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	<title>Schmerzensgeld Archive - VINQO Rechtsanwälte</title>
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		<title>VW-Datenskandal: Betroffene schließen sich für mögliche Sammelklage zusammen</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jan 2025 17:39:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nach den Enthüllungen des Chaos Computer Club (CCC) hat die Volkswagen-Tochter CARIAD scheinbar nicht nur umfangreiche Analysedaten von rund 800.000 Fahrzeugen unzureichend geschützt, sondern auch GPS-Daten bei Elektrofahrzeugen mit einer bis zu 10cm-genauen Auflösung gespeichert. Hierdurch kann CARIAD umfangreiche Bewegungsprofile über Autofahrer erstellen und ableiten. Welche Fahrzeuge sind betroffen? Von den ausgewerteten Daten sind laut...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/vw-datenskandal-betroffene-schliessen-sich-fur-mogliche-sammelklage-zusammen/">VW-Datenskandal: Betroffene schließen sich für mögliche Sammelklage zusammen</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="991395" class="elementor elementor-991395" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Nach den <a href="https://media.ccc.de/v/38c3-wir-wissen-wo-dein-auto-steht-volksdaten-von-volkswagen">Enthüllungen des Chaos Computer Club</a> (CCC) hat die Volkswagen-Tochter <a href="https://cariad.technology/">CARIAD</a> scheinbar nicht nur umfangreiche Analysedaten von rund 800.000 Fahrzeugen unzureichend geschützt, sondern auch GPS-Daten bei Elektrofahrzeugen mit einer bis zu 10cm-genauen Auflösung gespeichert. Hierdurch kann CARIAD umfangreiche Bewegungsprofile über Autofahrer erstellen und ableiten.</p>								</div>
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									<h2>Welche Fahrzeuge sind betroffen?</h2><p>Von den ausgewerteten Daten sind laut CCC bisher folgende Modelle betroffen:</p><ul><li>Audi Q4</li><li>Audi Q6</li><li>Skoda Elroq</li><li>Skoda Enyaq</li><li>Seat Born</li><li>Seat Tavascan</li><li>VW ID.3</li><li>VW ID.4</li><li>VW ID.5</li><li>VW ID.7</li></ul><p>Allerdings sind die Daten der Marken Audi und Skoda in den Standortdaten um eine Positionsstelle gekürzt worden, sodass der Standort nur grob aufgelöst werden kann.</p><p>Bei VW und Seat seien die Bewegungsdaten vollständig gespeichert worden.</p><h2>Welcher Zeitraum wurde ausgewertet?</h2><p>Der CCC konnte über 893 Mio. Geokoordinaten aus dem zugespielten Datensatz auswerten, die sich zeitlich wie folgt verteilen:</p><ul><li>Seat: Dezember 2023 bis September 2024</li><li>VW: September 2023 bis September 2024</li><li>Audi: Februar 2024 bis September 2024</li><li>Skoda: Juli 2024 bis September</li></ul><p>Ob darüber hinausgehende Datensätze existieren, ist aktuell nicht bekannt. CARIAD hat auf den Hinweis des CCC hin die Sicherheitslücke zügig geschlossen. <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/web/volkswagen-konzern-datenleck-wir-wissen-wo-dein-auto-steht-a-e12d33d0-97bc-493c-96d1-aa5892861027">Der CCC lobte die schnelle Reaktion.</a></p><h2>Welche Datenschutzverstöße liegen vor?</h2><p>Das Datenleck sei auch dem Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen gemeldet worden. Aufgrund der detaillierten Veröffentlichung des CCC scheinen insbesondere folgende Punkte rechtlich relevant zu werden:</p><ol><li>Unzureichende technisch-organisatorische Maßnahmen (TOM) zum Schutz der personenbezogenen Daten gem. <a href="https://dsgvo-gesetz.de/art-32-dsgvo/">Art. 32 DSGVO</a></li><li>Unzulässige Speicherung ungekürzter Bewegungsdaten ohne Einwilligung oder Erforderlichkeit gem. <a href="https://dsgvo-gesetz.de/art-6-dsgvo/">Art. 6 Abs. 1 lit. a) bzw. f) DSGVO</a></li></ol><p>Wie diese erhobenen Daten durch VW bzw. CARIAD genutzt worden sind, wird im Rahmen von Auskunftsersuchen aufzuklären sein.</p><p>Rechtlich interessant wird dabei auch die Frage sein, ob durch die Geodaten und die Möglichkeit der Ableitung von Aufenthalten in Kirchen, Krankenhäusern uvm. auch die besonders geschützten “besonderen Kategorien personenbezogener Daten” gem. <a href="https://dsgvo-gesetz.de/art-9-dsgvo/">Art. 9 DSGVO</a> angenommen werden können, bei denen ein grundsätzliches Verarbeitungsverbot besteht. Dies würde eine mögliche Entschädigung erhöhen können.</p><h2>Welche Ansprüche haben Betroffene des VW-Datenskandals?</h2><p>Zu den möglichen Ansprüchen gegen VW bzw. CARIAD zählen:</p><ul><li>Entschädigungsansprüche für die aus unserer Sicht unzulässige Datenerhebung exakter Standortdaten,</li><li>Entschädigungsansprüche für die aus unserer Sicht unzureichende IT-Sicherheit,</li><li>Unterlassungsansprüche</li><li>Löschungs- und Auskunftsansprüche</li></ul><p>Die Höhe der Entschädigung wird für Betroffene dabei ein wichtiges Kriterium sein:</p><blockquote><p><i>“Wir werden uns nicht an dem Überbietungs-Wettbewerb beteiligen, mit dem vermeintliche Höchstentschädigungen versprochen werden. Die Höhe der Entschädigung wird ein Gericht festlegen. Wichtig ist deshalb ein realistisches Erwartungsmanagement und eine transparente Aufklärung im Vorfeld”, </i></p></blockquote><p>so <a href="https://vinqo.de/ueber-uns/tim-platner/">Tim Platner</a>, Geschäftsführer von VINQO und COO der VINQO Rechtsanwälte.</p><h2>Betroffene schließen sich zusammen</h2><p>Betroffene, die gegen VW bzw. CARIAD vorgehen möchten, können ihr Interesse <strong>unverbindlich und kostenfrei</strong> an einer möglichen “Sammelklage” anmelden. Ziel ist es, bei genügend Anmeldungen eine Bündelung zu erzielen.</p><blockquote><p>“<i>Wir haben nach nicht einmal 1,5 Tagen zahlreiche Anmeldungen verzeichnet und prüfen, welches Vorgehen auch mit Verbraucherverbänden hier angeboten werden kann. Die Abstimmungen laufen dazu aktuell auf Hochtouren. Je mehr Betroffene sich unverbindlich anmelden, desto eher lassen sich Ansprüche bündeln und Prozesskosten reduzieren</i>”,</p></blockquote><p>so Platner weiter.</p>								</div>
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									<span class="elementor-button-text">Interesse an Sammelklage unverbindlich anmelden</span>
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									<h2>Sind weitere Hersteller betroffen? </h2><p>In den Kommentarspalten zum VW-Datenskandal wird gelegentlich angeführt, dass alle Hersteller derartige Daten erfassen und speichern.</p><p>Dies ist rechtlich jedoch nur partiell richtig. </p><p>Zutreffend bieten viele Autohersteller Funktionen an, mit denen der Standort des Fahrzeugs überwacht werden kann, z.B. </p><ul><li>Mercedes: <a href="https://assets.oneweb.mercedes-benz.com/plugin/toud/DE/DE/Mmc_PrivacyNotice.pdf">me Adapter Dienste / Meine Fahrten </a></li><li>BWM <a href="https://customer.bmwgroup.com/pm2/pm-document-service/api/v1link/documents/policyName/BMW_CONNECTED_DRIVE_TAC/DE/PDF?language=de&amp;KeyId=f195e93a-6bbd-46f3-b762-6cf0bea480b0">ConnectedDrive</a></li></ul><p>Daneben bieten auch die vom VW-Datenskandal betroffenen Marken (Audi, VW, Skoda und Seat) Endanwender-Apps an, mit denen der Standort angefragt und angezeigt werden kann. </p><h3>Beispiel BMW </h3><p>In den 78-seitigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen zum ConnectedDrive (<a href="https://customer.bmwgroup.com/pm2/pm-document-service/api/v1link/documents/policyName/BMW_CONNECTED_DRIVE_TAC/DE/PDF?language=de&amp;KeyId=f195e93a-6bbd-46f3-b762-6cf0bea480b0">BMW ConnectedDrive, Revisionsdatum: 13. Juni 2024; Version: Release 11/24</a>) gibt BMW an mehreren Stellen an, GPS-Daten entweder in &#8222;BMW-IT-Systemen&#8220; zu speichern oder zu verarbeiten oder an Dritte weiterzugeben: </p><ul><li><strong>Concierge Services</strong>: Position</li><li><strong>Connected E-Mobility</strong>: ungefähre Position des Fahrzeugs (keine genaue Position)</li><li><strong>Connected Parking &amp; Refueling</strong>: Positions- und Bewegungsdaten</li><li><strong>Emergency Call Service</strong>: genauer Standort </li><li><strong>Remote Control</strong> (Fernsteuerung): Abhängig von der &#8222;Auslöseart&#8220; auch der genaue Standort</li><li><strong>Remote Software Upgrade</strong>: Sprachlich unklar wird von &#8222;Fahrzeugdaten&#8220; gesprochen; Im Falle eines abgebrochenen Remote Software Upgrades, bei dem ein Roadside Assitance (sic!) Call eingeleitet wird, werden Fahrzeug-, Standort- und Bewegungsdaten mit dem Assistenzservice eines Drittanbieters geteilt</li><li><strong>Repair &amp; Maintenance</strong>: Standortdaten beim Unfallhilferuf </li><li><strong>Technical Basis</strong>: <br />&#8211; Bei Diebstahlbenachrichtigung: Geoposition zum Zeitpunkt des Alarms <br />&#8211; Für Future Mobility Solutions werden Fahrzeug-und Bewegungsdaten gespeichert, wie z. B. GPS-Koordinaten, Sitzbelegung, Art der Route, Geschwindigkeit, Laufleistung oder der Anteil des elektrischen Fahrens bei Plug-in-Hybrid- oder Elektrofahrzeugen</li><li><strong>Traffic Camera Information</strong>: ungefähre Position des Fahrzeugs (nicht die exakte Position) erfasst.</li><li><strong>Vehicle Apps</strong>: z.B. zur Verarbeitung von Positionsangaben für die Wetter-App, verarbeitet und gespeichert</li></ul><p>Die Standortdaten werden also</p><ul><li>bei Servicediensten anlassabhängig erfasst, </li><li>nur mit dem ungefähren Standort erfasst oder </li><li>bei standortbezogenen Services verarbeitet.</li></ul><p>Die Ausnahme stellt dabei der Abschnitt &#8222;Technical Basis&#8220; dar, der für &#8222;Future Mobility Solutions&#8220; Standortdaten darüber hinaus erfasst. Allerdings gibt BMW hier an:</p><p style="padding-left: 40px;">&#8222;<em>Future Mobility Solutions und Verbesserung der Produktqualität sind standardmäßig deaktiviert und </em><em>können über das Datenschutzmenü im Fahrzeug aktiviert werden&#8220;</em></p><p>BMW teilt also mit, dass bei einer </p><ul><li>aktiv vorliegenden Einwilligung (die Wirksamkeit einmal ausgeklammert) auch</li><li>(wohl ungekürzte) Standortdaten </li></ul><p>für Analysedienste genutzt werden. </p><h3>Unterschied zum VW-Datenleck </h3><p>Die dem CCC zugespielten Datensätze scheinen &#8211; Stand jetzt &#8211; etwas anders gelagert zu sein. </p><p>Denn beispielhaft in der &#8222;<a href="https://consent.vwgroup.io/consent/v1/texts/weconnect/de/de/dataprivacy/latest/pdf">Datenschutzerklärung für die Nutzung der mobilen Online-Dienste der Volkswagen AG „We Connect, VW Connect“ in Fahrzeugen der „ID.</a><br /><a href="https://consent.vwgroup.io/consent/v1/texts/weconnect/de/de/dataprivacy/latest/pdf">Familie</a>“&#8220; aus November 2024 heißt es an mehreren Stellen der Datenschutzerklärung, man verwende insoweit die <strong>gekürzten</strong> GPS-Daten: </p><p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-991398 size-full" src="https://vinqo.de/wp-content/uploads/Screenshot-2025-01-01-182656.jpg" alt="vw ungekürzte GPS Daten" width="1165" height="821" srcset="https://vinqo.de/wp-content/uploads/Screenshot-2025-01-01-182656.jpg 1165w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/Screenshot-2025-01-01-182656-300x211.jpg 300w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/Screenshot-2025-01-01-182656-1024x722.jpg 1024w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/Screenshot-2025-01-01-182656-768x541.jpg 768w" sizes="(max-width: 1165px) 100vw, 1165px" /></p><p>Es verstößt dann jedoch gegen den Grundsatz der Datensparsamkeit, dennoch bei Fahrzeugen der Marken VW und Seat die vollständigen Standortdaten zu erfassen. </p><p>Bei den Marken VW und Seat konnte anhand des Datenlecks also voraussichtlich dargelegt werden, dass die Daten nicht gemäß der eigenen Datenschutzhinweise erfasst oder gespeichert worden sind. </p><h3>Aktuelles Fazit</h3><p>Aktuell lässt sich durch die Veröffentlichungen des CCC bisher nur festhalten, dass die GPS-Daten bei <strong>Volkswagen</strong> und <strong>Seat</strong> umfangreich erfasst worden sind. </p><p>Die Fahrzeughersteller geben in ihren Datenschutzhinweisen erwartungsgemäß einen datenschutzkonformen Umgang mit Standortdaten an &#8211; so auch Volkswagen. </p><p><strong>Aktuell</strong> lässt sich nur bei VW ein aus unserer Sicht datenschutzwidriges Speichern der GPS-Daten durch die zugespielten Daten an den CCC darlegen. Ob auch andere Hersteller in Wahrheit GPS-Daten <strong>exzessiver</strong> speichern und verarbeiten, als es in den Datenschutzhinweisen dargestellt wird, muss weiter aufgeklärt werden. </p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/vw-datenskandal-betroffene-schliessen-sich-fur-mogliche-sammelklage-zusammen/">VW-Datenskandal: Betroffene schließen sich für mögliche Sammelklage zusammen</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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		<title>BGH: Entschädigung nach Datenpanne bei Facebook/Meta [mit VIDEO]</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Nov 2024 20:15:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bundesgerichtshof hat in der mündlichen Verhandlung vom 11.11.2024 die Rechte von Betroffenen einer Datenpanne konkretisiert. Damit haben Betroffene von Datenlecks zukünftig mehr Rechtsklarheit, wann sie Anspruch auf eine Entschädigung haben &#8211; und wann nicht.  Was bisher geschah: Der Facebook Scraping Vorfall vor dem BGH  Die Datenpanne  Ausgangsfall war ein s.g. Scraping-Vorfall im Jahr 2018/2019,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/bgh-entschaedigung-nach-datenpanne-bei-facebook-meta-mit-video/">BGH: Entschädigung nach Datenpanne bei Facebook/Meta [mit VIDEO]</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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									<p>Der Bundesgerichtshof hat in der mündlichen Verhandlung vom 11.11.2024 die Rechte von Betroffenen einer Datenpanne konkretisiert. Damit haben Betroffene von <strong>Datenlecks</strong> zukünftig mehr <strong>Rechtsklarheit</strong>, wann sie Anspruch auf eine Entschädigung haben &#8211; und wann nicht. </p><h2>Was bisher geschah: Der Facebook Scraping Vorfall vor dem BGH </h2><h3>Die Datenpanne </h3><p>Ausgangsfall war ein s.g. Scraping-Vorfall im Jahr 2018/2019, bei dem über 500 Millionen Datensätze von Facebook-Nutzern heruntergeladen werden konnten. </p><p>Bis April 2018 erfolgten diese Attacken über die Suchfunktion, bei der über Anfragen fiktiver Nutzer und Telefonnummern öffentlich zugängliche Nutzerinformationen gescraped wurden, sobald eine Telefonnummer einem Nutzer zugeordnet werden konnte.</p><p>Nach Deaktivierung dieser Suchmöglichkeit erfolgte das Scraping über das sog. Contact-import-Tool (im folgenden CIT), das sich sowohl auf der Plattform direkt als auch auf dem an diese angebundenen Messenger befand. Dabei wurden künstlich generierte Telefonnummern als vermeintliche Kontakte fiktiver Nutzer hochgeladen, wodurch es in vielen Fällen gelang, die zu diesen Telefonnummern passenden konkret-individuell angezeigten Nutzer zu identifizieren („one-to-one“) und ihnen ihre öffentlichen Nutzerinformationen zuzuordnen.</p><p>Möglich war dies aufgrund mangelhafter, technischer Sicherheitsmaßnahmen seitens Facebook sowie datenschutzunfreundlicher Standard-Voreinstellungen. So war die hinterlegte Telefonnummer von Facebook-Nutzern mit einem </p><p>In Deutschland sollen rund 6 Millionen Facebook-Nutzer von dem Scraping-Vorfall betroffen sein. </p><h3>Die Klagewelle</h3><p>In der Folge sind zehntausende Verbraucher durch Onlinekanzleien mit Versprechungen von 1.000,00 € oder sogar 5.000,00 € Entschädigung angeworben worden. </p><p>Denn in Art. 82 DSGVO ist geregelt: </p><p style="text-align: left; padding-left: 40px;">&#8222;Jede Person, der wegen eines Verstoßes gegen diese Verordnung ein materieller oder immaterieller Schaden entstanden ist, hat Anspruch auf Schadenersatz gegen den Verantwortlichen oder gegen den Auftragsverarbeiter.&#8220;</p><p>Doch die Klagen waren &#8211; bisher &#8211; keinesfalls sonderlich erfolgreich. Einen Überblick zu der Lage bis zur BGH-Verhandlung vom 11.11.2024 finden Sie in diesem Video: </p>								</div>
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									<p>Laut BGH Beschluss vom 31.10.2024 seien &#8211; auch unter Verweis auf OLG-Entscheidungen &#8211;</p><ul><li>Beim Senat des BGH bisher 25 Revisionen anhängig und </li><li>mehr als <strong>6.000 laufende Klageverfahren</strong> in den Vorinstanzen </li></ul><p>Hieraus ergaben sich folgende Probleme:</p><ul><li>die Klagen wurden neben der eigentlichen Entschädigung mit Unterlassungs-, Feststellungs- und Auskunftsanträgen &#8222;<strong>aufgepumpt</strong>&#8222;. Hierdurch konnten höheren <strong>Rechtsanwaltskosten</strong> abgerechnet werden. Die Anträge waren jedoch ganz überwiegend unzulässig oder unbegründet. Hierdurch blieben Kläger, selbst wenn ein gewisses Schmerzensgeld zuerkannt worden ist, auf den überwiegenden Prozesskosten sitzen. </li><li>Bei der Entschädigung bleibt bis zuletzt streitig, wann ein &#8222;Schaden&#8220; vorlag. Denn der eigentliche Datenschutzverstoß führt nicht automatisch zu einem Schadenersatz. Für einen Ersatz braucht es einen <strong>Schaden</strong>. Die Massenverfahren wurden jedoch meist nur textbausteinartig und damit nicht ausreichend begründet. </li><li>Die Rechtsprechung ist bisher uneinheitlich. Der Bundesgerichtshof entscheidet am 11.11.2024 <strong>erstmals</strong> in einem <strong>Leitentscheidungsverfahren</strong> umfassend hinsichtlich derartiger Entschädigungsansprüche </li></ul><p>Hierdurch sind die bisherigen Facebook-Scraping-Verfahren für Kläger in wirtschaftlicher Hinsicht häufig wenig erfolgreich gewesen. </p><p>Aufgrund der vielen, ungeklärten Rechtsfragen sind diese Klageverfahren deshalb vor dem Bundesgerichtshof als Revisionsinstanz gelandet. </p><h3>Zurückgezogene BGH-Revisionen </h3><p>Der BGH hätte bereits über einen Monat früher, nämlich am 08.10.2024 (Verfahren VI ZR 7/24 und VI ZR 22/24) über diese Scraping-Verfahren verhandeln wollen. </p><p>Diese Revisionen sind jedoch <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/2024190.html">vorzeitig zurückgenommen</a> worden, sodass der BGH sich hierzu nicht mehr äußern konnte. Ob hier Facebook bzw. Meta den Klägern diese Verfahren vorzeitig &#8222;abgekauft&#8220; hat, damit der BGH hierüber nicht mehr entscheiden konnte, ist nicht sicher bekannt. </p><p>Doch der BGH reagierte hierauf &#8211; höchst vorsorglich -mit einem Leitentscheidungsverfahren:</p><h2>Was der BGH entschieden hat</h2><p>Der BGH die Verfahren für den 11.11.2024 als <a href="https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;Datum=2024&amp;nr=139478&amp;linked=bes&amp;Blank=1&amp;file=dokument.pdf">erste Leitentscheidungsverfahren</a> bestimmt. Hierdurch kann der BGH sich auch noch dann zu den Rechtsfragen äußern, wenn die Kläger die Revision doch noch vorzeitig zurücknehmen sollten. </p><p>Die Verfahren sind in der ersten und zweiten Instanz durch die Kanzlei &#8222;WBS LEGAL&#8220; betrieben worden. Vor dem BGH kann die Kanzlei jedoch nicht auftreten, da in Zivilverfahren vor dem BGH <a href="https://dejure.org/gesetze/ZPO/78.html">nur besonders zugelassene BGH-Anwälte</a> auftreten dürfen. </p><h3>Über welche Fragen hat der BGH verhandelt?</h3><p>Der BGH hat im Scraping-Komplex folgende Rechtsfragen für besonders relevant erachtet: </p><p style="padding-left: 40px;">a) Liegt in der Implementierung der sog. Kontakt-Import-Funktion in Verbindung mit der Standardvoreinstellung &#8222;alle&#8220; ein Verstoß der Beklagten gegen die Datenschutz-Grundverordnung im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO?</p><p style="padding-left: 40px;">b) Ist der bloße Verlust der Kontrolle über die gescrapten und nunmehr mit der Mobiltelefonnummer des Betroffenen verknüpften Daten geeignet, einen immateriellen Schaden im Sinne des Art. 82 Abs. 1 DSGVO zu begründen? Falls ja, wie wäre der Ersatz für einen solchen Schaden zu bemessen?</p><p style="padding-left: 40px;">c) Welche Anforderungen sind an die Substantiierung einer Schadensersatzklage nach Art. 82 Abs. 1 DSGVO zu stellen?</p><p style="padding-left: 40px;">d) Reicht die bloße Möglichkeit des Eintritts künftiger Schäden in einem<br />Fall wie dem vorliegenden aus, um ein Feststellungsinteresse im Sinne des § 256 Abs. 1 ZPO zu begründen?</p><p style="padding-left: 40px;">e) Genügen die vom Kläger gestellten Anträge, dass die Beklagte es unterlasse,<br />&#8211; personenbezogene Daten der Klägerseite unbefugten Dritten über eine<br />Software zum Importieren von Kontakten zugänglich zu machen, ohne die nach<br />dem Stand der Technik möglichen Sicherheitsmaßnahmen vorzusehen, um die<br />Ausnutzung des Systems für andere Zwecke als der Kontaktaufnahme zu verhindern, und<br />&#8211; die Telefonnummer des Klägers auf Grundlage einer Einwilligung zu verarbeiten, die wegen der unübersichtlichen und unvollständigen Informationen<br />durch die Beklagte erlangt wurde, namentlich ohne eindeutige Informationen darüber, dass die Telefonnummer auch bei Einstellung auf &#8218;privat&#8216; noch durch Verwendung des Kontaktimporttools verwendet werden kann, wenn nicht explizit<br />hierfür die Berechtigung verweigert und, im Falle der Nutzung der FacebookMessenger App, hier ebenfalls explizit die Berechtigung verweigert wird,</p><p style="padding-left: 40px;">dem Bestimmtheitsgebot des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO?</p><h3>Was hat der BGH in der mündlichen Verhandlung entschieden?</h3><div>Eine Einordnung zum BGH-Scraping-Verfahren finden Sie in unserem Video unter folgendem Link:</div>								</div>
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									<p>Die mündliche Verhandlung vom <strong>11.11.2024</strong> hat zwar noch keine unmittelbare Entscheidung im Sinne eines Urteils zur Folge. Dennoch hat das Gericht hier bereits <strong>wichtige Leitplanken</strong> gesetzt:</p><ul><li>Ausreichend als Schaden kann der Kontrollverlust über die eigenen Daten sein. </li><li>Weitere Schäden (z.B. Spam-Anrufe etc.) erhöhen die Entschädigung, sind aber nicht mehr erforderlich, um diese erst zu begründen. </li><li>Facebook haftet voraussichtlich auch für zukünftige Ansprüche aus dem Datenleck. Auch Unterlassungsansprüche seien partiell möglich.</li></ul><h3>Verjährung bei Facebook droht </h3><p>Die Ansprüche gegen Meta / Facebook verjähren aller Voraussicht nach mit Ende des Jahres 2024. Betroffene müssen bis dahin entweder Klage erheben oder den Anspruch verkaufen. </p><p>Die Verjährung droht aber erst einmal nur für die seit 2020 bekannt gewordenen Scraping-Verfahren. Andere Datenlecks nach 2020 verjähren noch nicht. </p><h2>Kann ich auch eine Entschädigung von Facebook erhalten?</h2><p>Facebook-Nutzer, die nach der BGH-Verhandlung gegen den Mutterkonzern von Facebook, Meta, ebenfalls eine Entschädigung durchsetzen wollen, müssen von dem Scraping-Datenleck betroffen sein. Andernfalls scheidet ein Anspruch von Beginn aus. </p><p>Ob die eigenen Daten vom Facebook-Datenleck betroffen sind, kann bequem mit einem Sofort-Ergebnis über s.g. Datenleck-Checker überprüft werden.</p><p>Eine kostenfreie Möglichkeit zur Prüfung bietet beispielsweise die in Düsseldorf ansässige Jusperta GmbH (Ext. Link / Werbung):</p>								</div>
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									<span class="elementor-button-text">Zum kostenfreien Datenleck-Checker</span>
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									<p>Dabei können Betroffene eine Entschädigung auch ohne Rechtsschutzversicherung erhalten, indem sie die Ansprüche gegen Facebook abtreten und <strong>verkaufen</strong>. Über den Link zum Datenleck-Checker finden Sie hierzu weitere Details. </p><p> </p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/bgh-entschaedigung-nach-datenpanne-bei-facebook-meta-mit-video/">BGH: Entschädigung nach Datenpanne bei Facebook/Meta [mit VIDEO]</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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		<title>[VIDEO] Riesen Datenleck bei Ticketmaster? Erhalten Kunden jetzt eine Entschädigung?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2024 16:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Art. 82 DSGVO]]></category>
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		<category><![CDATA[Ticketmaster]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Eventticket-Veranstalter Ticketmaster ist mutmaßlich Opfer eines Datenlecks geworden. Wir erklären, was das für Kunden bedeutet. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/video-riesen-datenleck-bei-ticketmaster-erhalten-kunden-jetzt-eine-entschadigung-2/">[VIDEO] Riesen Datenleck bei Ticketmaster? Erhalten Kunden jetzt eine Entschädigung?</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="990623" class="elementor elementor-990623" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Bei dem nicht unumstrittenen Event-Kartenverkäufer Ticketmaster scheint es zu einem riesen Datenleck gekommen zu sein. </p><p>Eine berüchtigte Hackergruppe bietet &#8222;Breach Forum&#8220; einen rund 1 TB großen Datensatz zum Verkauf an. Dort sollen über 560 Mio. Kundendatensätze von Ticketmaster enthalten sein. </p><p>Eine erste Konsistenzprüfung durch heise security konnte eine positive Validierung der Testdaten verzeichnen. </p><p>Durch Live Nation, dem Mutterkonzern von Ticketmaster, gibt es bisher keine detaillierte Stellungnahme zu dem mutmaßlichen Riesen-Datenabfluss. </p><p>Doch erhalten Ticketmaster-Kunden eine Entschädigung / Schmerzensgeld von Ticketmaster? Wir erklären detailliert, was bisher bekannt ist und wie die Datenpanne &#8211; Stand heute &#8211; zu bewerten ist. </p><h2>Video zum Ticketmaster Datenleck</h2>								</div>
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									<h2>Welche Daten sind vom Ticketmaster Datenleck betroffen?</h2><p>Eine vollständige Prüfung des rund 1.000 GB großen Ticketmaster Datensatzes ist nicht möglich, weil die Hacker diesen nur einmalig für rund $ 500.000 USD verkaufen wollen. Die zur Einsicht angebotenen Daten beinhalten jedoch laut der Hackergruppe u.a.</p><ul><li>Kundendaten</li><li>Kreditkarteninformationen</li><li>die letzten 4 Stellen der Kreditkartennummer</li><li>Ablaufdatum der Kreditkarte </li><li>Bestellinformationen </li></ul><p>und &#8222;viel weitere&#8220; Daten. Damit dürfte es sich besonders für Betrugsdaten besonders vulnerable Datenpunkte handeln, die insbesondere in Kombination mit anderen Datenhacks angereichert werden können. </p><h2>Was ist die Ursache für die Ticketmaster Datenpanne?</h2><p>Eine offiziell bestätigte Ursache gibt es für das mutmaßliche Riesendatenleck noch nicht. Allerdings besteht zurzeit der Verdacht, dass der Cloudanbieter Snowflake angegriffen worden ist und über diesen der große Datenbestand abgeflossen ist. </p><p>Allerdings haben IT-Sicherheitsforscher von Hudson Rock laut eigenen Angaben mit der Hackergruppe, die bereits für einen Datenschutzvorfall bei dem Finanzinstitut Santander verantwortlich sein sollen, Kontakt aufgenommen. Diese bestätigten den Angriff auf den Clouddienstanbieter.</p><p>Durchgeführt wurde laut <a href="https://www.golem.de/news/nicht-nur-ticketmaster-datenlecks-bei-mehreren-kunden-des-gleichen-cloudanbieters-2406-185640.html">Golem</a> der Hackerangriff angeblich mit Anmeldedaten für ein Servicenow-Konto eines Mitarbeiters – erbeutet mit einer Infostealer-Malware vom Typ Lumma.</p><p>Snowflake selbst gibt in einem <a href="https://community.snowflake.com/s/question/0D5VI00000Emyl00AB/detecting-and-preventing-unauthorized-user-access">fortlaufend aktualisierten Blogpost</a> an, dass es einen gezielten Angriff gegeben habe, dieser jedoch nicht auf eine Fehlkonfiguration o.ä. zurückzuführen sei. </p>								</div>
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																<img decoding="async" width="1024" height="518" src="https://vinqo.de/wp-content/uploads/Snowflack-Ticketmaster-1024x518.jpg" class="attachment-large size-large wp-image-990628" alt="Snowflake Ticketmaster Statement" srcset="https://vinqo.de/wp-content/uploads/Snowflack-Ticketmaster-1024x518.jpg 1024w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/Snowflack-Ticketmaster-300x152.jpg 300w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/Snowflack-Ticketmaster-768x389.jpg 768w, https://vinqo.de/wp-content/uploads/Snowflack-Ticketmaster.jpg 1154w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" />																	<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Statement des Cloudanbieters Snowflake</figcaption>
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									<p>Damit dürfte ein Abfließen der Daten, wie von der Hackergruppe behauptet, jedoch wahrscheinlich sein.</p><h2>Haftet Ticketmaster für das Datenleck?</h2><p>Auch wenn Ticketmaster bzw. der Mutterkonzern, die Live Nation Entertainment, Inc., in den USA angesiedelt ist, so hat sich diese bei der Verarbeitung an die europäische DSGVO zu halten. Zudem gibt es eine in Deutschland ansässige Ticketmaster GmbH.</p><p>Der <a href="https://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&amp;docid=280623&amp;pageIndex=0&amp;doclang=DE&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1">Europäische Gerichtshof (EuGH)</a> hatte im Dezember 2023 über die Verantwortlichkeit eines Datenbankbetreibers zu entscheiden, dessen Datenbank von Hackern erbeutet und anschließend im Internet veröffentlicht worden ist. </p><p>Dabei betonte der EuGH, dass der Verantwortliche, also Ticketmaster, nachweisen muss, dass die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen dem Stand der Technik entsprachen:</p><p style="padding-left: 40px;">&#8222;Daher ist auf den ersten Teil der dritten Frage zu antworten, dass der in Art. 5 Abs. 2 DSGVO formulierte und in Art. 24 DSGVO konkretisierte Grundsatz der Rechenschaftspflicht des Verantwortlichen dahin auszulegen ist, dass im Rahmen einer auf Art. 82 DSGVO gestützten Schadenersatzklage der für die betreffende Verarbeitung Verantwortliche die Beweislast dafür trägt, dass die von ihm getroffenen Sicherheitsmaßnahmen im Sinne von Art. 32 DSGVO geeignet waren.&#8220;</p><p>Ein Datenleck stellt dabei zwar keine unwiderlegbare Vermutung ungeeigneter Sicherheitsmaßnahmen dar, allerdings obliegt es Ticketmaster, sehr genau darzulegen, dass tatsächliche alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden sind, um sich vor seinem solchen Datenabfluss effektiv zu schützen. </p><p>Ein Verweis auf Mitarbeitende, die sich an Anweisungen nicht gehalten haben, kann dabei nicht zur Entlastung führen. Dies hat der EuGH erst vor wenigen Wochen in einer <a href="https://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&amp;docid=284641&amp;pageIndex=0&amp;doclang=DE&amp;mode=req&amp;dir=&amp;occ=first&amp;part=1">Entscheidung gegen juris</a> entschieden:</p><p style="padding-left: 40px;">&#8222;Nach alledem ist auf die zweite Frage zu antworten, dass Art. 82 DSGVO dahin auszulegen ist, dass es für eine Befreiung des Verantwortlichen von seiner Haftung nach Art. 82 Abs. 3 dieser Verordnung nicht ausreicht, dass er geltend macht, dass der in Rede stehende Schaden durch ein Fehlverhalten einer ihm im Sinne von Art. 29 der Verordnung unterstellten Person verursacht wurde.&#8220;</p><p>Ticketmaster müsste also ggfs, auch für ein Fehlverhalten von Mitarbeitenden haften, die sich gegen Sicherheitsvorschriften verhalten</p><h2>Erhalten Ticketmaster-Kunden eine Entschädigung? </h2><p>Wenn tatsächlich die Daten von 560 Mio. Kunden abgeflossen sind und diese nun mit Kreditkarteninformationen zum Verkauf angeboten werden, so stehen die Chancen gut, dass betroffene Ticketmaster-Kunden einen Anspruch auf ein Schmerzensgeld gem. Art. 82 DSGVO haben könnten. </p><p>Denn der EuGH hat betont, dass für den Schaden, der das Schmerzensgeld begründet, nicht bereits Werbeanrufe oder ein durchgeführter Datenmissbrauch vorliegen muss. </p><p>Ausreichend sei laut EuGH bereits der Kontrollverlust bei einem Datenleck:</p><p style="padding-left: 40px;">&#8222;Nach alledem ist [&#8230;] zu antworten, dass Art. 82 Abs. 1 DSGVO dahin auszulegen ist, dass allein der Umstand, dass eine betroffene Person infolge eines Verstoßes gegen die DSGVO <strong>befürchtet</strong>, dass ihre personenbezogenen Daten durch Dritte missbräuchlich verwendet werden könnten, einen „<strong>immateriellen Schaden</strong>“ im Sinne dieser Bestimmung <strong>darstellen kann</strong>.&#8220;</p><p>Danach könnten betroffene Ticketmaster-Kunden auch ein Schmerzensgeld als Entschädigung verlangen können. Dies gilt insbesondere bei sensiblen Kreditkarteninformationen. </p><p>Zwar sind deutsche Gerichte etwas zurückhaltender bei der Zuerkennung, dennoch bestehen zum jetzigen Zeitpunkt gute Chancen, eine Entschädigung von Ticketmaster zu erzielen. </p><p>So hat beispielsweise Mastercard nach einem Datenleck bereits im Rahmen eines <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/web/mastercard-zahlt-kunden-300-euro-wegen-datenleck-a-550bf0ba-ceed-49e0-aaa8-507757fcbce6">außergerichtlichen Vergleichs betroffenen Kunden rund <strong>400,00 €</strong></a> Schmerzensgeld gezahlt. Auch dort waren Kreditkarteninformationen geleakt. </p><p>Im Rahmen der s.g. Facebook-Scraping-Verfahren. die u.E. weniger eingriffsintensiv waren, weil dort keine Zahlungsdaten gespeichert worden sind, haben deutsche Gerichte bis zu <strong>1.000 € Schmerzensgeld</strong> zuerkannt. </p><p>Zudem sollten Betroffene sich auch zukünftige Ansprüche, die z.B. durch <strong>Kreditkartenabbuchungen</strong> entstehen, gegen Ticketmaster auch über die dreijährige Verjährungsfrist hinaus sichern. Auch hierfür lohnt es sich, gegen Ticketmaster rechtlich vorzugehen, um <strong>zukünftige Schäden abzusicheren</strong>. </p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/video-riesen-datenleck-bei-ticketmaster-erhalten-kunden-jetzt-eine-entschadigung-2/">[VIDEO] Riesen Datenleck bei Ticketmaster? Erhalten Kunden jetzt eine Entschädigung?</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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			</item>
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		<title>[VIDEO] Datenleck bei DrAnsay.com &#8211; Rezeptdaten über Suchmaschine auffindbar!</title>
		<link>https://vinqo.de/video-datenleck-bei-dransay-com-rezeptdaten-uber-suchmaschine-auffindbar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 May 2024 09:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Art. 82 DSGVO]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>https://youtu.be/sKveKNeS0ao Bei dem kontroversen Telemedizinanbieter DrAnsay.com kam es zu einer schwerwiegenden Datenpanne. Dies bestätigte der Geschäftsführer Dr. Can Ansay am 14.05.2024 in seiner eigenen Pressemitteilung.  Welche Daten sind betroffen? Demnach seien Patientendaten der verschriebenen Rezepte über eine Suchmaschine frei einseh- und abrufbar. Hierzu zählen  Ausstellender Arzt, z.T. mit Fachrichtung wie Neurologie Vorname und Nachname Anschrift,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/video-datenleck-bei-dransay-com-rezeptdaten-uber-suchmaschine-auffindbar/">[VIDEO] Datenleck bei DrAnsay.com &#8211; Rezeptdaten über Suchmaschine auffindbar!</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="990516" class="elementor elementor-990516" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Bei dem kontroversen Telemedizinanbieter DrAnsay.com kam es zu einer schwerwiegenden Datenpanne. Dies bestätigte der Geschäftsführer Dr. Can Ansay <a href="https://dransay.com/gesundheits-blog/rezept/datenleck/">am 14.05.2024 in seiner eigenen Pressemitteilung.</a> </p><h2>Welche Daten sind betroffen?</h2><p>Demnach seien Patientendaten der verschriebenen Rezepte über eine Suchmaschine frei einseh- und abrufbar. Hierzu zählen </p><ul><li>Ausstellender Arzt, z.T. mit Fachrichtung wie Neurologie</li><li>Vorname und Nachname</li><li>Anschrift, PLZ und Ort</li><li>Geburtsdatum</li><li>Datum des Rezepts </li></ul><p>Anhand der Pressemitteilung von Dr. Ansay wird zudem der Bezug zu den bestellten &#8222;Blüten&#8220; &#8211; gemeint ist wohl das online verschriebene Medizinalcannabis. Damit wird in der Gesamtschau deutlich, dass es sich überwiegend oder sämtlich um Cannabis-Konsumenten handelt. </p><h2>Welche Nutzer sind betroffen? </h2><p>Dr. Ansay selbst gibt an, dass rund 20% der Nutzer betroffen seien. </p><p>Unser eigene Recherche am 16.05.2024 ergab, dass über 2.000 Nutzerdatensätze über die Suchmaschine öffentlich einsehbar waren. Auch die in der s.g. Sitemap verlinkten Rezept-PDFs beliefen sich auf etwas über 2.000 Datensätze,.</p><p>Laut <a href="https://www.heise.de/news/Dr-Ansay-aeussert-sich-zu-online-einsehbaren-Cannabis-Rezepten-9719920.html">Heise.de</a> gingen bei dem Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit bereits &#8222;zahlreiche Beschwerden&#8220; ein. </p><p>Dr. Ansay selbst kündigte in seiner vormaligen Pressemitteilung vom 14..05.2024, die inzwischen inhaltlich stark verkürzt worden ist, an, dass man die betroffenen Nutzer per E-Mail kontaktieren werde. Die Pressemitteilung ist (Stand 17.05.2024) inzwischen stark verkürzt worden. </p>								</div>
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									<h2>Was ist der Grund für die Datenpanne?</h2><p>Dr. Ansay selbst sprach in der ersten Fassung seiner Pressemitteilung vom 14.05.2024 von einem &#8222;geringen Sicherheitsniveau&#8220;, das durch ehemalige Mitarbeiter verursacht worden sei, die inzwischen für ein Konkurrenzunternehmen tätig seien. </p><p>Insoweit räumte Dr. Ansay bereits ein, dass ein zu niedriges Sicherheitsniveau vorläge &#8211; wenn auch durch das Handeln seiner Mitarbeitenden begründet. </p><p>Die Pressemitteilung ist in der aktuellen Fassung ergebnisoffener formuliert. </p><p>Unsere Recherchen deuten darauf hin, dass es sich um einen indexierten Webshare handelt, der über die Suchmaschinen &#8222;abgetastet&#8220; und in den regulären Suchergebnissen angezeigt werden konnte. </p><h2>Was Betroffene wissen sollten </h2><p>Die Veröffentlichung der Patientendaten stellen Gesundheitsdaten dar, die einem ganz besonderen Schutz unterliegen. Die unbeabsichtigte Veröffentlichung von über 2.000 Datensätzen in regulär genutzten Suchmaschinen stellt aus unserer Sicht eine erhebliche Datenpanne dar. </p><p>Betroffene sollten deshalb prüfen, ob sie Ansprüche gegen den Anbieter von DrAnsay.com geltend machen möchten. </p><p>Denn gem. Art. 82 DSGVO können Betroffene einen Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadenersatz haben, der aufgrund der betroffenen Daten (Gesundheitsdaten) und der einfachen Zugriffsmöglichkeiten über eine reguläre Suchmaschinenabfrage erheblich sein dürfte. </p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/video-datenleck-bei-dransay-com-rezeptdaten-uber-suchmaschine-auffindbar/">[VIDEO] Datenleck bei DrAnsay.com &#8211; Rezeptdaten über Suchmaschine auffindbar!</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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		<title>[VIDEO] DSGVO-Hopping: Geniales oder dreistes Geschäftsmodell im Datenschutzrecht?</title>
		<link>https://vinqo.de/video-dsgvo-hopping-geniales-oder-dreistes-geschaftsmodell-im-datenschutzrecht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Feb 2024 14:12:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der EuGH hat sich 2023 sehr zugunsten von Betroffenen nach Datenschutzvorfällen positioniert. Betroffene sollen möglichst leicht und ohne rechtliche Hürden die Möglichkeit haben, Entschädigungen (Schmerzensgeld) gem. Art. 82 DSGVO geltend machen zu können.  Die Sorge von Unternehmern hierbei: Betroffene können die Rechtsprechung des EuGH dafür nutzen, um ein ein neues Geschäftsmodell, das  &#8222;DSGVO-Hopping&#8220; zu betreiben...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/video-dsgvo-hopping-geniales-oder-dreistes-geschaftsmodell-im-datenschutzrecht/">[VIDEO] DSGVO-Hopping: Geniales oder dreistes Geschäftsmodell im Datenschutzrecht?</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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									<p>Der EuGH hat sich 2023 sehr zugunsten von Betroffenen nach Datenschutzvorfällen positioniert. Betroffene sollen möglichst leicht und ohne rechtliche Hürden die Möglichkeit haben, Entschädigungen (Schmerzensgeld) gem. Art. 82 DSGVO geltend machen zu können. </p><p>Die Sorge von Unternehmern hierbei: Betroffene können die Rechtsprechung des EuGH dafür nutzen, um ein ein neues Geschäftsmodell, das  &#8222;DSGVO-Hopping&#8220; zu betreiben und so massenhafte Schmerzensgeldansprüche gem. Art. 82 DSGVO zu generieren. </p><p>Die Versuche, Schmerzensgeldansprüche zu generieren, kennen wir bereits aus dem s.g. &#8222;AGG-Hopping&#8220;. Dort haben sich Bewerbe auf Stellengesuche beworben, die diskriminierende Formulierungen enthielten, um dann eine Entschädigung hierfür zu erhalten. </p><p>Ob das DSGVO-Hopping mit dem AGG-Hopping vergleichbar ist, erklären wir in unserem Video zum DSGVO-Hopping. </p><p> </p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/video-dsgvo-hopping-geniales-oder-dreistes-geschaftsmodell-im-datenschutzrecht/">[VIDEO] DSGVO-Hopping: Geniales oder dreistes Geschäftsmodell im Datenschutzrecht?</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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		<title>[VIDEO] EuGH: Erste Einschränkungen zum Schmerzensgeld nach Datenpannen?</title>
		<link>https://vinqo.de/video-1-mio-schadenersatz-pro-datenpanne-was-das-eugh-urteil-fur-unternehmer-bedeutet-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Feb 2024 10:02:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der EuGH hat in seiner MediaMarktSaturn Entscheidung zu den Vorlagefragen eines Schmerzensgeldes nach einer Datenpanne erstmals das weite Verständnis zum Art. 82 DSGVO eingeschränkt. Ob Unternehmer nun etwas aufatmen können, erklären wir kurz und kompakt in diesem Video. https://youtu.be/K5llWGnT3Yo Zusammenfassung</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/video-1-mio-schadenersatz-pro-datenpanne-was-das-eugh-urteil-fur-unternehmer-bedeutet-2/">[VIDEO] EuGH: Erste Einschränkungen zum Schmerzensgeld nach Datenpannen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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									<p>Der EuGH hat in seiner MediaMarktSaturn Entscheidung zu den Vorlagefragen eines Schmerzensgeldes nach einer Datenpanne erstmals das weite Verständnis zum Art. 82 DSGVO eingeschränkt.</p><p>Ob Unternehmer nun etwas aufatmen können, erklären wir kurz und kompakt in diesem Video.</p>								</div>
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			<a href="https://vinqo.de/eugh-c-687-21-erste-einschrankung-des-schadenersatzes-nach-datenpanne/" >
				EuGH C-687/21: Erste Einschränkung des Schadenersatzes nach Datenpanne?			</a>
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		<title>ArG: Unverschlüsselte E-Mail = 10.000 € Schadenersatz vom Arbeitgeber?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jan 2024 13:44:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Arbeitsrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir hatten bereits in vorangegangenen Beiträgen anhand von ergangenen Urteilen dargestellt, wie kritisch die Vermischung von Arbeitsrecht und Datenschutzrecht für Arbeitgeber sein kann: Schmerzensgeld bei verspäteter Datenschutz-Auskunft gem. Art. 15 DSVO? LAG: Datenschutz im Arbeitsrecht als effektives Druckmittel? Dabei zeigen auch neuer Auswertungen, dass Arbeitsgerichte Arbeitnehmern signifikant höhere Schmerzensgeldbeträge gem. Art. 82 DSGVO zuerkennen.  Dies...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/arg-unverschlusselte-e-mail-10-000-schadenersatz-vom-arbeitgeber/">ArG: Unverschlüsselte E-Mail = 10.000 € Schadenersatz vom Arbeitgeber?</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="990069" class="elementor elementor-990069" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Wir hatten bereits in vorangegangenen Beiträgen anhand von ergangenen Urteilen dargestellt, wie kritisch die Vermischung von Arbeitsrecht und Datenschutzrecht für Arbeitgeber sein kann:</p><ul><li><a href="https://vinqo.de/schmerzensgeld-bei-verspateter-datenschutz-auskunft/">Schmerzensgeld bei verspäteter Datenschutz-Auskunft gem. Art. 15 DSVO?</a></li><li><a href="https://vinqo.de/lag-datenschutz-im-arbeitsrecht-als-effektives-druckmittel/">LAG: Datenschutz im Arbeitsrecht als effektives Druckmittel?</a></li></ul><p>Dabei zeigen auch neuer Auswertungen, dass Arbeitsgerichte Arbeitnehmern signifikant höhere Schmerzensgeldbeträge gem. Art. 82 DSGVO zuerkennen. </p><p>Dies wird durch ein weiteres, arbeitsgerichtliches Urteil (ArbG Suhl &#8211;  6 Ca 704/23 &#8211; vom 20.12.2023) ergänzt, das nach der wegweisenden <a href="https://vinqo.de/eugh-c340-21-schmerzensgeld-nach-datenpanne-auch-ohne-echten-schaden/">EuGH-Entscheidung zum Schadenersatz</a> [<a href="https://vinqo.de/video-1-mio-schadenersatz-pro-datenpanne-was-das-eugh-urteil-fur-unternehmer-bedeutet/">VIDEO</a>] nach einem Datenschutzvorfall erging. </p><h2>Sachverhalt</h2><p>Ein ehemaliger Arbeitnehmer forderte die Datenauskunft gem. Art. 15 DSGVO, die der Arbeitgeber mit normaler E-Mail erteilte. Zudem wurden diese ohne Zustimmung an den Betriebsrat weitergeleitet. </p><p>Der Arbeitnehmer forderte eine weitergehende Datenauskunft und erhob insgesamt zwei Beschwerden beim Thüringer Landesbeauftragen für den Datenschutz und die Informationsfreiheit.</p><p>Der Thüringer Landesbeauftrage für den Datenschutz und die Informationsfreiheit kam zum Ergebnis, dass die Übermittlung der Auskunft per E-Mail gegen die DSGVO verstieß. </p><p>Der ehemalige Arbeitnehmer verklagte den Arbeitgeber wegen des Datenschutzverstoßes auf mindestens 10.000,00 € Schmerzensgeld. </p><h2>Entscheidung </h2><p>Das Arbeitsgericht Suhl kam zum Ergebnis, dass kein Schaden vorlag und wies die Klage ab. </p><p>Das Vorliegen eines konkreten immateriellen Schadens habe der Arbeitnehmer nicht ausreichend dargetan. Im vorliegenden Fall sei nicht ersichtlich, inwieweit der Kläger einen Kontrollverlust erlitten haben will. Es sei nicht ersichtlich, dass der Kläger daran gehindert wurde, die ihn betreffenden personenbezogenen Daten zu kontrollieren. Darüber hinaus stellt nach Auffassung der Kammer ein bloßer, abstrakter Kontrollverlust auch keinen konkreten immateriellen Schaden dar.</p><p>Auch ein Eingriff in das Allgemeine Persönlichkeitsrecht sei nicht gegeben.</p><h2>Einordnung </h2><p>Die Entscheidung ist trotz ihrer Kürze im Detail äußerst interessant. </p><p>Denn es stand unstreitig fest, dass ein Datenschutzverstoß durch die unverschlüsselte Übersendung der Auskunft per E-Mail vorlag. </p><p>Bei dem angesetzten Schmerzensgeldbetrag gem. § 287 ZPO in Höhe von mindestens 10.000,00 € war auch unter Berücksichtigung der arbeitsgerichtlichen &#8222;Zuschläge&#8220; zu erwarten, dass die Klage nicht vollumfänglich Erfolg haben wird.</p><p>Aus Sicht des Arbeitsgerichts war jedoch die vollständige Klageabweisung mangels Schadens angezeigt. Das Gericht setzte sich dabei auch mit dem immer relevanteren &#8222;Kontrollverlust&#8220; kurz auseinander. Denn dieser war in den letzten EuGH Entscheidungen entscheidend bzw. ausreichend, um den immateriellen Schaden zu begründen. </p><p>Das Arbeitsgericht mochte sich vom Kontrollverlust jedoch nicht überzeugen:</p><p style="padding-left: 40px;">&#8222;Das Vorliegen eines konkreten immateriellen Schadens hat der Kläger nicht ausreichend dargetan. Im vorliegenden Fall ist nicht ersichtlich, inwieweit der Kläger einen Kontrollverlust erlitten haben will. Es ist nicht ersichtlich, dass der Kläger daran gehindert wurde, die ihn betreffenden personenbezogenen Daten zu kontrollieren. Darüber hinaus stellt nach Auffassung der Kammer ein bloßer, abstrakter Kontrollverlust auch keinen konkreten immateriellen Schaden dar.&#8220;</p><p>Die Beurteilung erscheint durchaus überzeugend. Denn Kontrollverlust ist besonders in den Fällen der s.g. Dataleaks, also dem Abfließen und Veröffentlichen von Personendatensätzen im Internet diskutiert. Die Datenbanken können dann von einer Vielzahl an unbekannten Dritten als Personendatensatz verwendet oder sogar in Kombination mit anderen Datenlecks angereichert werden. </p><p>In diesen Fällen muss ein Schaden durch lästige SMS, Anrufe oder E-Mails noch nicht konkret eingetreten sein, ausreichend ist der Kontrollverlust des Betroffenen über die Daten durch die Veröffentlichung. </p><p>Ein solcher Kontrollverlust ist bei einer unverschlüsselten E-Mail jedoch deutlich abstrakter:</p><ol><li>Unverschlüsselt ist im Kontext von E-Mails irreführend. Es besteht eine SSL-Verschlüsselung (Also verschlüsselter Transportweg zwischen Server und Client), jedoch keine Inhaltsverschlüsselung durch S/MIME oder PGP. </li><li>Es ist nicht ersichtlich, welcher Kontrollverlust gegenüber einer inhaltsverschlüsselten E-Mail bestehen sollte. Es verbleibt eine stets eine abstrakte, grundsätzlich nicht auszuschließende Möglichkeit, dass Dritte den unverschlüsselten Korrespondenzweg abfangen und auslesen. </li><li>Es bedarf nach wie vor des in Art. 82 DSGVO benannten &#8222;Schadens&#8220;. Für den Kontrollverlust als Schaden muss somit zumindest die &#8211; gegenüber der rechtmäßigen Datenverarbeitung &#8211; gesteigerte Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines &#8222;Verlustes&#8220; geben. </li></ol><p> </p><h3>Für Arbeitnehmer</h3><p>Auch im Lichte der neuesten EuGH Rechtsprechung bleibt es dabei: Der Verstoß gegen die DSGVO führt nicht automatisch zu einem Schadenersatz. Es muss immer noch einen Schaden &#8211; der ersetzt werden kann &#8211; geben. Dies ist beim E-Mail-Versand jedenfalls problematisch zu begründen. </p><h3>Für Arbeitgeber </h3><p>Neben zwei Aufsichtsverfahren und einem Klageverfahren &#8211; wohlgemerkt rund 1,5 Jahre nach dem Austritt des Arbeitnehmers &#8211; zeigt sich, dass die DSGVO auch als Vehikel zum &#8222;Nachtreten&#8220; genutzt werden kann und datenschutzrechtliche Verfahren stets ernst genommen werden müssen. </p><p>Auskünfte sollten über eigene Download-Portale oder &#8211; soweit möglich &#8211; klassisch postalisch übermittelt werden.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/arg-unverschlusselte-e-mail-10-000-schadenersatz-vom-arbeitgeber/">ArG: Unverschlüsselte E-Mail = 10.000 € Schadenersatz vom Arbeitgeber?</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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		<title>VINQO im Podcast: Wie funktioniert Legal Tech in der Schadenregulierung?</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2021 10:19:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Legal Tech]]></category>
		<category><![CDATA[AG Wiesbaden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>RECHTDISRUPTIV ist der wöchentlich erscheinende LegalTech Podcast mit Tim Platner und Florian Skupin. In der sechsten Folge hat Tim zwei Hüte auf und nimmt uns als Kopf vom Rechtsdienstleister VINQO mit in den Maschinenraum der Verbraucherplattform. Tim berichtet u.a. über die Gründung von VINQO, hebt die überragende Bedeutung von Technologie bei der Mandatsbearbeitung und spricht...</p>
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<p>RECHTDISRUPTIV ist der wöchentlich erscheinende LegalTech Podcast mit Tim Platner und Florian Skupin.</p>



<p>In der sechsten Folge hat Tim zwei Hüte auf und nimmt uns als Kopf vom Rechtsdienstleister VINQO mit in den Maschinenraum der Verbraucherplattform. Tim berichtet u.a. über die Gründung von VINQO, hebt die überragende Bedeutung von Technologie bei der Mandatsbearbeitung und spricht mit Florian über die Frage, wie Synergieeffekte geschaffen werden können und welchen Einfluss Daten haben.</p>



<p>Im Verlauf des Gesprächs vollziehen Florian und Tim den Ablauf der Anspruchsdurchsetzung aus Sicht eines Auftraggebers nach und passieren Themen wie Datenschutz und das (nicht erfolgende) „Cherry Picking“, das anderen Legal-Tech-Dienstleistern vorgeworfen wird.</p>



<p>Das Gespräch endet mit einem Blick in die Zukunft und der Frage, was am Rechtsdienstleistungsmarkt geändert werden sollte.</p>



<p>Interview:</p>



<p>–&nbsp;<a href="https://legaldata.tech/" rel="noreferrer noopener" target="_blank">https://legaldata.tech/</a></p>



<p>–&nbsp;<a href="https://vinqo.de/" rel="noreferrer noopener" target="_blank">https://vinqo.de/</a></p>



<p>Anekdote:</p>



<p>Florian berichtet über aktuelle Neuerscheinungen von Legal-Tech-Büchern. Mit der Dissertation von Daniel Kögel („Urheberrechtlicher Investitionsschutz im Kontext von ‚Legal Tech‘) ist ein Werk in der Schnittstelle von Legal Tech und Urheberrecht erschienen.</p>



<p>Für Oktober 2021 ist zudem die Dissertation von Bernhard Brechmann angekündigt, die unter dem Titel „Legal Tech und das Anwaltsmonopol“ die Zulässigkeit von Rechtsdienstleistungen im nationalen, europäischen und internationalen Kontext untersucht.</p>



<p><a href="https://www.beck-shop.de/koegel-geistiges-eigentum-wettbewerb-urheberrechtlicher-investitionsschutz-kontext-legal-tech/product/32855738">https://www.beck-shop.de/koegel-geistiges-eigentum-wettbewerb-urheberrechtlicher-investitionsschutz-kontext-legal-tech/product/32855738</a></p>



<p><a href="https://www.beck-shop.de/brechmann-schriften-recht-digitalisierung-legal-tech-anwaltsmonopol/product/32983331">https://www.beck-shop.de/brechmann-schriften-recht-digitalisierung-legal-tech-anwaltsmonopol/product/32983331</a></p>



<p>Tim berichtet von einer brandaktuellen Entscheidung des AG Wiesbaden vom 25.08.2021 – 93 C 603/21 -, die die Legal Data Technology GmbH („VINQO“) im eigenen Namen erstritten hat. Das AG hat dabei festgestellt, dass der Einsatz der verlangten und bei der Registrierung und für genügend befundenen Sachkunde genügt und nicht im Einzelfall zu prüfen ist, ob der Sachverhalt besondere Schwierigkeiten aufweist.</p>



<p>Dies bestätigt Tims Rechtsauffassung, dass eine inhaltlich-sachliche Einschränkung innerhalb der Inkassotätigkeit nicht erfolgen kann.</p>



<p>Tim Platner ist Jurist sowie Mitgründer und Geschäftsführer der Legal Data Technology GmbH, die mit einem interdisziplinären Team aus Juristen und Informatikern neue Legal Tech Produkte wie die Verbraucherplattform VINQO.DE entwickelt.</p>



<p>Florian Skupin ist Jurist sowie Doktorand an der Universität Bayreuth und promoviert zum Thema nichtanwaltlicher Rechtsdienstleistungen und Legal Tech, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Urheber- und Medienrecht sowie Gründer und Geschäftsführer der RightsPilot UG (haftungsbeschränkt).</p>
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		<title>AG Göttingen: Legal Tech VINQO setzt Gebühren auch nach Hundebiss durch</title>
		<link>https://vinqo.de/ag-goettingen-legal-tech-vinqo-setzt-gebuehren-auch-nach-hundebiss-durch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Aug 2021 22:13:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Legal Tech]]></category>
		<category><![CDATA[RDG]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsdienstleister]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsdienstleistungsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsverfolgungskosten]]></category>
		<category><![CDATA[Schadensersatz]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzensgeld]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das AG Göttingen hat einen Versicherungsnehmer der HUK COBURG zur Zahlung der Rechtsverfolgungskosten rechtskräftig verurteilt, die von der HUK COBURG zur Verhinderung verbraucherfreundlicher Rechtsangebote nach aktiv verweigert werden. Auch das AG Göttingen bestätigt damit das kostenrisikofreie Verbraucherangebot VINQO.DE. Das Urteil zeigt exemplarisch, welches Kostenrisiko wir für unsere Kunden tragen, damit am Ende nicht die böse...</p>
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<p>Das AG Göttingen hat einen Versicherungsnehmer der <strong>HUK COBURG</strong> zur Zahlung der Rechtsverfolgungskosten rechtskräftig verurteilt, die von der HUK COBURG zur Verhinderung verbraucherfreundlicher Rechtsangebote nach aktiv verweigert werden. Auch das AG Göttingen bestätigt damit das kostenrisikofreie Verbraucherangebot VINQO.DE. </p>



<p></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>Das Urteil zeigt exemplarisch, welches Kostenrisiko wir für unsere Kunden tragen, damit am Ende nicht die böse Überraschung kommt. Wir führen die Gerichtsprozesse auf eigene Kosten und im eigenen Namen, damit wir wirklich risikofreie Rechtsprodukte anbieten können.</p><cite>Tim Platner, Geschäftsführer von VINQO</cite></blockquote>



<p></p>



<p><strong>Amtsgericht Göttingen</strong></p>



<p><strong>24 C 91/21</strong></p>



<p><strong>Im Namen des Volkes </strong><strong>Urteil</strong></p>



<p>In dem Rechtsstreit</p>



<p>Legal Data Technology GmbH vertreten durch den Geschäftsführer Tim Platner, Heinz-Fang-man-Straße 2-6, 42287 Wuppertal</p>



<p>Klägerin</p>



<p>Prozessbevollmächtigte: XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX</p>



<p>gegen</p>



<p>Herrn XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX</p>



<p>Beklagter</p>



<p>hat das Amtsgericht Göttingen im Verfahren gem. § 495 a ZPO mit einer Erklärungsfrist bis zum 29.07.2021 am 03.08.2021 durch den Richter am Amtsgericht Dr. XXXXXXXXXX für Recht erkannt:</p>



<p>1. Der Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin 90,96 Euro nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 21.04.2021 zuzahlen.</p>



<ol class="wp-block-list"><li>Die Kosten des Rechtsstreits hat der Beklagte zu tragen.</li><li>Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.</li><li>Streitwert: bis zu 500 Euro.</li></ol>



<p>Von der Darstellung des</p>



<p class="has-text-align-center"><strong>Tatbestandes</strong></p>



<p>wird gemäß § 313 a Abs. 1 ZPO abgesehen.</p>



<p class="has-text-align-center"><strong>Entscheidungsgründe</strong></p>



<p>Die Klägerin hat Anspruch auf Ersatz der vorgerichtlichen Rechtsverfolgungskosten, die entstanden sind, weil die Klägerin von Herrn XXXXXX beauftragt war, außergerichtlich Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Die Rechtsverfolgungskosten sind Teil des ersatzfähigen Schadens.</p>



<p>Der Beklagte haftete Herrn XXXXXXX wegen eines Bisses durch seinen Hund.</p>



<p>Die Klägerin hat für Herrn XXXXXXX 350,00 Euro geltend gemacht, die auch gezahlt worden sind. Offen sind die entsprechend dem RVG berechneten Rechtsverfolgungskosten.</p>



<p>Es kann hier dahinstehen, ob Herr XXXXXXX gegen die Schadensminderungspflicht verstoßen hat, indem er einen Rechtsdienstleister, der nicht selbst für ihn klagen kann, beauftragt hat, weil dann eine Anrechnung von 0,65 Gebühren nicht erfolgt. Hier werden nur die vorgerichtlichen Gebühren eingeklagt; eine Anrechnung wäre auch bei einem Anwalt nicht erfolgt; durch die Beauftragung eines Rechtsdienstleisters statt eines Anwalts sind keine Mehrkosten entstanden.</p>



<p>Einwendungen sind weder vorgetragen noch sonst ersichtlich.</p>



<p>Der Zinsanspruch beruht auf §§ 286, 288 BGB, nachdem die Versicherung den Anspruch für den Beklagten endgültig zurückgewiesen hat.</p>



<p>Die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit beruht auf §§ 708 Nr. 11, 71, 713 ZPO.</p>



<p>Die Berufung wird nicht zugelassen, da die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts und die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Berufungsgerichts nicht erfordert.</p>
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		<title>Als Fahrradfahrer von Hund gebissen &#8211; Besteht ein Mitverschulden?</title>
		<link>https://vinqo.de/als-fahrradfahrer-von-hund-gebissen-besteht-ein-mitverschulden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2021 13:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fahrradunfall]]></category>
		<category><![CDATA[Hundebiss]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradfahrer]]></category>
		<category><![CDATA[gebissen]]></category>
		<category><![CDATA[Mitverschulden]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerzensgeld]]></category>
		<category><![CDATA[vorbeifahren]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn ein Fahrradfahrer von einem Hund gebissen wurde, steht ihm ein regulärer Schadensersatzanspruch aber auch ein Schmerzensgeld zu. Während der reguläre Schadensersatzanspruch einem die Schäden an Fahrrad, Helm, Kleidung oder sonstigen materiellen Gegenständen ersetzt, soll das Schmerzensgeld einen Ausgleich sowie Genugtuung für den Geschädigten erreichen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="13500" class="elementor elementor-13500" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Sobald die ersten <strong>Sonnenstrahlen</strong> die Freizeitgestaltung im Außenbereich wieder zulassen, kommt es auch zu vermehrten <strong>Zusammenstößen</strong> zwischen den verschiedenen Akteuren in deutschen Park- und Grünanlagen. Gerade <strong>Hunde</strong> und <strong>Fahrradfahrer</strong> kommen sich besonders häufig in die Quere. </p><p>In manchen Fällen kommt es dann leider zu einem <strong><a href="https://vinqo.de/hundebiss-schmerzensgeld/schmerzensgeld-hundebiss-lp1/">Beißvorfall</a> </strong>oder einem <strong>Sturz</strong>, wenn ein Vierbeiner plötzlich über die Fahrspur des <a href="https://vinqo.de/fahrradunfall/fahrradunfall-lp1/">Fahrradfahrers</a> läuft. Häufig werden die Fahrradfahrer als Unfallverursacher bezeichnet: Entweder sei man zu schnell gefahren, habe nicht geklingelt, oder zu nahe am Hunde vorbei. Doch können Ihre entstandenen <b>Ansprüche </b>hierdurch <b>abgelehnt oder gekürzt </b>werden?</p>								</div>
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									<h2>Welche Ansprüche habe ich nach einem Hundebiss</h2><p>Wenn ein <strong>Fahrradfahrer</strong> von einem<a href="https://vinqo.de/hundebiss-schmerzensgeld/schmerzensgeld-hundebiss-lp1/"> Hund gebissen</a> wurde, steht ihm ein <a href="https://vinqo.de/schadensersatz-nach-fahrradunfall-berechnen-gutachten-und-kostenvoranschlag/">Schadensersatzanspruch</a> aber auch ein Schmerzensgeld zu. Während der reguläre Schadensersatzanspruch z.B. die Schäden am Fahrrad, <a href="https://vinqo.de/fahrradunfall-ohne-helm-bekomme-ich-trotzdem-schmerzensgeld/">Helm</a>, der Kleidung oder sonstigen materiellen Gegenständen umfasst, soll das <strong>Schmerzensgeld</strong> einen Ausgleich sowie Genugtuung für den Geschädigten erreichen.</p><p>Es wird dabei einzelfallabhängig ermittelt und muss der Verletzung angemessen sein.  Anspruchsgrundlage hierfür ist der<strong> § 833 S. 1 BGB</strong>:</p><p style="padding-left: 40px;"><em>„Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.“ </em></p><p>Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „<strong>Gefährdungshaftung</strong>“. Dies bedeutet, dass der Hundehalter nicht haftet, weil er schuldhaft einen Fehler begangen hat. Er haftet, weil er als Halter des Hundes dafür einzustehen hat, dass der Hund ein autonomes Lebewesen ist, dass auch unvorhersehbar reagieren kann und sich die Tiergefahr verwirklicht.</p><p> </p><h2>Wann besteht eine Mitschuld?</h2><p>Wenn ein nachweisbares <strong>Mitverschulden</strong> vorliegt, können Ihre Ansprüche um die eigene Mitverschuldensquote <strong>gekürzt</strong> werden.</p><p>Wenn Sie beispielsweise ein Mitverschulden in Höhe von 25 % tragen, dann muss der Gegner nur 75 % der verursachten Schäden ersetzen. Das Schmerzensgeld wird ebenfalls vor dem Hintergrund der <strong>Quote</strong> anteilig gekürzt. Die <strong>Höhe</strong> des Mitverschuldens ist dabei ein häufiges Streitthema zwischen den Parteien. Doch auch über die Frage, ob das eigene Verhalten überhaupt eine Mitverschuldensquote begründet, bestehen in der Praxis häufig Streitigkeiten. </p><h3>Zu schnell mit dem Fahrrad gefahren</h3><p>Grundsätzlich kann in einem <strong>zu schnellen</strong> Fahren tatsächlich ein Mitverschulden begründendes Verhalten liegen.</p><p>Dies kommt aber immer darauf an, in was für einer <strong>Umgebung</strong> Sie Fahrrad fahren. Sollten Sie sich beispielsweise auf einem <strong>Fahrradstreifen</strong> bewegen, müssen Sie hierbei Ihre Geschwindigkeit nicht an Fußgänger neben dem Fahrradstreifen anpassen. Auch müssen Sie nicht damit rechnen, dass ein Hund plötzlich Ihren Weg kreuzt. Anders sieht dies aber aus, wenn es sich um gemischte Nutzwege handelt. In solchen Fällen sind Sie verpflichtet, die <strong>Geschwindigkeit</strong> so <strong>anzupassen</strong>, dass Sie <strong>jederzeit</strong> reagieren können.</p><p>Insbesondere in Fällen des angeblich zu schnellen Fahrens liegt die <strong>Beweislast</strong>, dass Sie tatsächlich zu schnell gefahren sind, bei der Gegenseite. Diese beruft sich häufig auf die <strong>Wahrnehmung</strong> des Hundehalters oder anderer <strong>Spaziergänger</strong>. Nur die subjektive Wahrnehmung, dass Sie „schnell“ waren, kann nur in seltenen Fällen überzeugen: Menschen sind im Regelfall nicht besonders gut in der Geschwindigkeitseinschätzung. Vor Gericht werden Geschwindigkeitsangaben von Zeugen daher regelmäßig mit deutlicher Vorsicht gehandhabt.  In solchen Fällen lohnt es sich also, die Kürzung der Gegenseite nicht vorschnell zu akzeptieren.</p><h3>Mit Fahrrad zu nah an Hund  vorbeigefahren</h3><p>Auch ein zu dichtes Auffahren an den Hund kann ein <strong>Mitverschulden</strong> begründen. Wenn eine Stelle besonders eng oder unübersichtlich ist, müssen Sie eventuell vom Rad absteigen. Doch auch bei der Frage nach dem Abstand handelt es sich schlussendlich um eine Tatsache, für die der Schädiger die Beweislast trägt.</p><h3>Nicht geklingelt</h3><p>Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Sie als Radfahrer dazu verpflichtet sind, Fußgänger rechtzeitig auf Ihre <strong>Anwesenheit</strong> <strong>hinzuweisen</strong>. Dies ist natürlich nur der Fall, wenn Sie sich von hinten nähern.</p><p>So hat OLG Oldenburg vom 09.03.2004 &#8211; 8 U 19/04 &#8211; ausgeführt:</p><p style="text-align: left; padding-left: 40px;">&#8222;den Radfahrer treffen aber im erhöhten Maße Sorgfaltspflichten, weil er sich mit höherer Geschwindigkeit fortbewegt und wegen der geringen Geräuschentwicklung oft vom Fußgänger unbemerkt, insbesondere von hinten, nähert. Deswegen muss er bei einer unklaren Verkehrslage gegebenenfalls per Blickkontakt eine Verständigung mit dem Fußgänger herstellen; soweit erforderlich, muss Schrittgeschwindigkeit gefahren werden, damit ein sofortiges Anhalten möglich ist. Auf betagte oder unachtsame Fußgänger muss der Radfahrer besondere Rücksicht nehmen; mit Unaufmerksamkeiten oder Schreckreaktionen muss er rechnen.&#8220;</p><h2>Fazit</h2><p>Als <a href="https://vinqo.de/fahrradunfall/fahrradunfall-lp2/">Fahrradfahrer</a> sollten Sie auf gemischt genutzten Wegen in der Nähe von freilaufenden Hunde besser nur <strong>Schrittgeschwindigkeit</strong> fahren und auch rechtzeitig klingeln. Wenn Sie dies unterlassen, kann Ihnen eine <strong>Kürzung</strong> Ihrer Ansprüche drohen. Sie sollten sich jedoch nicht durch eine reine <strong>Behauptung</strong> des <strong>Mitverschuldens</strong> von der Gegenseite zu schnell verunsichern lassen.</p><p>Gerade bei Bissfällen kann ein Mitverschulden eines Fahrradfahrers nicht angenommen werden. Es <strong>lohnt</strong> sich daher, gerade bei Zusammenstößen mit Hunden von <a href="https://vinqo.de/ohne-anwaltskosten-schmerzensgeld-erhalten-mit-vinqo/">Rechtsexperten</a> unterstützen zu lassen.</p>								</div>
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		<p>Der Beitrag <a href="https://vinqo.de/als-fahrradfahrer-von-hund-gebissen-besteht-ein-mitverschulden/">Als Fahrradfahrer von Hund gebissen &#8211; Besteht ein Mitverschulden?</a> erschien zuerst auf <a href="https://vinqo.de">VINQO Rechtsanwälte</a>.</p>
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