfristigen finanziellen Engpass, der durch einen klaren Hinweis auf die ausstehende Zahlung gelöst werden kann. Diese Erinnerung sollte zeitnah erfolgen und den Mieter auf die fälligen Beträge aufmerksam machen. Die Miete muss immer bis spätestens zum dritten Werktag eines Monats auf dem Konto des Vermieters eingegangen sein, ab diesem Zeitpunkt hat der Vermieter die Möglichkeit abzumahnen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zweite und dritte Abmahnung: Förmliche Aufforderung</h3>



<p>Wenn die Zahlung auch nach der ersten Erinnerung ausbleibt, sollten Vermieter eine förmliche Abmahnung aussprechen. In dieser sollte der ausstehende Betrag klar benannt und eine Frist gesetzt werden, innerhalb derer die Zahlung erfolgen muss. Zudem sollten die Konsequenzen im Falle einer weiteren Nichtzahlung deutlich gemacht werden, etwa die Androhung einer Kündigung. Eine dritte Abmahnung kann folgen, um den Druck auf den Mieter zu erhöhen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kündigungsandrohung: Eskalation vermeiden</h3>



<p>Falls der Mieter trotz mehrerer Abmahnungen nicht zahlt, haben Vermieter das Recht, eine fristlose Kündigung des Mietvertrages anzudrohen. In manchen Fällen ist auch eine fristgerechte Kündigung bei wiederholtem Zahlungsverzug möglich. Für Mieter ist es in dieser Phase besonders wichtig, auf Abmahnungen zu reagieren, um eine Eskalation zu vermeiden. Eine offene und ehrliche Kommunikation mit dem Vermieter kann helfen, etwaige Missverständnisse zu klären und alternative Lösungen wie eine Ratenzahlung oder eine Stundung der Mietschuld zu verhandeln.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ordentliche Kündigung wegen Mietrückständen: Rechte und Pflichten von Vermieter und Mieter</h2>



<p>Eine <strong>ordentliche Kündigung</strong> wegen Zahlungsverzugs unterscheidet sich von der fristlosen Kündigung, da sie unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist erfolgt. Hier die wichtigsten Schritte und Voraussetzungen:</p>



<h3 class="wp-block-heading">Voraussetzungen für die ordentliche Kündigung:</h3>



<ol class="wp-block-list">
<li><p><strong>Wiederholter Zahlungsverzug</strong>: Der Mieter muss mehrfach unpünktlich oder unvollständig gezahlt haben, sodass es zu einem regelmäßigen Zahlungsverzug kommt. Ein einzelner Zahlungsverzug reicht nicht aus.</p></li>



<li><p><strong>Abmahnung</strong>: Vor der ordentlichen Kündigung muss der Vermieter den Mieter mindestens einmal schriftlich abmahnen und auf den Zahlungsverzug hinweisen.</p></li>



<li><p><strong>Fortgesetzter Verzug</strong>: Wenn der Mieter trotz der Abmahnung weiterhin nicht fristgerecht zahlt, kann die Kündigung ausgesprochen werden.</p></li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf der ordentlichen Kündigung:</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><p><strong>Schriftform</strong>: Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, und der Vermieter muss die genauen Gründe (den Zahlungsverzug) benennen.</p></li>



<li><p><strong>Kündigungsfrist</strong>: Es gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von meist drei Monaten, abhängig von der Dauer des Mietverhältnisses. Der Mieter muss die Wohnung also nicht sofort räumen.</p></li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Unterschied zur fristlosen Kündigung:</h3>



<p>Während die <strong>fristlose Kündigung</strong> bei erheblichem Verzug (z. B. zwei Monatsmieten Rückstand) sofort möglich ist, erfordert die <strong>ordentliche Kündigung</strong> wiederholte Verzögerungen und erfolgt mit Frist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fristlose Kündigung wegen Mietrückständen: Rechte und Pflichten von Vermieter und Mieter</h2>



<p>Die fristlose Kündigung eines Mietvertrages stellt für Vermieter das schärfste Mittel dar, wenn Mieter ihren Zahlungsverpflichtungen in erheblichem Umfang nicht nachkommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wann ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt?</h3>



<p>Gemäß <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__543.html">§ 543 BGB</a> ist eine fristlose Kündigung dann zulässig, wenn der Mieter mit der Zahlung von zwei aufeinanderfolgenden Monatsmieten in Verzug ist. Alternativ kann auch eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden, wenn der Mieter <strong>über einen längeren Zeitraum</strong> Mietschulden anhäuft, die in ihrer Gesamtsumme <strong>mindestens zwei Monatsmieten</strong> entsprechen. In diesen Fällen wird der Zahlungsverzug als erheblich betrachtet, und der Vermieter ist berechtigt, das Mietverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu beenden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Voraussetzungen für die fristlose Kündigung</h3>



<p>Damit eine fristlose Kündigung rechtlich wirksam ist, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><p><strong>Schriftform</strong>: Die Kündigung muss zwingend schriftlich erfolgen. Eine mündliche Kündigung ist nicht rechtswirksam.</p></li>



<li><p><strong>Begründung</strong>: In dem Kündigungsschreiben muss der Vermieter den genauen Grund für die Kündigung angeben, insbesondere die Höhe des Mietrückstandes und den Zeitraum, in dem die Rückstände aufgelaufen sind.</p></li>



<li><p><strong>Erheblicher Zahlungsverzug</strong>: Wie bereits erwähnt, muss der Mietrückstand die Schwelle von zwei Monatsmieten erreichen oder überschreiten.</p></li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Schonfristzahlung: Letzte Chance für den Mieter</h3>



<p>Trotz fristloser Kündigung haben Mieter die Möglichkeit, das Mietverhältnis durch eine sogenannte &#8222;Schonfristzahlung&#8220; zu retten. Diese gibt dem Mieter die Möglichkeit, die gesamte ausstehende Miete innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt der fristlosen Kündigung oder spätestens nach Zustellung der Räumungsklage zu begleichen. Erfolgt die Zahlung innerhalb dieser Frist, wird die Kündigung unwirksam, und das Mietverhältnis wird fortgesetzt. Dies stellt eine letzte Chance für den Mieter dar, die Wohnung zu behalten und den Konflikt beizulegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verjährung von Mietrückständen</h2>



<p>Mietrückstände unterliegen gemäß § 195 BGB der Verjährung. Die reguläre Verjährungsfrist für Ansprüche auf Zahlung der monatlichen Miete beträgt drei Jahre. Diese Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Anspruch auf Mietzahlung entstanden ist und der Vermieter Kenntnis von dem Zahlungsrückstand erlangt hat oder hätte erlangen müssen (gemäß § 199 Abs. 1 BGB). Es ist daher für Vermieter wichtig, ihre Ansprüche rechtzeitig geltend zu machen, um den Verlust ihrer Forderungen durch Verjährung zu vermeiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterstützung für Mieter bei Mietrückständen</h2>



<p>Mieter, die mit Mietrückständen konfrontiert sind, haben verschiedene Möglichkeiten, ihre finanzielle Situation zu verbessern. Eine Option ist die Vereinbarung von <strong>Ratenzahlungen</strong> mit dem Vermieter, um die Schulden schrittweise abzubauen. Alternativ können Mieter sich Geld von Freunden oder Familie leihen oder Beratung bei Mietvereinen suchen, die oft Unterstützung bieten. In einigen Fällen kann auch das Jobcenter oder das Sozialamt finanzielle Hilfe leisten. Eine frühzeitige Kommunikation mit dem Vermieter kann oft helfen, eine einvernehmliche Lösung zu finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mietrückstände in der Coronakrise</h2>



<p>Die Coronakrise hat viele Mieter in eine schwierige finanzielle Lage gebracht, sei es durch Kurzarbeit oder den Verlust des Arbeitsplatzes. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat die deutsche Bundesregierung ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, das auch die Probleme der Mieter berücksichtigt. Während der Coronakrise wurden die Rechte der Mieter gestärkt, indem beispielsweise Kündigungen aufgrund von Mietrückständen zeitweise ausgesetzt wurden. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwangsräumung: Das letzte Mittel</h2>



<p>Wenn der Mieter nach der fristlosen Kündigung nicht freiwillig auszieht und auch die Mietrückstände nicht begleicht, bleibt dem Vermieter die Möglichkeit, eine Zwangsräumung durchzusetzen. Hierzu muss der Vermieter eine <strong>Räumungsklage</strong> einreichen, die durch ein Gericht geprüft und gegebenenfalls ausgeurteilt wird. Im Erfolgsfall erhält der Vermieter einen vollstreckbaren <strong>Räumungstitel</strong>, der ihn dazu berechtigt, die Wohnung durch einen Gerichtsvollzieher räumen zu lassen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ablauf der Zwangsräumung</h3>



<p>Der Gerichtsvollzieher setzt einen <strong>Räumungstermin</strong> fest, über den der Mieter schriftlich informiert wird. Sollte der Mieter bis zu diesem Termin seine Wohnung nicht geräumt haben, wird die Räumung zwangsweise durchgeführt. Persönliche Gegenstände des Mieters werden entweder eingelagert oder, je nach Fall, zwangsversteigert, um die offenen Kosten zu decken.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Folgen für Mieter und Vermieter</h3>



<p>Für den Mieter bedeutet eine Zwangsräumung nicht nur den Verlust der Wohnung, sondern auch erhebliche finanzielle Belastungen, da er die Kosten des Verfahrens sowie eventuelle Schadensersatzforderungen des Vermieters tragen muss. Auch für den Vermieter kann der Prozess langwierig und kostspielig sein. Um dies zu vermeiden, versuchen viele Vermieter, durch Vergleichsvereinbarungen eine außergerichtliche Einigung zu erzielen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vergleichsvereinbarungen: Eine Lösung für beide Parteien</h2>



<p>Eine Vergleichsvereinbarung kann eine sinnvolle Alternative zur Eskalation darstellen. </p>



<p>Hierbei einigen sich Vermieter und Mieter auf eine außergerichtliche Lösung, bei der der Mieter seine Schulden in Raten abbezahlt oder andere Kompromisse eingeht, um die Situation zu klären. Solche Vereinbarungen ersparen beiden Seiten die Zeit, den Aufwand und die Kosten, die mit einer Zwangsräumung oder einem Gerichtsprozess verbunden wären.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit </h2>



<p>Mietrückstände stellen für beide Parteien – Vermieter und Mieter – eine ernsthafte Herausforderung dar. Für Vermieter bedeuten sie finanzielle Einbußen und im schlimmsten Fall einen langwierigen Rechtsprozess bis hin zur Zwangsräumung. Für Mieter können sie zum Verlust der Wohnung führen und zusätzliche finanzielle Belastungen mit sich bringen. Um Eskalationen zu vermeiden, ist eine offene Kommunikation entscheidend. Mieter sollten frühzeitig das Gespräch suchen, wenn Zahlungsprobleme auftreten, während Vermieter auf klare Mahnverfahren und rechtzeitige Schritte setzen sollten. Trotz der rechtlichen Möglichkeiten wie fristlose Kündigung und Zwangsräumung gibt es oft Spielraum für Kompromisse, wie Ratenzahlungen oder Schonfristzahlungen, die den Konflikt lösen können.</p>



<p>Wir von VINQO führen rund&nbsp;1.000 Mietrechtsfälle pro Jahr. Wir <strong>vertreten Mieter und Vermieter</strong> zu gleichen Teilen und wissen damit aus beiden Perspektiven, wie Ihr Mietrechtsproblem schnell und effizient gelöst werden kann. Dabei legen wir Wert auf schnelle und pragmatische Lösungen, um Ihre Interessen optimal durchsetzen zu können.&nbsp;</p>



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		<title>Mietspiegel und Mietpreisbremse: Welche Miethöhe ist noch zulässig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Oct 2024 07:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mieterhöhung]]></category>
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		<category><![CDATA[Mietpreisbremse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erscheint Ihnen die Entwicklung der Mietpreise unübersichtlich? Haben Sie den Eindruck jeden Monat zu viel Miete für Ihre Wohnung an den Vermieter zu überweisen? Oder fragen Sie sich als Vermieter, wie hoch Sie die Miete ansetzen sollten oder dürfen? Der Mieterschutz spielt eine zentrale Rolle bei der Wohnungssuche und im Mietverhältnis. In Deutschland gibt es...</p>
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									<div data-pm-slice="3 2 []"><p><span style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">Erscheint Ihnen die Entwicklung der Mietpreise unübersichtlich? Haben Sie den Eindruck jeden Monat zu viel Miete für Ihre Wohnung an den Vermieter zu überweisen? </span><span style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">Oder fragen Sie sich als Vermieter, wie hoch Sie die Miete ansetzen sollten oder dürfen?</span></p></div><div><p>Der Mieterschutz spielt eine zentrale Rolle bei der Wohnungssuche und im Mietverhältnis. In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Gesetzen und Regelungen, die den Mieter schützen und faire Mietbedingungen gewährleisten sollen. Ein prominentes Beispiel ist die Mietpreisbremse, die die Miethöhe bei Wiedervermietung auf maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete begrenzt. Diese Regelung soll verhindern, dass Mieten in angespannten Wohnungsmärkten, wie in vielen Großstädten, unkontrolliert steigen. Es ist daher wichtig, sich über die verschiedenen Mieterschutzgesetze zu informieren, um als Mieter gut geschützt zu sein und seine Rechte zu kennen. Dies umfasst nicht nur die Mietpreisbremse, sondern auch weitere Schutzmechanismen wie Kündigungsschutz und Regelungen zur Mietminderung.</p></div><div><p>Die Miethöhe zu prüfen ist ein entscheidender Schritt bei der Suche nach einer neuen Wohnung. Um sicherzustellen, dass die Miete fair und angemessen ist, kann der Mietspiegel als wertvolles Hilfsmittel dienen.</p><p>Im folgenden Abschnitt verraten wir Ihnen alles Wissenswerte über die Miethöhe, wie diese festgelegt wird, weshalb die Miete in Großstädten durch die Mietpreisbremse nicht in unendliche Höhen aufsteigt und bei welchen Ausnahmen eine Mieterhöhung gerechtfertigt ist.</p></div><div><h2>Was ist der Mietspiegel?</h2></div><div><p>Für die Bestimmung der Miethöhe <a href="https://vinqo.de/meldung-ins-his-nach-verkehrsunfall/#elementor-toc__heading-anchor-4" rel="noopener noreferrer">ist</a> die ortsübliche Vergleichsmiete ein wichtiges Hilfswerk -entsprechend hilft ein Blick in den Mietspiegel.</p><p>Der <strong>Mietspiegel</strong> ermittelt die ortsübliche Vergleichsmiete für <strong>Wohnungen</strong> in einer <strong>bestimmten Region</strong> und bietet somit eine verlässliche Orientierungshilfe.</p><p>In Hamburg beispielsweise kann der Mietspiegel bequem auf der Website der Stadt Hamburg abgerufen werden. Dies schützt sowohl Mieter als auch Vermieter vor unangemessenen Mietforderungen und schafft Transparenz auf dem Wohnungsmarkt.</p><p>Der <strong>Mietspiegel</strong> gleicht einer Tabelle, anhand der sowohl Mieter als auch Vermieter den <strong>üblichen Mietpreis</strong> innerhalb des angegebenen Wohnbezirks einer <strong>Wohnung mit vergleichbarer Ausstattung</strong> einsehen können- dabei wird zwischen dem<strong> einfachen </strong>und dem<strong> qualifizierten Mietspiegel</strong> unterschieden.</p><p>Mit dem Mietspiegel soll zunächst Markttransparenz geschaffen werden. Die <strong>ortsübliche Vergleichsmiete</strong> gibt einen ungefähren Richtwert in Bezug auf die Miethöhe. Gleichzeitig ist der Mietspiegel der häufigste Grund für Mieterhöhungen. </p><p>Schauen Sie also einfach <strong>auf der Website Ihrer Stadt oder Gemeinde</strong> nach der ortsüblichen Vergleichsmiete mit Ihren Angaben zum Zustand Ihrer Wohnung. Diese Informationen sind sowohl für Mieter als auch Vermieter <strong>hilfreich bei der Überprüfung oder Bestimmung der zukünftigen Miethöhe</strong>.</p></div><div><h2>Kein Mietspiegel vorhanden &#8211; was tun?</h2></div><div><p>Sollte kein Mietspiegel für die Stadt angegeben sein, können Sie als Vermieter den <strong>Mietspiegel einer vergleichbaren Gemeinde in der Nähe heranziehen</strong>. und das auch dann, wenn dort nur ein veralteter Mietspiegel vorhanden ist.</p><p>Ebenso kann sich der Vermieter auf den Mietzins von vergleichbaren Wohnungen berufen. Hierbei müssen <strong>mindestens drei Vergleichsobjekte</strong> herangezogen werden, die zu diesem Zeitpunkt vermietet werden und in derselben Gemeinde liegen, in der auch die Bezugswohnung liegt.</p><p>Auch auf <strong>Datenbanken von Vermietern </strong>oder <strong>Mieterverbänden</strong> kann zurückgegriffen werden. Eine weitere Möglichkeit wäre es, sich an die<strong> Stadtverwaltung</strong> oder auch den <strong>ortsansässigen Mietverein</strong> zu wenden, um die ortsübliche Miethöhe zu ermitteln.</p><p>Ebenso möglich ist es, einen <strong>Sachverständigen </strong>einzuschalten, welcher die ortsübliche Vergleichsmiete anhand der Größe und Ausstattung vergleichbarer Wohnungen einschätzt. Die Begründungspflicht ist erfüllt, sofern der Sachverständige eine<strong> Aussage über die tatsächliche ortsübliche Vergleichsmiete trifft</strong> und die Wohnung, die es zu beurteilen gilt, in das ortsübliche Preisgefüge einordnet. Dabei ist eine Besichtigung der zu beurteilenden Wohnung sowie vergleichbarer Wohnobjekte nicht notwendig. Die Kosten für den Sachverständigen hat der Vermieter zu tragen, da er ja eine Mieterhöhung mit dem Gutachten erzielen bzw. begründen will.</p></div><div><h2>Wie setzt sich der Mietspiegel zusammen?</h2></div><div><h3>Der einfache Mietspiegel</h3></div><div><p>Der einfache Mietspiegel <strong>unterliegt keinem mathematischen Verfahren</strong> und kann sich aus der Datensammlung ortsüblicher Vergleichsmieten ergeben, die entweder von der Stadt, Gemeinde oder aber von Mieter-/Vermieterverbänden gemeinsam erstellt wurden. Diese Daten sind für Behörden oder vor Gericht ausreichend, um eine erste Grundlage zur Einschätzung der ortsüblichen Vergleichsmiete zu haben.</p></div><div><h3>Der qualifizierte Mietspiegel</h3></div><div><p>Der qualifizierte Mietspiegel basiert im Vergleich zu dem einfachen Mietspiegel <strong>auf</strong> anerkannten <strong>wissenschaftlichen Grundsätzen</strong>.</p><p>Seit dem 01. Juli 2022 gilt das <a href="https://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzgebung/BGBl/Bgbl_Mietspiegelreformgesetz.html"><strong>Mietspiegelreformgesetz</strong></a>, welches einen <strong>qualifizierten Mietspiegel gewährleisten</strong> soll. Dieses Gesetz soll die Qualität sowie die Verbreitung von Mietspiegeln stärken und die Rechtssicherheit für Mieter und Vermieter erhöhen.</p><p>Um dies zu gewährleisten, sieht das <a href="https://www.buzer.de/Mietspiegelreformgesetz.htm">Mietspiegelreformgesetz</a> vor, alle Städte und Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern dazu zu verpflichten, einen Mietspiegel zu erstellen. Im Zuge dessen sind Mieter und Vermieter gleichermaßen dazu verpflichtet, <strong>Informationen über das Mietverhältnis </strong>auszuhändigen und Eigenschaften der Wohnung (Quadratmeterzahl, Etage, Miethöhe) preis zu geben. Aufgrund dieser <strong>direkten</strong> <strong>Datenerhebung</strong> durch die Befragung von Mietern und Vermietern <strong>wird ein qualifizierter Mietspiegel ermittelt. </strong>Dieser muss dann durch eine durch das Landesrecht gewählte Behörde oder durch die Interessenvertreter der Vermieter und Mieter anerkannt werden. Angepasst wird dieser alle zwei Jahre an die momentane Marktentwicklung. Alle vier Jahre wird er neu erstellt.</p></div><div><h2>Die Mieterhöhung</h2></div><div><p>Geregelt wird die Miethöhe nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), ebenso wie eine Mieterhöhung.</p><p>Diese darf jedoch nur unter zwei Gesichtspunkten erfolgen, nämlich <strong>nach Vereinbarung oder nach Gesetz</strong>. Gemeint ist damit, dass die Mieterhöhung entweder vertraglich festgelegt wird &#8211; beispielsweise in Form der Indexmietvereinbarung oder Staffelmietvereinbarung &#8211; oder aber, sofern keine vertragliche Erhöhungsmöglichkeit vorliegt, nach Gesetz. </p><p>Es gibt aber auch Ausnahmen, in denen der Vermieter das <a href="https://vinqo.de/rechtsgebiete/it-recht/" rel="noopener noreferrer">Recht</a> hat, die Miethöhe ohne weitere Absprache zu bestimmen:</p><p><strong>Der Vermieter darf die Miete an die </strong>oben angesprochene,<strong> ortsübliche Vergleichsmiete angleichen.</strong> </p></div><div><h2>Die Mietpreisbremse: Wann ist genug?</h2></div><div><p>Auch im Zusammenhang mit der Mietpreisbremse spielt der qualifizierte Mietspiegel bzw. die ortsübliche Vergleichsmiete eine wichtige Rolle. Die <strong>Mietpreisbremse gilt in Regionen, in denen ein angespannter Wohnungsmarkt herrscht</strong>. Zumeist betrifft dies Ballungszentren wie etwa Berlin oder Hamburg.</p><p>In den betroffenen Gebieten gilt, dass bei einer Neuvermietung die ortsübliche <strong>Vergleichsmiete um höchstens 10 % </strong>überschritten werden darf. Ob diese Regelung auch bei Ihnen gilt und wie genau diese aussieht, lässt sich schnell im Internet herausfinden, da diese von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen können. Zurzeit gibt es <strong>in 13 von 16 Bundesländern Verordnungen zur Mietpreisbremse</strong>. Sowohl Vermieter als auch Mieter können sich nur auf diese berufen, sofern die Mietpreisbremse in der Stadt oder Gemeinde geregelt ist bzw. gilt. <strong>Bis einschließlich 2025 sind diese Verordnungen zwingend für Vermieter zu beachten.</strong></p><p>Handelt es sich jedoch um eine Wohnung, die <strong>erstmalig</strong> <strong>nach</strong> <strong>dem 01.10.2014</strong> erbaut und vermietet wurde<strong>, ist die </strong><strong>Mietpreisbremse nicht rechtlich bindend.</strong></p><p>Es gibt aber auch weitere Ausnahmen, die Vermietern eine Erhöhung der Miete trotz Mietpreisbremse erlauben:</p></div><div><h3>1. Vermieter genießen Bestandsschutz</h3></div><div><p>Dies <a href="https://vinqo.de/meldung-ins-his-nach-verkehrsunfall/" rel="noopener noreferrer">bedeutet</a>, wenn der Vormieter bereits eine höhere Miete (Vormiete) gezahlt hat, als es der ortsüblichen Vergleichsmiete entspricht, darf der Vermieter die höhere Miete beibehalten, sofern sich die Miethöhe in den letzten zwölf Monaten des vorherigen Mietverhältnisses nicht geändert hat. Unberücksichtigt bleiben Mietminderungen (<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__556e.html">§ 556e BGB</a>).</p></div><div><h3>2. Möblierter Wohnraum</h3></div><div><p>Die Mietpreisbremse kann auch dann umgangen werden, wenn der Vermieter möblierten Wohnraum anbietet. In diesem Fall besteht die Möglichkeit eines <strong>Möblierungszuschlages, der auf die Nettokaltmiete addiert wird</strong>. Die <strong>Höhe des Zuschlages ist dabei nicht geregelt</strong>, weshalb Vermieter ihn nicht gesondert ausweisen müssen und diesen frei bestimmen können. </p><p>Weitere Ausnahmen innerhalb des Themenkomplexes bilden <strong>möblierte Wohnungen, die nur vorübergehend vermietet</strong> werden oder ein <strong>möbliertes Zimmer</strong>, welches sich in der Wohnung des Vermieters befindet. In diesen beiden Fällen kann der Vermieter die Miethöhe frei und nach seinem Ermessen festlegen.</p><p>Eine vorübergehende Vermietung im Sinne einer möblierten Wohnung liegt dann vor, wenn der Mieter die Wohnung nicht zum dauerhaften Lebensmittelpunkt macht. Dazu gehören unter anderem Ferienwohnungen und Monteurunterkünfte, die nur für einen relativ kurzen Zeitraum vermietet werden.</p></div><div><h3>3. Modernisierungsmaßnahmen in den letzten drei Jahren</h3></div><div><p>Hat der Vermieter in den letzten drei vergangenen Jahren vor Beginn des Mietverhältnisses die angebotene Wohnung modernisiert und die <strong>Miete im Zuge dessen nicht erhöht, darf er dies im neuen Mietverhältnis nachholen </strong>und in Form eines <strong>Modernisierungszuschlags </strong>einfordern (§ 556e Abs. 2 BGB).</p></div><div><h3>4. Neubauwohnungen</h3></div><div><p>Wohnungen, die <strong>nach dem 1.10.2014 erstmalig genutzt oder vermietet wurden</strong>, sind von der Mietpreisbremse nicht betroffen. Sie gilt also weder bei der Erstvermietung noch bei den Folgevermietungen.</p></div><div><h3>5. Erstvermietung nach umfassender Modernisierung</h3></div><div><p>Die Mietpreisbremse gilt auch dann nicht, wenn die Wohnung <strong>nach einer umfassenden Modernisierung </strong>vermietet wird. Umfassend ist dabei so definiert, dass die <strong>Modernisierung einen solchen Umfang aufweist, der eine Gleichstellung mit Neubauten begründet</strong>. Von der Gleichstellung wird dann gesprochen, wenn die Modernisierung hinsichtlich ihrer entstandenen Kosten einen wesentlichen Bauaufwand eingefordert hat und die Wohnung dadurch einen Zustand erreicht hat, der dem eines Neubaus entspricht. Beide Aspekte sind dabei gleich zu gewichten.</p></div><div><h2>Fazit</h2></div><div><p>Wie dieser Blogbeitrag aufzeigen konnte, sind die Themen rund um die Miethöhe vielfältig und komplex. Es gelten zahlreiche gesetzliche Regelungen, die sowohl von Mietern als auch Vermietern berücksichtigt werden müssen. Der Mietspiegel dient als Orientierung für die ortsübliche Vergleichsmiete und stellt die Grundlage für Mieterhöhungen dar.</p><p>Die Mietpreisbremse soll in vielen Großstädten Mieter schützen. Trotzdem gibt es zahlreiche Ausnahmen. Es hat sich gezeigt, dass die Miethöhe stark von lokalen Gegebenheiten und rechtlichen Rahmenbedingungen abhängt, sodass sowohl Mieter als auch Vermieter stets informiert sein sollten, um ihre Rechte und Pflichten zu kennen.</p><p>Wir von <strong>VINQO</strong> führen rund 1.000 Mietrechtsfälle pro Jahr. Wir <strong>vertreten Mieter und Vermieter</strong> zu gleichen Teilen und wissen damit aus beiden Perspektiven, wie Ihr Mietrechtsproblem schnell und effizient gelöst werden kann. Dabei legen wir Wert auf schnelle und pragmatische Lösungen, um Ihre Interessen optimal durchzusetzen und Klarheit bezüglich Ihrer Rechte zu schaffen.</p><p>Bei Fragen oder Unklarheiten zum Thema <a href="https://vinqo.de/rechtsgebiete/mietrecht/" rel="noopener noreferrer">Mietrecht</a> stehen Ihnen unsere Rechtsanwälte tatkräftig zur Verfügung:<strong> von der kostenfreien Ersteinschätzung, über die Beratung bis zur Verhandlung sowie der Prozessführung vor Gerichten in allen Instanzen. </strong>Besuchen Sie uns jetzt auf unserer Website und reichen Sie noch heute Ihren Fall bei uns ein!</p></div>								</div>
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		<title>Schimmel in der Wohnung? Das sind Ihre Rechte als Mieter!</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Oct 2024 09:16:00 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="991033" class="elementor elementor-991033" data-elementor-post-type="post">
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									<div data-pm-slice="2 2 []"><span style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">Haben Sie Schimmel in einer Ecke Ihrer Wohnung oder an der Decke entdeckt? In dem Fall sollten Sie nicht zögern. Was Sie als Mieter dann tun sollten, zeigen wir Ihnen in diesem Fachbeitrag. Ebenso zeigen wir die Rechte und Pflichten des Vermieters, denn nicht in allen Fällen trägt dieser die Verantwortung für das Schimmelproblem.</span></div><div><h2>Die häufigsten Ursachen für Schimmel in der Wohnung</h2></div><div><p>Von einer kaputten Lüftung im fensterlosen Bad bis zu undichten Fenstern oder Türen: die Ursachen für Schimmelbefall sind genauso vielfältig wie die Schimmelarten selbst:</p><h3>Bauliche Mängel</h3></div><div><p>Physikalische Baumängel sind in 20 bis 25% der Fälle Ursache für Schimmelbildung, da sie eine hohe Feuchtigkeit in den Räumen fördern und somit ideale Bedingungen für Schimmel bilden.</p><p>Diese Mängel können zu einer erhöhten Feuchtigkeit in den Wohnräumen führen, was die Schimmelbildung begünstigt. Ursache kann beispielsweise ein <strong>feuchtes Mauerwerk</strong> sein, welches während der Bauzeit nicht genügend trocknen konnte und so Feuchtigkeit zurückgeblieben ist.</p><p>Auch eine <strong>unzureichende Gebäudedämmung</strong>, insofern dass sich Räume nur notdürftig auf 18 Grad Celsius aufheizen lassen, kann zu Schimmel führen.</p><p>Ebenso können <strong>undichte Fenster</strong> zur Schimmelbildung in Wohnungen beitragen, da sich Regenwasser oder kondensierter Wasserdampf an den undichten Stellen absetzt und eine <strong>Feuchtigkeitsquelle</strong> bildet, <strong>die das Wachstum von Schimmel fördert</strong>.</p><p>Neben den baulichen Mängeln, die während der Entstehung eines Gebäudes Zustande kommen können, kann auch eine <strong>schlechte Instandhaltung</strong> Schimmelbildung begünstigen. Dies betrifft besonders auf Altbauten zu, deren Instandhaltung vernachlässigt wurde. Beispielsweise wurden die Wasserrohre nicht überprüft oder ausgetauscht, sodass ein Wasserschaden entstehen kann und Feuchtigkeit in das Mauerwerk eindringt, was wiederum zu Schimmel führt.</p></div><div><h3>Falsches Lüft- und Heizverhalten</h3></div><div><p>Ein ebenso großer Prozentsatz der Gründe für Schimmelbefall in der Wohnung macht das<strong> falsche Lüften sowie Heizen</strong> der Mieter aus.</p><p>Statt Stoßlüften von jeweils 15min. wird lediglich mit gekipptem Fenster gelüftet und im Winter bleiben die Heizungen aus und es wird sich lediglich wärmer eingekleidet. Weniger Aufwand und es wird Geld gespart. Doch <strong>leider begünstigen diese Maßnahmen einen Schimmel in der Wohnung</strong>, weshalb viele Vermieter auf ein richtiges Lüften sowie Heizen der Wohnung bei Übergabe hinweisen, da sich so Schimmel vorbeugen lässt.</p><p>Es gibt auch noch<strong> zahlreiche andere Ursachen für Schimmelbefall</strong> in der Wohnung, dennoch zählen diese beiden zu den häufigsten. </p></div><h3>Abstand von Möbeln zur Wand erforderlich?</h3><p>Bei der Möblierung einer Wohnung muss der Mieter darauf achten, dass sich hinter den Möbelstücken kein Tauwasser bilden kann. Jedoch müssen die Mieträume in bauphysikalischer Hinsicht so beschaffen sein, dass eine Tauwasserbildung bei einem Abstand der Möbel von wenigen Zentimetern zur Zimmerwand ausgeschlossen ist.</p><p>Ohne besondere Vereinbarung ist der Mieter nicht verpflichtet, Möbel in einem gewissen Abstand zur Wand aufzustellen. Er hat das Recht, die gesamte Grundfläche für die übliche Möblierung zu nutzen (LG Lü. 07.03.2014 Az. 1 S 106/13). Es genügt daher, wenn der Mieter beim Aufstellen der Möbel den Scheuerleistenabstand wahrt (LG Bln. 14.06.1988 Az. 64 S 176/88). Die Verpflichtung zur Einhaltung eines größeren Abstandes kann sich nur aus einer zusätzlichen ausdrücklichen Vereinbarung ergeben (LG Mhm. 14.02.2007 Az. 4 S 62/06).</p><div><h3>Feuchtigkeit vermeiden  </h3></div><div><p>Darüber hinaus muss der Mieter von ihm verursachte Umstände, welche eine erhöhte Feuchtigkeitsbildung mit sich bringen können, vermeiden. So muss er beispielsweise beim Hantieren mit Wasser darauf achten, dass keine Feuchtigkeitsschäden verursacht werden. Befinden sich in der Mietwohnung eine Vielzahl von Pflanzen oder Aquarien welche das Wohnklima beeinflussen, muss der Mieter diesem Umstand durch ein verstärktes Lüftungsverhalten Rechnung tragen.</p></div><div><h2>Schimmelarten und Erkennung</h2></div><div><h3>Woran erkennt man Schimmel in der Wohnung?</h3><p>Schimmel in der Wohnung kann auf verschiedene Weise erkannt werden. Einige der häufigsten Anzeichen sind:</p><ul><li><p>Dunkle Flecken oder Verfärbungen auf Wänden, Decken oder Böden</p></li><li><p>Ein muffiger oder modriger Geruch</p></li><li><p>Eine feuchte oder klamme Atmosphäre in der Wohnung</p></li><li><p>Schimmelpilze, die auch auf Möbeln, Teppichen oder anderen Gegenständen wachsen können</p></li></ul><p>Es ist wichtig, Schimmel frühzeitig zu erkennen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Achten Sie auf diese Anzeichen und handeln Sie sofort, wenn Sie Schimmel in Ihrer Wohnung entdecken. Schimmel in der Wohnung kann nicht nur die Bausubstanz schädigen, sondern auch Ihre Gesundheit beeinträchtigen.</p></div><div><h3><span style="color: var(--vamtam-h3-color); letter-spacing: var(--vamtam-h3-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-h3-transform,none);">Wie gesundheitsschädlich ist Schimmel in der Wohnung?</span></h3></div><div><p>Schimmel in der Wohnung kann erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen, insbesondere bei Menschen mit Atemwegsproblemen oder Allergien. Einige der möglichen gesundheitlichen Auswirkungen sind:</p><ul><li><p>Atemwegsbeschwerden wie Husten, Niesen oder Asthma</p></li><li><p>Allergische Reaktionen wie Hautausschlag oder Juckreiz</p></li><li><p>Augenreizungen oder -entzündungen</p></li><li><p>Kopfschmerzen oder Müdigkeit</p></li></ul><p>Es ist wichtig, Schimmel in der Wohnung schnellstmöglich zu entfernen, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Schimmelpilze setzen Sporen frei, die in die Atemwege gelangen und dort Reizungen und Entzündungen verursachen können. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem.</p></div><div><h2>Rechte und Pflichten als Mieter bei Schimmel</h2></div><div><h3>Schnellstmögliche Mangelanzeige</h3><p>Wenn Sie als Mieter Schimmel in Ihrer Mietwohnung entdeckt haben, müssen Sie dies dem Vermieter unverzüglich melden (§ 536 BGB). Falls Sie dieser Pflicht nicht nachkommen, verwirken Sie Ihren Anspruch auf Schadenersatz sowie Mietminderung!</p><p>Nachdem der Schimmelbefall gemeldet wurde, muss zunächst geklärt werden, was die <strong>Ursache</strong> für diesen ist. Denn bei selbstverursachtem Schimmel haftet der Mieter. Andernfalls muss der Vermieter den Schimmel beseitigen. </p><p>Im Zuge dessen bietet es sich an, <strong>einen Sachverständigen heranzuziehen</strong>, der mittels Sachgutachten festhält, ob sich der Schimmel auf falsches Lüft- und Heizverhalten zurückführen lässt oder baulicher Natur ist. Die <strong>Kosten des Gutachtens trägt jeweils die Partei, die</strong> laut diesem für den Schimmel in der Wohnung <strong>verantwortlich ist. </strong></p><p>Es kann für Sie als Mieter von Vorteil sein, ein Protokoll zu führen, in dem Sie zum Beispiel Lüftungszeiten sowie Raumtemperaturen festhalten und somit aufzeigen, dass Sie pflichtgemäß mit dem Mietobjekt umgegangen sind. Sie können auch Zeugen heranziehen, die bestätigen können, dass Sie die Wohnung zum Beispiel zweimal täglich (wird empfohlen) lüften.</p><p>Sollte sich herausstellen, dass<strong> Sie als Mieter für den Schimmel verantwortlich </strong>sind, sollten Sie sich <strong>schnellstmöglich um dessen Beseitigung kümmern</strong>, da Ihnen der Vermieter eine Frist setzen kann, bei dessen verstreichen Schadensersatz vom Vermieter gefordert werden kann. Es besteht in diesem Fall <strong>kein Anspruch auf Mietminderung</strong>, während sich der Schimmel noch in der Wohnung befindet.</p><p>Liegt die Ursache des Schimmelpilz allerdings beim Vermieter, aufgrund baulicher Mängel, haben Sie ein </p><ul><li>Recht auf Mietminderung </li><li>Schadenersatz für verschimmelte Einrichtungsgegenstände und Bekleidung </li></ul></div><div><h3><span style="color: var(--vamtam-h3-color); letter-spacing: var(--vamtam-h3-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-h3-transform,none);">Miete angemessen mindern </span></h3></div><div><p>Schimmelbefall ist als <a href="https://vinqo.de/schimmel-heizung-co-so-mindern-sie-ihre-miete-richtig/"><strong>Mangel der Mietsache</strong></a> anerkannt. Zudem begründet schon die bloße konkrete Gefahrbesorgnis, dass es zu Feuchtigkeitserscheinungen und damit einhergehenden Schäden kommen kann, einen Mangel der Mietwohnung (LG Hbg. 11.07.2000 Az. 316 S 227/99).</p><ul><li><p>Schimmel in der Wohnung stellt einen Mangel der Mietsache dar, der Sie in der Regel zur Mietminderung berechtigt. Die Höhe Ihrer Minderung ist abhängig von der konkreten Beeinträchtigung. Auch klassische Mietminderungstabellen, die je nach Art des Mangels eine prozentuale Mietminderung ausweisen, können eine Hilfestellung sein. Beides ist jedoch mit Vorsicht zu genießen und sollte nicht das einzige Kriterium sein, auf dass Sie sich bei der Minderung der Miete verlassen. </p></li><li><p>Wird die Miete zu Unrecht gemindert, entweder weil der Vermieter nicht für den Schimmel verantwortlich ist oder, weil der Prozentsatz, um den die Miete gekürzt wird, falsch ist, kann dies weitreichende Folgen für den Mieter haben. <br />Zum einen wurde dem Vermieter über einen längeren Zeitraum ein Teil der ihm zustehenden Miete entzogen. Diesen Minderungsbetrag könnte er als Mietrückstand einklagen. Sie riskieren also einen gerichtlichen Prozess gegen Ihren Vermieter. Zum anderen berechtigt ihn dies im Zweifel auch zur (ggf. fristlosen!) <strong>Kündigung</strong> Ihres <a href="https://vinqo.de/mietvertraege-alle-wichtigen-klauseln-im-ueberblick/">Mietvertrages</a> aufgrund des Zahlungsverzuges. Hier ist eine <a href="https://vinqo.de/rechtsgebiete/mietrecht/"><strong>anwaltliche Einschätzung dringend</strong></a> zu empfehlen, da bei einer zu hohen Minderung die Kündigung wegen Zahlungsverzuges drohen kann!</p></li><li><p>Mietminderungstabelle mit Prozentsätzen: <strong>Diese Entscheidungen dienen lediglich als Orientierung.</strong> Die konkrete Minderungsquote ist von Einzelfall zu Einzelfall verschieden und hängt von unzähligen Faktoren, wie Ausmaß, Dauer und Grad der Beeinträchtigung ab. Deshalb sollten Sie Ihren individuellen Fall von einem <a href="https://vinqo.de/ueber-uns/gokalp-artas/">Anwalt für Mietrecht</a> einschätzen lassen.</p></li><li><p>Bein Beispiel: Ein Wasserschaden, welcher in einer Zweizimmerwohnung zu einer massiven Schimmelbildung (hier insbesondere im Bad) führt und derartige Sanierungsarbeiten erfordert, dass der vom Schimmel befallene Raum vorübergehend nicht genutzt werden kann und der Mieter zudem durch weitreichende Bau- und Trocknungsarbeiten erheblichen Beeinträchtigungen in der Nutzung der Wohnräume ausgesetzt ist, rechtfertigt eine Mietminderung von 80 % (AG Kn. 25.10.2011 Az. 224 C 100/11).</p></li></ul><p>Nochmal zur Erinnerung: <strong>Mietminderungstabellen</strong> dienen lediglich als <strong>Orientierung</strong>!</p><p>Beispielsweise kann nach der Mietminderungstabelle Schimmelbildung im Bad zu einer Mietminderung von 10% führen, wohingegen leichte Schimmelbildung sowie Feuchtigkeit in der Küche zu 20% Mietminderung berechtigen können. Die Hälfte der Miete kann gemindert werden, wenn die Nutzung der Wohnräume durch Feuchtigkeit in den Wänden beeinträchtigt wird.</p><p>Die gesamte Miete kann gemindert werden, wenn eine erhebliche Gefährdung der durch Schimmelpilzsporen besteht oder eine erhebliche Lärmbelästigung durch die Trocknungsgeräte vorliegt. Im Falle einer Gesundheitsgefährdung durch Schimmelpilze spielt der Befall eine wichtige Rolle. Ist &#8222;nur&#8220; das Wohnzimmer betroffen, so kann der Mieter zwar nur bedingt seine Räumlichkeiten in der Wohnung nutzen, aber ein Mietzahlungsanspruch auf null zu mindern ist in diesem Szenario nicht gerechtfertigt- an dieser Stelle wird eine Mietminderung von nicht mehr als 50% als angemessen angesehen.</p><h3><span style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">Gesundheitsbeeinträchtigung durch Schimmel</span></h3><p><span style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">Kann nachgewiesen werden, dass der in der Wohnung auftretende Schimmelbefall zu einer lebensgefährlichen Erkrankung des Mieters führt, kann unter Umständen der Mietzahlungsanspruch um 100% gemindert werden (LG Bln. 20.01.2009 Az. 65 S 345/07).</span></p><p>Dabei muss jedoch beachtet werden, in welchem Umfang sich gesundheitsschädlicher Schimmel gebildet hat. Ist beispielsweise nur das Wohnzimmer betroffen, so kann der Mieter zwar nur bedingt auf andere Räumlichkeiten der Wohnung ausweichen, dennoch wird eine Mietminderung von nicht mehr als 50 % als angemessen angesehen (<a href="https://openjur.de/u/592144.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LG Hbg. 31.01.2008 Az. 307 S 144/07</a>).</p></div><div><h3>Mängelbeseitigungsklage</h3></div><div><ul><li><p>Der Mieter kann die Beseitigung des Schimmels im Rahmen einer Klage auf Mängelbeseitigung fordern. Er muss dazu das Vorliegen des Schimmels darlegen und beweisen. Wird der Vermieter zur Mängelbeseitigung verurteilt, kann er dazu im Wege der Zwangsvollstreckung aus dem Urteil gezwungen werden. Er muss dann innerhalb einer bestimmten Frist die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den Schimmel zu entfernen, wenn er die Zwangsvollstreckung vermeiden will.</p></li><li><p>Neben einer Mängelbeseitigungsklage, die sehr zeit- und kostenaufwendig ist, kommt unter bestimmten Umständen auch eine fristlose Kündigung in Betracht.</p></li><li><p><span style="color: var(--vamtam-widget-text-lighter); letter-spacing: var(--vamtam-primary-font-letter-spacing-desktop,normal); text-transform: var(--vamtam-primary-font-transform,none);">Gerät der Vermieter mit der Mängelbeseitigung in Verzug, kann dem Mieter auch Schadensersatz zustehen, wenn dadurch etwa sein Eigentum beschädigt wird.</span></p></li></ul></div><div><h2>Kündigung</h2></div><div><p>Um die angesprochene Kündigung durchzusetzen, bedarf es einer erheblichen Beeinträchtigung der Wohnqualität aufgrund des Schimmelbefalls in der Wohnung. Gleichzeitig würden jene Umstände das weitere Wohnen unzumutbar machen, sodass das Einhalten einer ordentlichen Kündigungsfrist von drei Monaten unzumutbar ist. </p><p>Ein solcher unzumutbarer Umstand liegt dann vor, wenn der Mieter durch die vom Schimmel beeinträchtigte Erkrankungen erleidet. Hierfür muss seitens des Mieters ein Nachweis erbracht werden. Dieser kann in einer Raumluftmessung bestehen und dem Nachweis, dass ein medizinischer Zusammenhang zwischen den körperlichen Beschwerden bzw. der Beeinträchtigung der Gesundheit und dem Schimmel besteht.</p><p>Ebenso liegt eine berechtigte fristlose Kündigung vor, wenn der Verdacht auf Schimmelpilzbefall besteht und es eine reale Gefahr einer toxischen Verunreinigung mit den damit einhergehenden potenziellen Gesundheitsgefahren gibt. Dafür erforderlich ist ein amtliches toxikologisches Gutachten, welches bestätigt, dass die Hauptwohnräume von Schimmelpilzen befallen sind und ein weiteres darin Leben eine Gesundheitsgefährdung für den Mieter darstellt.</p></div><div><h2>Rechte und Pflichten als Vermieter</h2></div><div><ul><li><p>Auch wenn Mieter den Mangel nachweislich anzeigen, ist <strong>nicht automatisch der Vermieter </strong>für die Beseitigung des Schimmels <strong>zuständig</strong>.</p></li><li><p>er muss zuerst Nachweis erbringen, dass es nicht an baulichen Mängeln liegt</p></li><li><p>Umgekehrt können Vermieterinnen eine <strong>Schadensersatzforderung gegen den Mieter</strong> erheben, sollte dieser den Mangel nicht rechtzeitig melden und dadurch Schäden an der Immobilie entstehen</p></li><li><p>Als Vermieter sollten Sie <strong>prüfen, wie es zu der Schimmelbildung kommt</strong>. Idealerweise schließen Sie bereits bei <a href="https://www.homeday.de/de/immobilienvermietung/wohnung-vermieten/" rel="noopener noreferrer">Vermietung der Wohnung</a> aus, dass durch Baumängel oder Schäden Schimmelpilze entstehen können.</p></li><li><p>Sachgutachten</p></li><li><p>Liegt die <strong>Ursache für den Schimmelbefall am Gebäude</strong> selbst, muss der Eigentümer sich um die Beseitigung des Schimmels kümmern. </p></li><li><p>Ist nachweislich das <strong>Verhalten des Mieters schuld am Schimmel</strong>, obliegt ihm auch die Beseitigung. Es besteht kein Anspruch auf Mietminderung.</p></li><li><p>Als Vermieter sollten Sie hier schriftlich eine <strong>Frist setzen</strong>, bis wann der Pilzbefall zu beseitigen ist.</p></li><li><p>Lässt der <strong>Mieter trotz Schimmel in der Wohnung diese Frist verstreichen</strong>, können Sie wiederum Schadensersatz fordern.</p></li><li><p>Hat die Mieterin bereits eine <strong>Mietminderung wegen des Schimmels</strong> vorgenommen und Sie können durch das <a href="https://www.homeday.de/de/immobilienlexikon/gutachten/" rel="noopener noreferrer">Gutachten</a> nachweisen, dass die <strong>Schuld bei der Mieterin</strong> lag, gilt die ausstehende Miete als Mietrückstand. Auf diesem Weg kann der Vermieter durch Schimmel in der Mietwohnung eine <a href="https://www.homeday.de/de/musterdokumente/kuendigung-wegen-zahlungsverzug/" rel="noopener noreferrer">fristlose Kündigung</a>  und Räumungsklage begründen. In diesem Fall ist der Mieter dem Vermieter die Differenz des Mietrückstands schuldig.</p></li></ul></div><div><h2>Schimmelvermeidung und -entfernung</h2></div><div><p>Hier sind einige Tipps, um Schimmel in der Wohnung zu vermeiden und zu entfernen:</p><ul><li><p>Regelmäßig lüften, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren</p></li><li><p>Heizen und kühlen, um die Temperatur zu regulieren</p></li><li><p>Feuchtigkeitsspuren schnellstmöglich trocknen</p></li><li><p>Schimmelpilze mit einem geeigneten Reinigungsmittel entfernen</p></li><li><p>Regelmäßig die Wohnung auf Schimmel überprüfen und bei Bedarf handeln</p></li></ul><p>Es ist wichtig, Schimmel frühzeitig zu erkennen und zu entfernen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Durch regelmäßiges Lüften und Heizen können Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung kontrollieren und so die Bildung von Schimmelpilzen verhindern. Sollten Sie dennoch Schimmel entdecken, entfernen Sie diesen sofort mit einem geeigneten Reinigungsmittel und trocknen Sie die betroffenen Stellen gründlich.</p></div><div><h2>Fazit</h2></div><div><p>Wir von <strong>VINQO</strong> führen rund 1.000 Mietrechtsfälle pro Jahr. Wir <strong>vertreten Mieter und Vermieter</strong> zu gleichen Teilen und wissen damit aus beiden Perspektiven, wie Ihr Mietrechtsproblem schnell und effizient gelöst werden kann. Dabei legen wir Wert auf schnelle und pragmatische Lösungen, um Ihre Interessen optimal durchzusetzen und Klarheit bezüglich Ihrer Rechte zu schaffen.</p><p>Bei Fragen oder Unklarheiten zum Thema Mietrecht stehen Ihnen unsere Rechtsanwälte tatkräftig zur Verfügung:<strong> von der kostenfreien Ersteinschätzung, über die Beratung bis zur Verhandlung sowie der Prozessführung vor Gericht. </strong></p></div>								</div>
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		<title>Mietkaution: Ihre Rechte &#038; Pflichten im Überblick</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Oct 2024 10:21:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>https://www.youtube.com/watch?v=AiGKvWNt-C8 Bei der Wohnraumvermietung ist die Mietkaution ein häufiges Thema. Die Kaution dient dem Vermieter als Sicherheit, falls es am Ende des Mietverhältnisses offene Forderungen gibt. Diese können beispielsweise ausstehende Mieten oder Schäden in der Wohnung sein. Doch was müssen Mieter und Vermieter über die Mietkaution wissen? Wie hoch darf die Kaution sein und wann...</p>
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									<p data-pm-slice="1 1 []">Bei der Wohnraumvermietung ist die <strong>Mietkaution</strong> ein häufiges Thema. Die Kaution dient dem Vermieter als <strong>Sicherheit</strong>, falls es am Ende des Mietverhältnisses offene Forderungen gibt. Diese können beispielsweise ausstehende Mieten oder Schäden in der Wohnung sein. Doch was müssen Mieter und Vermieter über die Mietkaution wissen? Wie hoch darf die Kaution sein und wann bekommt der Mieter sie zurück? In diesem Beitrag werfen wir einen genaueren Blick auf diese und weitere Fragen zum Thema Mietkaution damit Sie &#8211; idealerweise bevor es zu einem Rechtsstreit kommt &#8211; bestens informiert sind.</p><h2>Was genau ist eine Kaution eigentlich?</h2><p>Eine Kaution (lat.: „cautio“ für Behutsamkeit o. Vorsicht) oder Mietsicherheit ist eine Absicherung vom Vermieter gegenüber dem Mieter. Sie dient dem Vermieter dazu, eventuelle</p><ul><li>Schäden in der Wohnung,</li><li>Nachzahlung von Betriebskosten oder</li><li>Ausfälle von Mietzahlungen</li></ul><p>zu kompensieren, da er ansonsten auf den offenen Kosten sitzen bleiben würde.</p><p>Dabei darf die Höhe der Kaution maximal <strong>drei Nettokaltmieten</strong> betragen. Alles, was darüber hinaus geht, ist nicht rechtens.</p><p>Die Kaution muss nicht Teil des Mietvertrages sein, denn es gibt kein Gesetz, durch das der Vermieter gezwungen wäre, diese aufzunehmen. Im Normalfall aber wird das Hinterlegen einer Kaution vorausgesetzt.</p><p>Sowohl für Vermieter als auch für Mieter ergeben sich Regelungen und Pflichten, an die sich beide Vertragsparteien zu halten haben.</p><h2>Ist eine Kaution Pflicht?</h2><p>Es gibt keine gesetzliche Regelung, die den Mieter zwingt, eine Kaution zu bezahlen. Denn es kann vorkommen, dass beispielsweise bei Vermietung innerhalb der Familie die Kaution nicht vereinbart werden soll. Wenn eine Kaution im Mietvertrag gefordert wird, dann hat der Mieter dieser Aufforderung aber nachzukommen, ansonsten ergeben sich Konsequenzen bis hin zur fristlosen Kündigung des Mietvertrages. </p><h2>Möglichkeiten der Kautionszahlung</h2><h3>Barkaution</h3><p>Die erste Möglichkeit ist die sog. <strong>Barkaution</strong>, bei der der Mieter die volle Kaution sofort zahlt. Die Bezeichnung ist ein bisschen irreführend, denn grundsätzlich wird so die<strong> Überweisung der vollen Kaution auf das Kautionskonto</strong> des Vermieters genannt.</p><p>Der Vermieter kann nicht verlangen, dass die Kaution vom Mieter bar bezahlt wird. Eine Barzahlung ist jedoch nicht ausgeschlossen und auch möglich.</p><h3>Ratenzahlung</h3><p>Die zweite Möglichkeit ist die <strong>Kaution in Raten</strong>. Die Mietkaution in Teilraten abzubezahlen bietet sich an, wenn der Mieter nicht in der Lage ist, den Kautionsbetrag in einer Zahlung zu begleichen.</p><p>Der Vermieter kann dagegen auch kein Veto einlegen, sondern <strong>muss</strong> der Ratenzahlung <strong>zustimmen</strong>. Selbst wenn die Ratenzahlung nicht explizit im Mietvertrag steht, kann der Vermieter das nicht verbieten. Denn die Ratenzahlung ist ein Mietrecht und muss nicht extra im Mietvertrag festgehalten werden.</p><p>Hierbei ist ganz wichtig, dass die Zahlung der Kaution in den <strong>nächsten drei Mietzahlungen integriert</strong> ist. Sollte der Mieter in Verzug geraten, droht ihm die oben bereits erwähnte, fristlose Kündigung. Die erste Ratenzahlung ist zum Mietbeginn fällig, nicht mit der Unterzeichnung des Mietvertrages.</p><h3>Mietkautionsbürgschaft</h3><p>Die dritte Möglichkeit ist die der<strong> Privatpersonenbürgschaft</strong> oder der <strong>Mietkautionsbürgschaft</strong>. </p><p>Der Vermieter muss der Bürgschaft zustimmen und dient meistens eher als zusätzliche Sicherheit zur Kaution, anstatt eines Kautionsersatzes. Viele Mieter bevorzugen die Mietkautionsbürgschaft, da diese ihnen einen finanziellen Freiraum verschafft.</p><h4>Privatpersonenbürgschaft</h4><p>Wenn junge Menschen, die noch keine umfangreichen Rücklagen besitzen, jedoch eine Wohnung mieten wollen, können ihre <strong>Eltern als Bürgen</strong> mit aufnehmen, um dem Vermieter zu versichern, dass die Kaution und damit eventuelle Schäden an der Wohnung von einem dritten Schuldner übernommen werden. Auch Freunde können als Bürgen in Frage kommen. Dabei ist natürlich zu bedenken, dass diese als Bürgen für Schäden in der Wohnung oder Mietausfälle zur Rechenschafft gezogen würden.</p><h4>Mietkautionsbürgschaft</h4><p>Die Mietkautionsbürgschaft als alternative Form der Bürgschaft kann mit einer Bank oder einer Versicherung als Bürge vereinbart werden.</p><p>Anstelle der Kaution bekommt der Vermieter eine <strong>Bürgschaftsurkunde</strong> als Sicherheit ausgehändigt. Sollte es nun zu Schadensfällen kommen, wird zuerst der Bürge, also die Bank oder die Versicherung, kontaktiert und zur Zahlung gebeten. Wichtig hierbei ist, dass die Auszahlung nicht höher sein darf als die vereinbarte Kaution.</p><p>Als Gegenleistung dafür, dass der Bürge in Vorleistung geht, zahlt der Mieter eine jährliche Prämie an diesen. Diese Prämie hat der Mieter vorher mit dem Bürgen ausgemacht und kann dementsprechend schwanken. Sollte das Mietverhältnis enden, holt sich der Bürge den geleisteten Betrag bei Zahlungsausfällen vom Mieter zurück.</p><h2>Folgen einer nicht gezahlten Kaution für Mieter</h2><p>Im Normalfall wird der Mieter vom Vermieter benachrichtigt, dass die Kaution noch nicht überwiesen wurde. Dem Mieter wiederum wird eine Frist gesetzt, bis wann die Kaution zu überweisen ist. Sollte der Mieter sich aber weiterhin nicht bereit erklären, die Kaution zu zahlen, kann dies eine <strong>außerordentliche Kündigung</strong> zur Folge haben.</p><p>Hierbei ist wichtig, dass die fristlose Kündigung nur ausgesprochen werden darf, wenn der Mieter <strong>zwei Nettokaltmieten</strong> in Verzug gerät.</p><p>Durch den Verzug ist der Vermieter aber auch berechtigt, eine <strong>Abmahnung</strong> auszusprechen, was beim wiederholten Auftreten auch eine ordentliche Kündigung zur Folge haben kann. Der Mieter verletzt dadurch schuldhaft seine Pflichten aus dem Mietvertrag. Der Vermieter kann somit ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses begründen.</p><p>Für die außerordentliche Kündigung ist eine Abmahnung nicht notwendig. Wenn der Mieter nach Ausspruch der fristlosen Kündigung im Nachhinein die Kaution in voller Höhe zahlt, wird die Kündigung unwirksam. Sollte der Mieter sich aber nach Ausspruch der Kündigung weiterhin nicht zahlungswillig zeigen, kann der Vermieter mit einer Räumungsklage seine Rechte durchsetzen und den Mieter vor die Türe setzen.</p><h2>Verpflichtungen des Vermieters</h2><p>Auch der Vermieter muss sich an bestimmte Vorgaben und Regelungen bei der Kaution halten. Einer der wichtigsten Punkte ist die <strong>Kontoführung der Kautionskonten</strong>, denn diese<strong> müssen</strong> getrennt vom Vermögen des Vermieters gehalten werden, um somit auch <strong>insolvenzsicher</strong> zu sein.</p><p>Sollte der Vermieter kein getrenntes Konto anlegen, kann er sich wegen Untreue <strong>strafbar</strong> machen. Der Mieter kann auch vom Vermieter einen Nachweis verlangen, dass die Kaution auf einem Kautionskonto eingegangen ist. Das ist vor allem dann relevant, wenn der Vermieter dem Nachweis nicht nachkommt. Dann kann der Mieter sein Zurückbehaltungsrecht an der Miete geltend machen.</p><p>Um solchen Problemen vorzubeugen, gibt es verschiedene Anlagemöglichkeiten.</p><h3>Kautionssparbuch</h3><p>Das Kautionssparbuch ist neben allen anderen Anlageformen, die am häufigsten verwendete Methode. Das liegt neben der praktisch risikofreien Anlage auch an den verbundenen Vorteilen für den Vermieter.</p><p>Denn dieser kann als Inhaber und Eigentümer des Sparbuches, wenn ein <strong>berechtigter Anspruch</strong> besteht, darüber verfügen. Dies wäre der Fall, wenn es zu Sachschäden innerhalb des Mietobjektes kommt.</p><p>Trotzdem muss der Vermieter Sorge tragen, dass das Mietkautionskonto als <strong>Treuhandkonto </strong>vermerkt wird. Auch Kosten, welche durch das Konto selbst entstehen, hat der Vermieter zu tragen.</p><p>Dadurch, dass die Kaution verzinst wird, erhöht sich die Kautionssumme über die Mietvertragslaufzeit. Das ist für beide Parteien ein Vorteil. Zum einem hat der Vermieter mehr Sicherheit, zum anderen freut sich der Mieter über mehr Geld, sobald das Mietverhältnis endet, da ihm die Zinsen zustehen.</p><p>Sofern keine berechtigten Ansprüche bestehen, muss die komplette Kaution plus Zinsen an den Mieter ausgezahlt werden, sobald das Mietverhältnis endet.</p><h2>Kaution: Wann darf sie einbehalten werden?</h2><p>Der Vermieter darf die Kaution aus verschiedenen Gründen einbehalten. Häufig sind das <strong>offene Mietzahlungen</strong> oder <strong>Nachzahlungen von Betriebskosten</strong>. Der Vermieter darf die Kaution aber nur in Anspruch nehmen, wenn er genau begründen kann, warum er die Kaution einbehält und in welcher Höhe. Denn nicht immer halten sich Vermieter an Fristen und Regeln, die im Zuge der Einbehaltung der Kaution relevant sind.</p><p>Die Kaution muss nicht direkt am Tag des Auszuges vom Vermieter überwiesen werden, dazu hat auch der Bundesgerichtshof ein Urteil gefällt, welches die Position des Vermieters stärkt. Denn erst nach der <strong>Klärung aller Ansprüche</strong> aus dem Mietverhältnisses muss die Kaution regelmäßig herausgegeben werden.</p><p>Eine gesetzliche Frist, bis wann die Kaution ausgezahlt werden muss, gibt es nicht. Laut Rechtsprechung ist aber eine Frist bis zu 6 Monaten als angemessen zu sehen.</p><h3>Offene Mietzahlungen</h3><p>Hat der Mieter während des Mietverhältnisses oder nach dessen Beendigung Mietrückstände, kann der Vermieter diese Beträge mit der Kaution verrechnen. Wichtig ist, dass der Vermieter die Höhe der Forderung genau nachweisen kann.</p><h3>Beschädigungen der Mietsache</h3><p>Der Mieter ist verpflichtet, die Wohnung in einem ordnungsgemäßen Zustand zurückzugeben. Stellt der Vermieter bei der Wohnungsübergabe fest, dass es Schäden gibt, die über normale Abnutzung hinausgehen, darf er die Kosten für die Reparaturen von der Kaution abziehen. Auch hier muss der Vermieter beweisen, dass die Schäden tatsächlich vom Mieter verursacht wurden.</p><h3>Nachzahlung von Betriebskosten</h3><p>Nach Beendigung des Mietverhältnisses kann der Vermieter die Kaution auch einbehalten, um mögliche Nachzahlungen aus der letzten Betriebskostenabrechnung abzudecken.</p><p>Eine Ausnahme bildet die Nebenkostenabrechnung. Da die Abrechnung oft erst Monate nach Auszug erstellt wird, darf der Vermieter einen<strong> angemessenen Teil der Kaution mit einem Sicherheitsaufschlag</strong> bis zur endgültigen Abrechnung zurückhalten. In der Regel sind das bis zu 12 Monate.</p><h2>Fazit</h2><p>Durch die Mietkaution erhält der Vermieter eine wichtige Sicherheit, die ihn vor offenen Kosten, welche im Zuge des Mietverhältnisses entstehen, schützen kann. Dennoch ist es für Mieter und Vermieter unabdingbar sich an die gesetzlichen Regelungen zu halten. Beim Vermieter handelt es sich dabei um die Höhe, Anlage und Rückzahlung der Kaution. Während es für den Mieter zunächst eine finanzielle Belastung darstellt, kann sich dieser sicher sein, die Kaution am Ende des Mietverhältnisses zurück zu erhalten, sofern keine berechtigten Forderungen bestehen. Eine faire und transparente Handhabung der Kaution fördert ein gutes Mietverhältnis und vermeidet rechtliche Konflikte.</p><p> </p><p>Wir von VINQO führen rund 1.000 Mietrechtsfälle pro Jahr. Wir <strong>vertreten Mieter und Vermieter</strong> zu gleichen Teilen und wissen damit aus beiden Perspektiven, wie Ihr Mietrechtsproblem schnell und effizient gelöst werden kann. Dabei legen wir Wert auf schnelle und pragmatische Lösungen, um Ihre Interessen optimal durchsetzen zu können. </p>								</div>
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